Folge „In der Familie“

„Tatort“ Dortmund: So viele Dortmund-Szenen, wie lange nicht - steckt der Ex-OB dahinter?

Tatort-Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann, links) spricht mit Juliane Modica (Antje Traue), deren Restaurant von der Polizei observiert wird.
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Der Dortmund-Tatort „In der Familie“ zeigte viel von Dortmund.

Nanu, so viel Dortmund-Szenen in einem Dortmund-Tatort? Bei der neuesten Folge „In der Familie“ staunten viele Zuschauer nicht schlecht. Wie kommt das?

Dortmund – Dortmunder und solche, die die Stadt kennen, schauen den „Tatort“ aus Dortmund anders, als andere Menschen in der Republik – immer auf der Suche nach bekannten Drehorten. Bei der neusten Folge am Sonntag (29. November) zeigte die ARD auffällig viele Szenen aus der Westfalenmetropole, stellt RUHR24.de* fest. Dortmunds Ex-Oberbürgermeister Ullrich Sierau dürfte daran nicht ganz unschuldig sein.

Tatort-StadtDortmund
DarstellerJörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Rick Okon
Erste Folge aus Dortmund2012

„Tatort“ aus Dortmund: Viele Drehorte liegen auch in Dortmund

Los geht es direkt in den ersten Szenen – und zwar mitten in Lütgendortmund, nicht unweit des Induparks in Kley. Die Gastronomen-Familie Modica hat hier ihre Trattoria.

Die Dreharbeiten fanden im November und Dezember 2019 an der Ecke Lütgendortmunder Straße und Lütgendortmunder Hellweg statt. Eine Trattoria gibt es hier im echten Leben nicht, dafür aber ein griechisches Restaurant namens „Óla Kalá“.

Der Drehstart für diesen Mafia-Tatort aus Dortmund fand elf Monate, nachdem es um die Folge „Zorn“ Ärger gegeben hatte, statt. Einen Tag nach deren Ausstrahlung am 19. Januar 2019 hatte sich Dortmunds damaliger Oberbürgermeister Ullrich Sierau zu Wort gemeldet, und sich bitter enttäuscht gezeigt. Seine Kritik: Die Inhalte aus dem „Tatort“ Dortmund seien nicht mehr zeitgemäß und klischeebehaftet.

„Tatort“ aus Dortmund sorgte 2019 für Kritik – zu viel Klischee

Zudem hatte der damalige „Tatort“ für Kritik gesorgt, weil viele Szenen gar nicht in Dortmund gedreht wurden - sondern unter anderem in Duisburg oder Köln.

Szenen aus Köln waren auch in „In der Familie zu sehen“, aber lange nicht so viele, wie man es sonst gewohnt ist. Ein paar Straßenszenen zeigen die Dom-Metropole, ansonsten war am Sonntag viel Dortmund im „Tatort“.

Dortmund-Tatort zeigt unter anderem A40-Auffahrt am Indupark in Kley

Zu sehen war unter anderem die A40-Auffahrt in Dortmund-Kley am Indupark, die ganz in der Nähe der Trattoria liegt. Kommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel) besucht außerdem ein Fitnessstudio in der Nähe des U-Turms, ist danach vor der Stadtbahn-Haltestelle „Westentor“ zu sehen, sowie rund um den Emil-Moog-Platz unterhalb des Dortmunder U.

Video: „Tatort“-Star verrät: Seitensprung? Kein Problem!

Ein paar Hundert Meter weiter östlich ist in einer Szene das Café Kleimann an der Petrikirche zu sehen. Das Café dürften Dortmunder aufgrund seiner Tradition und dem darin wohnenden Papageien kennen.

Es folgen weitere Szenen rund um den U-Turm, wo Kommissar Faber und Kollegin Dalay (in ihrer letzten Folge im Dortmund-Tatort) um eine Strategie im kniffligen Fall ringen. Dabei sitzen sie auf großen, roten Stufen im Bereich Berufskolleg und Dortmunder U.

Innenstadt von Dortmund im „Tatort“ zu sehen – drei Kirchen im Fokus

Auch drei Dortmunder Innenstadtkirchen sind – wenn auch nur in einem kurzen Schnittbild – zu sehen: St. Reinoldi, Propstei und St. Marien geben dabei ein imposantes Bild ab.

In der Dortmund-Tatort-Folge „In der Familie“ wurde sehr viel von Dortmund gezeigt.

Es folgt eine Szene, die aufmerksamen Kölnern aufgefallen sein könnte. Die Kommissare Faber und Dalay treffen die Frau des Trattoria-Besitzers in einem Café namens „Franck“ an der Eichendorffstraße. Dieses Café gibt es auch in der Realität – allerdings in Köln-Ehrelfeld.

Immerhin ist die nächste Szene – zumindest in der Außenaufnahme – wieder in Dortmund gedreht worden. Die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stehen vor dem Polizeipräsidium in Dortmund und reden über die Ermittlungen mit den Dortmunder Kollegen. Die Innenaufnahmen aus dem Präsidium stammen allerdings nicht aus Dortmund, sondern aus Köln.

Florianturm, Hansa 101, RAG-Hochhaus: Dortmund-Tatort zeigt Bilder aus der Innenstadt

Es folgen – wie üblich – weitere Schnittbilder aus Dortmund: hier der Florianturm, da eine kurze Szene, in der die Münchner Kommissare – wahrscheinlich vom Volkswohl-Bund-Hochhaus am Wall – auf die Dortmunder Innenstadt schauen – und dabei sowohl das Gebäude Hansa 101 sowie das ehemalige RAG-Hochhaus im Blick haben.

Gegen Ende zeigt der Dortmund-Tatort noch einmal eine Szene aus Köln: die Straße „Von den Siebenbürgen“ in der Kölner Altstadt.

Sei‘s drum: Wer auf viele Dortmund-Szenen im „Tatort“ gewartet hat, der dürfte in „In der Familie“ nicht enttäuscht worden sein. Ob der Inhalt – es geht um eine Trattoria, die in die Fittiche der Mafia gerät und Kokain schmuggelt – dem ehemaligen Dortmunder Oberbürgermeister schmeckt und nicht zu viel Klischee ist? Zumindest was den Handel mit Kokain betrifft, ist Dortmund schon lange als Hauptstadt von Deutschland bekannt. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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