Dortmund: Stadt macht "Thor-Steinar"-Laden dicht

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Der Neonazi-Laden "Tonsberg" in der Innenstadt von Dortmund am Brüderweg. Foto: Lena Zschirpe/RUHR24

Dortmund/NRW - Der "Thor-Steinar"-Laden am Brüderweg in Dortmund ist Anlaufstelle für Neonazis. Jetzt hat die Stadt Dortmund ihn schließen lassen.

Die Stadt Dortmund hat am Dienstag (5. November) das Geschäft "Tönsberg" mit sofortiger Wirkung geschlossen. In dem Laden wurde die unter Neonazis beliebte Marke "Thor Steinar" verkauft.

  • Das Geschäft "Tönsberg" verkauft die bei Neonazis beliebte Marke "Thor Steinar".
  • Seit seiner Eröffnung sorgte er für zahlreiche Proteste in Dortmund.
  • Jetzt hat die Stadt Dortmund das Geschäft "Tönsberg" am Brüderweg wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossen.

"Thor Steinar": Neonazi-Geschäft in Dortmund geschlossen

Update, Dienstag (5. November), 17.05 Uhr: Das ging schneller als gedacht: Der Neonazi-Shop am Brüderweg ist geschlossen. Die Stadt Dortmund hat das umstrittene Geschäft am Nachmittag überprüft und dabei Mängel beim Brandschutz festgestellt.

Bei der Überprüfung zusammen mit der Polizei sei ein "wesentlicher Mangel" an den Rettungswegen des "Thor-Steinar"-Ladens festgestellt worden. "Die Anlage wurde im Wege des Sofortvollzuges geschlossen und versiegelt", berichtet die Stadt.

Neonazi-Shop in Dortmund darf keine Kleidung mehr verkaufen

Update, Dienstag (5. November), 13.45 Uhr: Es ist ein herber Rückschlag für die Neonazis in Dortmund und der Region: Offenbar hätte das umstrittene Geschäft "Tönsberg" am Brüderweg in der Innenstadt von Dortmund nie Kleidung verkaufen dürfen.

Denn dazu fehlt die entsprechende Baugenehmigung der Stadt Dortmund. "Der Laden ist an dieser Stelle nicht genehmigt", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands am Dienstagmittag.

Stadt Dortmund verhängt Ordnungsgeld gegen "Tönsberg"

Zuvor war eine Schreinerei in den Räumen untergebracht. Eine Nutzungsänderung zu einem Kleidungsgeschäft sei nicht beantragt worden, sagte Sierau. Sollte der "Tönsberg"-Laden am 11. November (Montag) weiter geöffnet sein, müsse der Mieter zunächst ein Ordnungsgeld in Höhe von 5000 Euro zahlen.

Dabei handelt es sich um die Firma Mediatex mit Sitz in Königs Wusterhausen (Brandenburg). Die Gesellschaft vertreibt Kleidung der Marke "Thor Steinar", die auch in diesem Laden in Dortmund verkauft wird. Hält sie sich nicht an das Verbot, werden höhe Strafen fällig, schließlich könnte die Stadt das Geschäft sogar versiegeln.

Ein Versprechen, dass der Neonazi-Laden noch diese Woche geschlossen werde, habe Sierau jedoch nicht gegeben. Das sei ohnehin eine "sensible Angelegenheit", sagte er. Dennoch machte er keinen Hehl um seine Sicht der Dinge: "Wir werden alles daran setzen, dass diese Hütte geschlossen wird." Das Thema sei aber noch nicht zu Ende.

Stadt Dortmund will "Thor-Steinar"-Geschäft möglichst schnell schließen

Ursprungsmeldung: Der Vermieter fühlt sich übertölpelt, die Neonazi-Szene jubilierte: Seit Ende August wird im "Tönsberg" am Brüderweg die unter Neonazis beliebte Marke "Thor Steinar" verkauft. Doch geht es nach der Stadtspitze, soll der Spuk um den "Thor-Steinar"-Laden in Dortmund bald ein Ende finden.

Angekündigt habe das Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD). Das berichten die Nordstadtblogger. Demnach soll der Laden möglichst schnell geschlossen werden. Das soll Sierau bei einer Veranstaltung am Platz der Synagoge angekündigt haben. Als Datum nannte Sierau demnach bereits den kommenden Samstag (9. November).

"Tönsberg" in Dortmund ist Anziehungspunkt für Neonazis

Dem Vermieter wurde der Trubel um den Laden für die Kleidung der Rechtsextremen schnell zu viel. Er wolle keinen Anziehungspunkt für Neonazis schaffen, sagte er bereits Anfang September, wenige Tage nach der Eröffnung.

Und genau das ist der "Tönsberg". Zu einer ersten Demo vor dem "Thor-Steinar"-Laden versammelten sich Dutzende Dortmunder. Vor dem Eingang zum Geschäft schoben mehrere Neonazis Wache.

Anschläge auf "Thor-Steinar"-Geschäft in Dortmund

Seitdem gab es mehrere Anschläge auf den "Thor-Steinar"-Laden, zuletzt mit Buttersäure und Farbe. Auch deshalb hofft der Vermieter auf die Hilfe der Stadt, um die unliebsamen Mieter wieder loswerden zu können. Doch das schien von Beginn an alles andere als einfach zu werden. Denn der Mietvertrag läuft über fünf Jahre - und ist nicht ohne weiteres zu kündigen.

Unklar ist deshalb, wie Ullrich Sierau die Schließung des Neonazi-Geschäfts begründen und notfalls juristisch durchsetzen will. Dem Bericht nach will er sich des Bauordnungsrechts bedienen. Ob es dazu einen Beschluss des Verwaltungsvorstands gibt und wie dieser aussieht, bleibt also abzuwarten.

Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund tagt zur Stunde. Um 12 Uhr (Dienstag, 5. November) wird es eine Pressekonferenz geben. Wir berichten weiter.