Aufatmen für Kaufhof und Karstadt in Dortmund? "Kein bedrohter Standort"

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Dortmund/NRW - Sind die Standorte von Kaufhof und Karstadt auf dem Westenhellweg in Dortmund durch die Fusion bedroht? Die Stadt sieht dafür keine Anzeichen.

Nach der Fusion von Karstadt und Kaufhof stellen sich viele Menschen die Frage: Bleiben beide Kaufhäuser am Westenhellweg in Dortmund erhalten? Von der Stadt Dortmund gibt es jetzt leichte Entwarnung.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagte am Freitag (22. Februar), Dortmund gehöre nicht zu den bedrohten Standorten. Er könne trotzdem verstehen, dass es bei den Betroffenen der Fusion Ängste gäbe, aber es gäbe nach seinem Wissen keine strukturellen Maßnahmen, die die Standorte von Galeria Karstadt Kaufhof in Dortmund gefährden könnten.

"Die Kaufkraft in Dortmund ist vorhanden, wir haben ein großes Einzugsgebiet und die Stadt ist attraktiv", sagte Sierau, der betonte, beide Standorte von Galeria Karstadt Kaufhof in Dortmund erhalten zu wollen. "Wir als Stadt würden auch gerne unsere Expertise zur Verfügung stellen, um beiden Standorten bei der Weiterentwicklung zu helfen." Es sei, so Sierau, notwendig, mit den entsprechenden Akteuren zu sprechen.

Unterdessen berichtet der Kölner Stadtanzeiger, der Warenhauskonzern Kaufhof-Karstadt habe am künftigen Firmensitz in Essen 400 Stellen ausgeschrieben - zusätzlich zu den derzeit rund 1200 Arbeitsplätzen in der dortigen Karstadt-Verwaltung.

Die Ausschreibungen richten sich an Mitarbeiter aus der Galeria-Kaufhof-Zentrale in der Kölner Innenstadt sowie dem Standort Köln-Porz.

Kaufhof und Karstadt sollen Konzept vorlegen

Die Gewerkschaft Verdi dagegen forderte in der vergangenen Woche ein tragfähiges Konzept für die Fusion von Karstadt und Kaufhof. "Personal rausschmeißen oder wieder in die Taschen der Beschäftigten greifen, ist kein Konzept für das Warenhaus der Zukunft", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger laut einer Mitteilung.

Den von Karstadt-Konzernchef Stephan Fanderl angekündigten massiven Personalabbau und den Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag lehnt die Gewerkschaft entschieden ab. Der neue Warenhausriese will rund 2600 Vollzeitstellen streichen.

Fanderl hatte harte Einschnitte bei Kaufhof als unvermeidlich bezeichnet. In seinem derzeitigen Zustand sei das Unternehmen "langfristig nicht überlebensfähig".

Kaufhof will aus Tarifbindung aussteigen

Um Kosten zu sparen, will Kaufhof aus der Tarifbindung aussteigen. Bei Karstadt gilt schon lange ein Sanierungstarifvertrag, der erhebliche Zugeständnisse der Mitarbeiter etwa bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld umfasst.

"Das Überstülpen des Karstadt-Konzepts ist überhaupt kein Erfolgsgarant für Galeria Kaufhof", sagte Nutzenberger. Verdi besteht darauf, dass die Bezahlung der Karstadt-Mitarbeiter, wie es vereinbart worden sei, spätestens 2021 wieder auf das Flächentarifvertragsniveau angehoben wird. mit dpa-Material

Ende Dezember 2019 ruft Verdi zum Streik bei Karstadt und Kaufhof auf. Grund für die Arbeitsniederlegung sind tarifliche Anpassungen zugunsten der Mitarbeiter.