Mehr Gemeinsamkeiten als mit SPD

Stichwahl in Dortmund 2020: Warum die Grünen CDU-Kandidat Andreas Hollstein bevorzugen

Grüne in Dortmund unterstützen vor der OB-Stichwahl CDU-Kandidaten Andreas Hollstein
+
Grüne in Dortmund unterstützen vor der OB-Stichwahl CDU-Kandidaten Andreas Hollstein

In einer Pressekonferenz erklärten die Grünen in Dortmund ihren Schulterschluss mit der CDU. Vor der Stichwahl gaben sie eine Wahlempfehlung für Andreas Hollstein, Oberbürgermeisterkandidat der CDU, ab.

Dortmund - Schon nachdem sich die Grünen am Dienstag (23. September) zum ersten Mal konkret dafür aussprachen, Andreas Hollstein (CDU) bei der anstehenden Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Dortmund zu unterstützen, türmten sich kritische Kommentare unter dem entsprechenden Facebook-Post der Grünen. 

Heute (23. September) erklärten sie in einer Pressekonferenz - gemeinsam mit der CDU - wie es zu ihrer unter Stammwählern nicht unumstrittenen Entscheidung kam.

Anstehende Wahl

Stichwahl, Oberbürgermeister von Dortmund

Kandidaten

Andreas Hollsein (CDU), Thomas Westphal (SPD)

Datum

27. September 

Dortmund: Stichwahl bleibt spannend - Grüne unterstützen CDU-Kandidaten

Die Freude bei den Grünen in Dortmund nach der Kommunalwahl am 13. September war groß. Mit knapp 25 Prozent der Stimmen gingen sie als zweitstärkste Kraft noch vor der CDU aus der Wahl hervor. Die Grünen zogen mit 22 Sitzen in den Dortmunder Rat ein. Mehr Sitze, nämlich 27, gingen nur an die SPD

Doch während die Grünen im Rat der Stadt nur stark vertreten sind, schaffte es ihre Kandidatin für das Oberbürgermeisteramt - Daniela Schneckenburger - nicht in die Stichwahl. Stattdessen stehen sich bei der Stichwahl nun Andreas Hollstein von der CDU und Thomas Westphal von der SPD gegenüber. Die Grünen wollten daraufhin eine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten aussprechen. Und die fiel nun ganz offiziell auf den CDU-Kandidaten.

Dortmund vor der Stichwahl: CDU ging offen auf Grüne zu

Während die CDU sowieso "keine Berührungsängste" mit den Grünen hatte, wie es Sascha Marder von der CDU formuliert, sahen sich die Grünen offenbar genötigt sich explizit für ihre - für manche unerwartete - Wahl zu erklären. 

So erklärt Fraktionssprecherin Ingrid Reuter von den Grünen in der Pressekonferenz, dass es den Grünen vor allem wichtig gewesen sei, einen "Wechsel hinzubekommen". Und das es auch zwischen CDU und Grünen immer mal einen Dissens geben werde, für den dann eine Lösung gefunden werden muss (mehr Nachrichten aus Dortmund auf RUHR24.de). 

Stichwahl zum Oberbürgermeister in Dortmund: CDU kam Grünen entgegen

Dennoch, so betont es Ulrich Langhorst (Grüne) seien die Gespräche mit der CDU deutlich intensiver gewesen, als mit anderen Parteien. In wichtigen Fragen sei die CDU den Grünen zudem einen großen Schritt entgegengekommen. Auf den Punkt bringt das Ingrid Reuter: "Es gibt Knackpunkte, wo die CDU uns entgegengekommen ist, die SPD nicht", macht sie deutlich. 

Daniele Schneckenburger (Grüne) und Andreas Hollstein (CDU) bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen

Einer dieser Knackpunkte könnte die Zukunft des Dortmunder Flughafens sein. "Ein Thema was für uns Grüne seit Jahrzehnten eine ganz wichtige Rolle spielt", so Reuter. Seit langem fordern Grüne, dass das Konzept des Dortmunder Flughafens überdacht wird. Denn der Airport wäre offensichtlich nicht überlebensfähig, wenn er nicht massiv von den Stadtwerken subventioniert würde. Fast 300 Millionen Euro seien laut der Grünen in Dortmund in den Flughafen gepumpt worden, um dessen Verluste auszugleichen.

Dortmund vor der Stichwahl: Flughafen Dortmund ist ein Knackpunkt

In der Pressekonferenz betont Andreas Hollstein zwar, dass der Flughafen "vor Corona auf einem guten Weg zur schwarzen Null" gewesen sei. Dennoch ergebe es Sinn, sich frühzeitig Gedanken zu machen, was passieren soll, wenn der Airport zur Disposition stehen sollte. Immerhin würden viele Menschen am Flughafen arbeiten. Außerdem sei es sicherlich nicht nachhaltig, weiterhin Millionen in den Flughafen zu investieren. Doch Hollstein sagt auch: "Wir haben nicht gesagt, wir machen den Flughafen zu!"

Ein weiteres wichtiges Thema: Die Gestaltung der B1 mitten durch Dortmund. "Diese Straße müssen wir neu denken", gibt Uwe Waßmann (CDU) zu Protokoll. Die verkehrliche Situation sei ein Problem.

Am Ende sind sich beide Parteien einig, dass vor allem ein Wechsel im seit Jahrzehnten von der SPD regierten Stadt Dortmund fällig sei. Am Ende sei wichtig, was für den Dortmunder Bürger übrig bleibe. Und dass die Stadt vorankomme.

Mehr zum Thema