"Spin" will durchstarten 

Tochter von US-Autoriesen bringt E-Scooter nach Dortmund und Essen - und kündigt eine Revolution an

Ford-Tochter "Spin" bringt E-Scooter nach Dortmund, Essen und Köln.
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Ford-Tochter "Spin" bringt E-Scooter nach Dortmund, Essen und Köln.

Spin, eine Tochterfirma des US-Autoriesen Ford, verleiht ab kommender Woche E-Scooter in Dortmund und Essen. Der günstige Preis soll Kunden locken.

  • In Dortmund und Essen wird es ab kommender Woche neue E-Scooter geben.
  • Anbieter ist "Spin", eine Tochterfirma des US-Autoriesen Ford.
  • Sie will Kunden mit günstigen Preisen locken und die Mobilität revolutionieren.

Dortmund - Der Markt für die neu eingeführten E-Scooter war im Ruhrgebiet Mitte 2019 heftig umkämpft. Mit etwas Verspätung kommt nun der US-Autoriese Ford mit einem eigenen Angebot um die Ecke. Die Tochterfirma "Spin" will unter anderem in Dortmund und Essen Kunden mit günstigen Preisen locken - und dabei die Fortbewegung revolutionieren.

Unternehmen

Ford Motor Company

Sitz

Dearborn, Michigan (USA)

Gründung

1903

CEO

Jim Hackett

Mitarbeiter

202.000 (2017)

E-Scooter in Dortmund und Essen: Ford-Tochter "Spin" bringt Roller auf die Straße

Lime, Circ, Bird und Tier: Zahlreiche Anbieter haben ab Mitte 2019 E-Scooter auf die Straßen im Ruhrgebiet gebracht. Nicht alle davon haben die Anfangseuphorie heile überstanden. Mit etwas Verspätung entert nun ein wahres Schwergewicht den deutschen Markt: "Spin", eine Tochterfirma des US-Autokonzerns Ford, ist am Mittwoch (10. Juni) in Köln gestartet.

"Wir haben uns die Expansion länger überlegt", sagt Felix Petersen, Europachef von Spin im Gespräch mit RUHR24. Der Start in Deutschland habe sich auch wegen der Coronavirus-Pandemie etwas verzögert. Trotzdem sei man keineswegs spät dran: "Die Konkurrenten haben sich gegenseitig aufgekauft. Und wir haben den längeren Atem", sagt Petersen. 

Spin plant mit E-Scootern eine Revolution im Verkehr

Zudem habe die Pandemie auch eine Erkenntnis gebracht: "Die Coronavirus-Krise zeigt, dass sich der Status der E-Scooter vom belächelten Spielzeug zum essenziellen Fortbewegungsmittel entwickelt", sagt Petersen. In den USA hätten Städte das Unternehmen darum gebeten, die Roller auch in der Pandemie weiter anzubieten, sagt er. Für Klinikpersonal habe man kostenlose Fahrten angeboten.

Die orangenen Roller sollen ohne Grundgebühr nutzbar sein.

Jetzt plant die Ford-Tochter auch in Deutschland nichts anderes als eine Revolution im Verkehr: "Wir glauben, dass es einen wahnsinnigen Wandel geben wird. Die Autos werden aus den Städten verschwinden", ist sich Petersen sicher. Und das schneller, als man glauben mag.

Spin-Chef fordert mehr Mut von Städten wie Dortmund und Essen bei Verkehrswende

Dabei ist Dortmund als Autostadt sicher ein schwieriges Pflaster für den Verkehrswandel. Davon will sich das Unternehmen aber nicht entmutigen lassen. Stattdessen fordere Spin in Gesprächen mit den Städten immer wieder Investitionen etwa in neue Radwege.

"Wir wünschen uns mehr Mut von den Städten", sagt Petersen. Im Ausland sei man deutlich radikaler, etwa was Pop-up-Bike-Lanes angehe. Dort würden immer mehr Straßen für Autos gesperrt, was auch den Händlern zugutekomme. Besonders wichtig seien physische Barrieren, um schwere Unfälle mit Autos zu verhindern.

Über Nacht werde das in Dortmund oder Essen aber nicht gehen. Für das Vorhaben hat das Unternehmen sich daher ein Zeitfenster von zehn Jahren gesetzt.

Spin-Kunden in Dortmund und Essen sollen mit günstigem Preis gelockt werden

Auf die E-Roller locken will Spin die Nutzer im Ruhrgebiet auch mit dem Preis. Pro Minute sollen die E-Scooter zwar 30 Cent kosten. Dafür entfällt aber die Grundgebühr von einem Euro, die andere Anbieter erheben. Das soll kurze Fahrten in der Innenstadt attraktiver machen.

Sonst soll alles beim alten bleiben: Personen ab 18 Jahren können die App herunterladen, QR-Code scannen, mit Kreditkarte zahlen und losfahren. Sie sind voll Haftpflichtversichert, sollten zur Sicherheit aber einen Helm tragen. Wie unsicher manche E-Scooter sind, hat Stiftung Warentest geprüft - mit erschreckendem Ergebnis. Die anonymisierten Nutzerdaten würden zudem auf  Cloud-Servern gespeichert.

Spin hält seine Roller auch in der Coronavirus-Pandemie für "sehr sicher". Sie würden jeden Tag vor und nach der Nutzung desinfiziert, um Schmierinfektionen zu vermeiden. In den USA haben sich nach eigenen Angaben keine Mitarbeiter von Spin durch die Roller angesteckt.

Video: Streit um E-Scooter - Fahrer zu rücksichtslos?

Ford-Tochter will Hunderte E-Roller nach Dortmund und Essen bringen

Hunderte der Roller sollen in Dortmund und Essen ab kommender Woche an festen Orten zu finden sein. Parkplätze, wo gleich mehrere E-Scooter geladen werden können, seien zwar denkbar, aber in Deutschland noch schwer umzusetzen, sagt Petersen.

Dass ausgerechnet Ford als Autohersteller das Unternehmen aufgekauft hat und nun finanziell unterstützt, findet der Europa-Chef von Spin nicht verwunderlich: Bereits seit 2018 investiere der Autohersteller große Summen in neue Mobilitätskonzepte.

Ab kommender Woche sollen die orangenen E-Roller auch in den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Essen zur Verfügung stehen.