Zweiter Wahlgang am Sonntag

Spannende Stichwahl in Dortmund: Die beiden Oberbürgermeister-Kandidaten im Check

Thomas Westphal (SPD) und Andreas Hollstein (CDU) wollen neuer Oberbürgermeister von Dortmund werden.
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Thomas Westphal (SPD) und Andreas Hollstein (CDU) wollen neuer Oberbürgermeister von Dortmund werden.

In Dortmund kommt es am Sonntag (27. September) zur Stichwahl zwischen SPD und CDU. Zwei Kandidaten wollen neuer Oberbürgermeister der Stadt werden.

Dortmund – Es könnte ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen werden, wenn die Bürger in Dortmund am Sonntag (27. September) in einer Stichwahl den neuen Oberbürgermeister wählen. Seit Jahrzehnten stellt die SPD in Dortmund den Oberbürgermeister. Dieses Mal könnte es eng werden – die CDU scheint bei dieser Kommunalwahl nicht chancenlos zu sein.

Stadt

Dortmund

Fläche

280,7 km²

Bevölkerung

603.609 (2019)

Stichwahl in Dortmund: SPD und CDU könnten sich Kopf-an-Kopf-Rennen bei Oberbürgermeister-Wahl liefern

Bleibt Dortmund SPD-Hochburg oder wird die aktuelle Stadtspitze, OB Ullrich Sierau (SPD) von einem Kandidaten der CDU abgelöst? Am Wahlsonntag vor gut zwei Wochen (13. September) war es der SPD in der ersten Runde nicht gelungen, mehr als 50 Prozent für ihren OB-Kandidaten Thomas Westphal einzufahren.

Der 53-Jährige war im ersten Wahlgang auf 35,8 Prozent der Stimmen gekommen. Für seinen Konkurrenten Andreas Hollstein (CDU) stimmten immerhin 25,8 Prozent der Wähler. Nun haben außerdem die Grünen in Dortmund eine Wahlempfehlung für den 57-Jährigen abgegeben. 

Stichwahl in Dortmund: Die Grünen geben Wahlempfehlung für Andreas Hollstein (CDU)

So erklärte Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Reuter am Mittwoch (23. September) auf einer Pressekonferenz, dass es der Partei vor allem darum gehe, einen "Wechsel hinzubekommen." Nicht auszuschließen, dass nun einige Grünen-Wähler ins CDU-Lager übersiedeln könnten und ihr Kreuz am Sonntag bei Andreas Hollstein setzen. Alles deutet also auf eine spannende Stichwahl hin.

Bevor die Wahl in Dortmund am Sonntag in die zweite Runde geht, gibt RUHR24 noch einmal einen Überblick über die beiden Oberbürgermeister-Kandidaten. (Mehr Artikel zu den Kommunalwahlen 2020 in NRW auf RUHR24.de).

Stichwahl in Dortmund: Thomas Westphal ist Oberbürgermeister-Kandidat der SPD

Thomas Westphal (53), SPD:

Thomas Westphal ist seit 2013 Chef der Wirtschaftsförderung in Dortmund und damit kein unbekannter in der Stadt. In dieser Zeit schrieb sich Westphal das Motto "Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung als Einheit" auf die Fahnen. Dabei legte er laut eigenen Angaben einen Fokus auf die Entwicklung von Innovation und Technologie, ohne den Blick auf Menschen mit geringer Qualifikation zu verlieren.

Thomas Westphal ist der OB-Kandidat der SPD für Dortmund.

