Messe Dortmund

Dortmund: Streit um Weg zum BVB-Stadion spitzt sich weiter zu

Seit Jahren gibt es Streit um einen Fuß- und Radweg an der Messe Dortmund. Geht es nach der CDU, sollte der direkte Weg zum BVB-Stadion schnellstmöglich gesperrt werden.

Dortmund – Kleiner Weg, groß Debatte: Bei Spielen von Borussia Dortmund pilgern tausende Fans über die Brücke an der Lindemannstraße zwischen den Messehallen hindurch zum Stadion. Auch abseits der Spiele wird der Weg an der Messe Dortmund rege von Radfahrern und Fußgängern genutzt. Doch nach einem neuen Gutachten könnte das bald ein Ende haben.

StadtDortmund, NRW
ThemaFußweg an Messehallen
OrtMesse Dortmund, BVB-Stadion

Dortmund: Streit um Sperrung von Fußweg zum BVB-Stadion an der Messe

Bereits vor gut zwei Jahren hatte die Initiative „Aufbruch Fahrrad“ gefordert, dass der Weg zwischen Lindemannstraße und Strobelallee für Radfahrer erhalten bleibt. Seitdem wird das Thema immer wieder im Stadtrat und den Bezirksvertretungen diskutiert. Mittlerweile könnte selbst ein Kompromiss schwierig werden.

Denn die CDU-Fraktion im Stadtrat Dortmund will jetzt Nägel mit Köpfen machen und den Verbindungsweg zwischen Halle 3 und 4 durchgehend sperren. Ein Gutachten der Prüfgesellschaft Dekra hatte zuvor ein „erhebliches Gefahrenpotenzial“ für Passanten bescheinigt.

Dortmund: Weg zwischen Messehallen laut CDU-Fraktion „kein Freizeitpark“

Grund dafür sei der Messebetrieb mit Logistikverkehr mit Lastwagen und Gabelstaplern, der insbesondere auf diesem Weg verkehrt. „Nicht alles, was wünschenswert ist, lässt sich bei vernünftiger Betrachtung auch umsetzen“, schreibt die CDU jetzt in einem Beitrag zum Stadtrat. Dabei soll die angrenzende Strobelallee vor dem Stadion zu einer Erlebnismeile umgebaut werden.

Das Areal zwischen den Hallen sei jedoch ein „Betriebsgelände und kein Freizeitpark“, kritisiert die Fraktion einen zuvor debattierten Kompromiss. Dieser hatte etwa vorgesehen, dass der Weg an der Messe Dortmund bis auf wenige Tage im Jahr grundsätzlich geöffnet bleiben solle. Dem hätte die CDU-Fraktion im Rat jedoch nicht zugestimmt, gibt sie nun bekannt. Zur Abstimmung kam es bei der Ratssitzung am Donnerstag (23. September) jedoch nicht. Der Antrag wurde an die Fachausschüsse weitergeleitet.

Der Weg zwischen Innenstadt und BVB-Stadion sorgt erneut für Ärger.

Dortmund: BVB-Fans und Fußgänger müssten Umweg über Westfalenhalle in Kauf nehmen – Karte

Als Alternative zum direkten Weg sieht die CDU-Fraktion im Dortmunder Stadtrat nur einen Umweg für Radfahrer und Fußgänger. Passanten müssten dann künftig von der B1-Brücke an der Lindemannstraße, die abgerissen wird, einmal um die Westfalenhalle laufen (siehe Karte). Von dort soll eine neue Rampe westliche des Eissportzentrums durch den Rosengarten bis zur Strobelallee und dem BVB-Stadion führen. Ein Umweg von mehreren hundert Metern.

Der bisherige Kompromiss hatte unter anderem vorgesehen, dass der Weg grundsätzlich geöffnet bleibt. An bis zu 30 Tagen im Jahr könnte er gesperrt werden, wenn große Messen anstehen. Dann müssten Fußgänger und Radfahrer die rund 160.000 Euro teure Rampe nutzen. Bei Spielen des BVB sollte der Weg als direkte Verbindung zu Stadion immer geöffnet sein.

Die Bezirksvertretung Innenstadt-West hatte temporäre Schließungen zuletzt abgelehnt. Sie befürchtet einen faulen Kompromiss, bei dem die Zahl der Sperrtage „beliebig erhöht werden könnte“. Der Weg solle für Radfahrer und Fußgänger insgesamt erhalten werden.

Dortmund Messe: Gutachten der Dekra sieht „erhebliches Gefahrenpotenzial“

Das Dekra-Gutachten sorgt nun jedoch für erneuten Diskussionsstoff. Denn im Zweifel müssen nicht nur die Westfalenhallen als Pächter, sondern auch die Stadt und gegebenenfalls sogar die Ratsmitglieder haften, wenn auf dem Verbindungsweg einem Fußgänger etwas passieren sollte.

Deshalb befürworten auch die Messe Dortmund sowie deren Gastveranstalter mindestens eine vorübergehende Schließung des Weges. Das Gefahrenpotenzial sei an zahlreichen Stellen „erheblich“ Bislang seien Unfälle mit Passanten „nur durch Glück“ vermieden worden. Auch durch E-Scooter sei die Unfallgefahr zuletzt deutlich gestiegen.

Messe Dortmund: Vorübergehende Sperrung des Stadion-Wegs nötig

Die Messe Dortmund muss dafür sorgen, dass auf dem Verbindungsweg niemand zu Schaden kommt. Das sei jedoch weder durch einen Sicherheitsdienst noch durch das Aufstellen von Schildern in vollem Umfang ausgeschlossen, teilt das Unternehmen mit.

Sollte also beispielsweise ein Radfahrer beim Messe-Aufbau auf dem Weg von einem Radlader erfasst und verletzt werden, müssten die Messe sowie die Stadt Dortmund voraussichtlich Behandlungs- und Rehakosten sowie Schmerzensgeld zahlen. „Diese Kosten gehen schnell in den siebenstelligen Bereich“, steht in einer Stellungnahme der Messe.

Da mittlerweile ein Dekra-Gutachten über die Gefahren vorliegt, stehe bei einem schweren Unfall sogar eine mögliche Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung im Raum, sofern einzelnen Personen Schuld nachgewiesen werden kann. Denn die Gefahr war ja bekannt und die Dekra hatte bereits eine vorübergehende Sperrung empfohlen.

Ganz öffnen? Komplett sperren? Oder ein bisschen öffnen? Wie es im Streit um den beliebten Fußweg zum BVB-Stadion zwischen den Messehallen weitergeht, wird sich also noch zeigen.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/DPA

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