Schonend für den Patienten

Dortmund/St. Johannes Hospital: Ärzten gelingt mit Operation weltweite Sensation

Im St.-Johannes-Hospital Dortmund wurde eine neue Methode an der Herzklappe angewandt.
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Im St.-Johannes-Hospital Dortmund wurde eine neue Methode an der Herzklappe angewandt.

Operationen an der Herzklappe zählen mittlerweile zu gängigen Einsätzen. In Dortmund wurde erstmals eine neue Methode angewandt.

Dortmund – Chefarzt Prof. Dr. Helge Möllmann aus dem St. Johannes Hospital in Dortmund war Studienleiter einer weltweit ersten Studie rund um die Aortenklappe. Nun konnte eine erste Patientin basierend auf den Erkenntnissen mit einem neuen Implantat operiert werden.

Krankenhaus in Dortmund:St.-Johannes-Hospital
Fachabteilungen:13 (u.a. Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Chirurgie)
Mitarbeiter: 2.100 (2018)
Betten: 570

Dortmund: Johannes Hospital behandelt Patienten nach langer Atemnot

Renate B. (82 Jahre) aus Dortmund litt seit längerem schon bei leichter Belastung unter Atemnot. Dieses Problem hat nicht nur ihre Lebensqualität eingeschränkt, sondern sie auch von Aktivitäten grundsätzlich ferngehalten, wie das St. Johannes Hospital aus Dortmund schildert.

Auf Anraten von Professor Helge Möllmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, hat die 82-Jährige sich letztendlich für eine Erneuerung der Herzklappe, auch Aortenklappe genannt, entschieden. Diese kann minimal-invasiv durch Kathetertechnik eingesetzt werden.

Renate B. erhält in Dortmund als weltweit erste Patientin Herzklappenimplantat

Bei den Beschwerden von Renate B. kam in Dortmund zum ersten Mal weltweit eine neue Technik zum Einsatz. Die sogenannte Acurate Neo2 ist nichts anderes als eine Herzklappenprothese, die die Funktion einer kaputten, körpereigenen Aortenklappe übernimmt.

Aber wie funktioniert der Eingriff im Detail? Mit zunehmenden Alter kann die Herzklappe verkalken, was das Öffnen und Schließen beeinträchtigt. Diese sogenannte Aortenklappenstenose zählt zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen (mehr aktuelle Nachrichten aus Dortmund auf RUHR24.de).

Neues System für Operation wird weltweit erstmals in Dortmund eingesetzt

Dahinter steckt eine krankhafte Verengung der Herzklappe am Übergang zwischen Herz und der großen Hauptschlagader. Das kann zu einer schweren Herzschwäche führen. „Das TAVI-Verfahren, bei dem über einen Spezialkatheter eine neue Aortenklappe über die Oberschenkelarterie bis zum Herz vorgebracht und dort implantiert wird, hat sich inzwischen als schonendere Therapieoption etabliert“, so Prof. Dr. Helge Möllmann.

Kathetergeführte Herzklappen-Eingriffe werden laut Informationen des Johannes Hospitals über 750 Mal im Jahr in Dortmund vorgenommen. Allerdings wurde dabei zum ersten Mal weltweit mit dem System Acurate Neo2 gearbeitet. „Dieses TAVI-System hat unter anderem ein neues Dichtungssystem, das sich auch komplexen anatomischen Bedingungen anpassen kann und damit deutlich komplikationsloser ist“, so Prof. Möllman.

Dortmund: Das sind die Vorteile der neuen Methode für die Herzklappe

Die neue Methode hat gleich mehrere Vorteile. So ist die Dauer des Eingriffs vergleichsweise kurz, außerdem muss nicht unter Vollnarkose operiert werden. Die Belastung für den Patienten ist somit gering und schon nach wenigen Tagen kann das Krankenhaus wieder verlassen werden.

„Ich bin sehr überrascht, wie komplikationslos und schnell die Behandlung funktioniert hat. Die OP habe ich machen lassen, weil ich meine Familie liebe und ich noch lange Zeit für sie da sein möchte. Ich blicke jetzt hoffnungsvoll in die Zukunft“, so die 82-Jährige wenige Tage nach dem Eingriff.

Im Mai wurde in Dortmund schon einmal eine neue Methode ausprobiert. Im Klinikum Dortmund wurden gleich zwei Operationen kurz nacheinander durchgeführt, mit einschlagendem Erfolg.

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