„Orange your City“

Dortmund: Stadt leuchtete orange – der Grund dafür war traurig

Das Rathaus, der Florian und viele andere Wahrzeichen in Dortmund sollen heute orange leuchten. Warum?

Dortmund – Ab 17 Uhr, wenn über Dortmund die Dunkelheit der Nacht hereinbricht, sollen heute (25. November) viele Gebäude der Stadt in orangefarbenem Licht erstrahlen. Was schön aussieht, hat jedoch einen ernsten Hintergrund: Mit der Aktion „Orange your City“ will die Stadt ein Zeichen setzen - für ein Thema, welches in Zeiten der Corona-Krise und des Lockdowns mehr denn je der Aufmerksamkeit bedarf.

WoDortmund
AktionOrange your City, gegen Gewalt an Frauen
Wann25. November 2020

Dortmund leuchtet orange: Zeichen gegen Gewalt an Frauen – in Zeiten von Corona wichtiger denn je

Und so soll auch in diesem Jahr am UN-Aktionstag „Orange your City“ ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden. Schon im vergangenen Jahr leuchteten 80 Gebäude in Dortmund orange. Und auch dieses Jahr findet die Aktion am heutigen Mittwoch (25. November) statt, dem Internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“.

„Wir leben in besonderen Zeiten, wir müssen zusammenhalten und uns für ein friedliches, respektvolles und wertschätzendes Miteinander einsetzen“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) mit Blick auf die Corona-Krise (alle News zu Corona im Live-Ticker).

Und so wollen 50 Dortmunder Unternehmen, Behörden und Organisationen auch in diesem Jahr ihre Gebäude orange leuchten lassen - darunter die FH Dortmund, das Rathaus, die Sparkasse und das Polizeipräsidium. Und auch Landmarken wie der Hochofen Phoenix West und der Florianturm sind mit dabei.

Trotz Corona-Krise: „Orange your City“-Aktion in Dortmund soll Frauen ermutigen

Organisiert wird die Aktion vom Zonta Club Dortmund. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Thomas Westphal will der Club mit der Aktion „Orange your City“ ein Zeichen setzen - und auf häusliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen. Doch es ist auch der Aufruf an jeden, der etwas bemerkt, nicht wegzuschauen. Betroffene Frauen sollen durch die Aktion wiederum ermutigt werden, ihre Rechte wahrzunehmen und sich zur Wehr zu setzen - oder auch Hilfe anzunehmen.

„Wir schaffen so unzweifelhaft ein öffentliches Bewusstsein für das Thema“, sagt Kathrin Eckhoff vom Zonta Club Dortmund-Phoenix. Der 2003 gegründete Club setzt sich dafür ein, die Lebenssituation von Menschen und insbesondere von Frauen zu verbessern. „Und das ist in diesen herausfordernden Zeiten wichtiger als jemals zuvor“, so Eckhoff weiter.

Dortmund setzt deutlichen Zeichen gegen Gewalt - Corona-Krise macht Situation schwieriger

Denn die Corona-Krise führe zu mehr Konflikten in Familien und in Beziehungen, erklärt die Stadt Dortmund in einer Mitteilung. Räumliche Enge, Isolation, finanzielle Probleme – all das führe dazu, dass besonders für Frauen die Gefahr steige, Opfer häuslicher oder sexualisierter Gefahr zu werden. Doch was, wenn das eigene Zuhasue in Zeiten des Lockdowns kein sicherer Ort ist?

Ein Drittel aller in Deutschland lebenden Frauen habe bereits sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt, heißt es vonseiten der Stadt weiter. Der jährliche Gedenktag am 25. November soll deshalb das Thema Gewalt gegen Frauen erneut in den Fokus rücken.

Dortmund leuchtet Orange: Sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Also leuchtet auch Dortmund heute orange. Einer der Unterstützer, die in diesem Jahr dafür sorgen, dass in Dortmund ein deutliches Zeichen gegen Gewalt gesetzt wird, ist die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21): „Wir sind stolz darauf, ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen“, so Heike Heim, Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung.

Denn gerade in Zeiten des Lockdowns, fällt es betroffenen Frauen noch schwerer sich Hilfe zu suchen, als sonst. Und so ruft auch Maresa Feldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund, dazu auf, hinzusehen und zu handeln. Es sei wichtig Zivilcourage zu zeigen und Betroffenen Unterstützung anzubieten.

Neben „Orange your City“: weitere Aktionen in Dortmund geplant

Neben der Aktion „Orange your City“, ruft auch der Verein, „Menschenrechte für die Frau“ dazu auf, am 25. November ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Dazu sollen rund 8.000 Fahnen, die der Verein über die Jahre in die ganze Welt verschickt hat, gehisst werden.

Für 15.30 Uhr ist zudem eine Luftballon-Aktion an der Reinoldikirche in Dortmund geplant, mit der unter #meinherzgehörtmir auf das Problem der Zwangs- und Kinderehen aufmerksam gemacht werden soll – laut UNICEF werden weltweit jährlich immer noch 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet. Im Anschluss soll an gleicher Stelle eine Demo gegen den Femizid, also das Töten von Frauen, stattfinden.

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Wer von seinem Partner bedroht oder angegriffen wird, kann sich auch an die Beratungs- und Interventionsstelle für häusliche Gewalt wenden. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist das ganze Jahr über kostenlos zu erreichen: 08000/116 016.

Bei akuter Gefahr rät die Polizei: 110 wählen!

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