Sein Leitbild für die nächsten Jahre in Dortmund lautet: Zusammen daran arbeiten, besser zu werden - aber im Herzen und in der Seele Dortmund bleiben. Hierbei sind ihm einige Punkte aus seinem Wahlprogramm 2020 besonders wichtig:

Stichwahl in Dortmund: Wahlprogramm von Thomas Westphal (SPD)

  • Stichwort "Wohnen": 20.000 neue Wohnungen in den nächsten zehn Jahren, dabei die Mieten niedrig halten
  • Stichwort "Digitalisierung": schnelles Internet in Betrieben, Schulen und Haushalten
  • Stichwort "Bildung": mehr Kita-Plätze, bessere Ganztagsangebote in den Grundschulen
  • Stichwort "Mobilität": Ausbau der Stadtbahn sowie der H-Bahn als große Klimabahn und der Bau eines sicheren Radwegenetzes
  • Stichwort "Wirtschaft": Investitionen und der Förderung der lokalen Wirtschaft, das Handwerk unterstützen
  • Stichwort "Zusammenhalt": EDG weiter ausbauen, Angsträume und rechte Hetze abschaffen

Stichwahl in Dortmund: Andreas Hollstein ist Oberbürgermeister-Kandidat der CDU

Andreas Hollstein (57), CDU:

Andreas Hollstein ist seit 1999 Bürgermeister seiner Heimatstadt Altena im Sauerland. Im vergangenen Jahr gab er dann bekannt, dass er nicht wieder für die Wahl des Bürgermeisters kandidieren werde. Stattdessen steht der 57-Jährige nun zur Wahl des Oberbürgermeisters in Dortmund.

Andreas Hollstein ist der OB-Kandidat der CDU für Dortmund.

Deutschlandweit bekannt wurde Hollstein im November 2017, nachdem ein 56-jähriger Mann ihn mit einem Messer attackiert und verletzt hatte. Zuvor habe sich der Angreifer abfällig über die liberale Flüchtlingspolitik des CDU-Politikers geäußert.

Stichwahl in Dortmund: Wahlprogramm von Andreas Hollstein (CDU)

Bei seiner Kandidatur gehe es Hollstein eigenen Angaben zufolge sowohl um die Lösung der vielen Alltagsprobleme der Bürger als auch darum, Dortmunds Image weiter zu verbessern. Dabei werde ihm sein unverstellter Blick von außen helfen. In seinem Wahlprogramm 2020 heißt es, dass die CDU die Zukunft der Stadt gemeinsam gestalten möchte. Wichtige Punkte sind vor allem: 

  • Stichwort "Wohnen": 2500 neue Wohnungen pro Jahr bis 2025, Einrichtung einer Plattform zum Wohnungstausch
  • Stichwort "Zukunft": Barrierefreier ÖPNV bis 2023, mehr und sichere Radwege, Förderung von Fassaden-und Dachbegrünung/Urban-Gardening
  • Stichwort "Arbeit": Hafen als Industriestandort, aktiveres Engagement seitens der Stadt bei der Schaffung von Büroflächen
  • Stichwort "Mitmachen": digitale Angebote der Stadtverwaltung und städtischer Unternehmen ausbauen, Einführung einer "Senioren-App" sowie eines "Dortmunder Sozialverzeichnisses"
  • Stichwort "Wohlfühlen": Konsequentes Vorgehen gegen Drogenhandel und -konsum, Einführung einer „SOS-App“ für Hinweise an die Ordnungsbehörden, Kampf gegen Rechtsextemismus

Stichwahl in Dortmund: Ergebnis ist von bundesweitem Interesse

Nicht nur Dortmund schaut gespannt auf die Stichwahl am Sonntag. Auch in anderem NRW-Städten wie Düsseldorf, Köln, Münster oder Aachen wird noch ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Gerade das Ergebnis der Stichwahlen in Dortmund und Düsseldorf könnten auch an CDU und SPD im Bund ein wichtiges Signal senden.

Video: NRW-Kommunalwahl: CDU gewinnt, Grüne mit Rekordergebnis

Mit Siegen für die Christdemokraten in diesen Städten wolle NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der sich um den CDU-Bundesvorsitz bewirbt, beweisen, dass die CDU auch in NRW-Großstädten gewinnen kann, so der Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).