Verkehrswende

Tempo 30 in der Dortmunder Innenstadt – Entscheidung fällt im September

In Zeiten des Klimawandels sind Tempolimits und 30er-Zonen in aller Munde. Die Stadt Dortmund setzt auch aus anderen Gründen auf ein neues Konzept, wie RUHR24 berichtet.

Dortmund – Wie kann die Dortmunder City langfristig lebenswert und sicher sein? Antworten auf diese Frage bietet unter anderem die Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten – eine kommunale Initiative für städteverträglicheren Verkehr“. RUHR24 berichtet.

ThemaTempo 30 in Innenstädten
Initiative Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten
GründeKlimawandel, Verkehrssicherheit, Lärm

Tempo 30 in der Dortmunder Innenstadt – Stadt will sich Initiative anschließen

Hinter dem langen Namen versteckt sich die Möglichkeit, die Geschwindigkeit in der Innenstadt auf 30 zu drosseln. Die Verwaltung der Stadt Dortmund plant dem Rat vorzuschlagen, der Initiative beizutreten. Diese fordert die Bundesregierung auf, die Straßenverkehrsordnung und das zugehörige Gesetz zu ändern, damit Städte in Zukunft selbst das Tempo 30 in Innenstädten festlegen können.

Dies sei laut der Stadt Dortmund ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende. Im September beschließt der Rat, ob Dortmund der Initiative beitritt. Neben dem Aspekt, dass Tempo 30 besser für das Klima wäre, begründet die Initiative ihr Anliegen auch damit, dass Tempo 30 für einen besseren Verkehrsfluss sorgt.

Außerdem würde Tempo 30 für mehr Sicherheit, auch für Radfahrer und Fußgänger in Dortmund, sorgen. Die Aufenthaltsqualität in der Stadt würde steigen, der Lärmpegel sinken und die Luftqualität sich verbessern, weil weniger Schadstoffe ausgestoßen würden.

Städte wie Dortmund sollen es leichter haben – Tempo 30 in Innenstädten

Der Initiative sind mittlerweile fast 250 Städte beigetreten. Die Gründungskommunen haben mit dem Deutschen Städtetag ein Papier erstellt. Sie wollen einen „straßenverkehrsrechtlichen Rahmen schaffen, der es ihnen ermöglicht, Tempo 30 als verkehrlich, sozial, ökologisch und baukulturell angemessene Höchstgeschwindigkeit dort anzuordnen, wo sie es für sinnvoll erachten“.

Für Klima und mehr Sicherheit – das sagt der ADAC zur Tempo-30-Debatte

Der ADAC hat sich in einem Projekt mit den Pro und Contras von Tempo 30 auseinandergesetzt. Ergebnis ist unter anderem, dass Tempo 30 nicht zwingend für mehr Sicherheit sorgt. Vielmehr würde im Unglücksfall viele Dinge zusammentreffen. Was aber kürzer wird, ist natürlich der Bremsweg (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Es gibt Gründe für und gegen mehr Tempo-30-Zonen.

Auf Hauptstraßen sei Tempo 30 nicht unbedingt sinnvoll, weil sich hier der Verkehr bündeln würde. „Dazu muss das Netz der Hauptverkehrsstraßen leistungsfähig und attraktiv sein, sodass Schleichverkehr durch Wohngebiete vermieden wird. Auf Hauptverkehrsstraßen ist Tempo 30 daher in der Regel nicht sinnvoll und im Einzelfall sorgfältig zu prüfen“.

„Vor Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenresidenzen kann nach Ansicht des ADAC Tempo 30 aber durchaus angebracht sein“, heißt es weiter dazu vom ADAC.

In der Straßenverkehrsordnung ist die Regelgeschwindigkeit in der Stadt auf 50 km/h festgelegt. Tempo-30-Zonen sind bisher nur in Ausnahmefällen möglich. Die Initiative macht sich dafür stark, dass es Städte in Zukunft leichter haben, die Geschwindigkeit zu drosseln.

Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/ Horst Galuschka/ Imago/ Collage: RUHR24