Bild: Florian Forth/Dortmund24

In vielen Dortmunder Vierteln leiden die Bewohner unter Parkdruck. Um das zu ändern, sollen in Dortmund mehr Bewohnerparkzonen geschaffen werden. Das Ziel: Fremdparken zu reduzieren. Wir verraten euch, wo und wann diese entstehen sollen und was dafür geschehen muss. 

Im Februar 2013 hat sich der Rat der Stadt Dortmund dazu entschieden, „grundsätzlich wieder das Instrument der Bewohnerparkzonen in Dortmund zur Verbesserung der Parksituation für Anwohner zu nutzen“, wie die Stadt Dortmund bekannt gibt. Zwei Zonen seien seitdem mit Erfolg umgesetzt worden, sagt Ludger Wilde, Stadtplanungsdezernent. So wurden im Gerichtsviertel (zum 1. Oktober 2014) und im Bereich Joseph-Scherer-Straße (zum 1. Januar 2016) neue Bewohnerparkzonen erfolgreich eingerichtet.

Maximal sechs neue Zonen

„Aus Bewohnerschaften erreichte uns dann der Wunsch, auch in weiteren Quartieren weiterzumachen und neue Bewohnerparkzonen zu errichten“, erklärt Wilde. So soll „gebietsfremdes Parken durch Beschäftigte und (City-)Besucher reduziert und ein Beitrag zur Emissionsminderung geleistet werden“. Das spielt auch mit in die Bewerbung um die „Emissionsfreie Innenstadt„. „Die Bewohnerparkzonen sollen die emissionsfreie Innenstadt unterstützen“, erklärt Wilde.

Es gibt 21 Gebiete, die grundsätzlich als Bewohnerparkzonen in Frage kommen, da in diesen hoher Parkdruck besteht. Sechs davon wurden jetzt ausgewählt. Die Verwaltung hat ein sogenanntes Stufenkonzept mit vier Realisierungsstufen mit je vier bis sechs potenziellen Zonen für die Umsetzung vorgeschlagen. Damit liegt ein klarer Fahrplan vor, wie mit dem Thema Bewohnerparken in den nächsten Jahren umgegangen werden soll.

26. September 2017: Grundsatzbeschluss zum Bewohnerparkzonenkonzept für den Cityrandbereich Nachdem sich der Rat der Stadt Dortmund im Februar 2013 dazu entschieden hat, grundsätzlich wieder das Instrument der Bewohnerparkzonen in Dortmund zur Verbesserung der Parksituationen für Anwohner zu nutzen, hat die Verwaltung sowohl im Gerichtsviertel – zum 1. Oktober 2014 – als auch im Bereich „Joseph-Scherer-Straße“ – zum 1. Januar 2016 – neue Bewohnerparkzonen erfolgreich eingerichtet. Aus vielen Wohnbereichen im Umfeld der City ist daraufhin der Wunsch vorgetragen worden, auch in weiteren Quartieren neue Bewohnerparkzonen einzurichten, um gebietsfremdes Parken durch Beschäftigte und (City-)Besucher zu reduzieren und dafür mehr Parkchancen für Bewohner der jeweiligen Quartiere zu schaffen. Mit Bewohnerparkzonen wird nachweislich der Parksuchverkehr reduziert und ein Beitrag zur Emissionsminderung geleistet. Das Konzept flankiert damit auch die Bewerbung um die „Emissionsfreie Innenstadt“. Grafik: Stadt Dortmund
Untersuchungsbereiche zur Einrichtung von Bewohnerparkzonen im Cityrandbereich. Grafik: Stadt Dortmund

Zonen zunächst in Wallring-Nähe

In der Realisierungsstufe 1 mit höchster Priorität sollen zum einen die Quartiere auf eine Bewohnerparkzone hin untersucht werden, die unmittelbar an den Wallring bzw. an bestehende Bewohnerparkzonen angrenzen. Hierzu gehören:

  • die Gutenbergstraße
  • die Geschwister-Scholl-Straße
  • die Löwenstraße
  • Hauptbahnhof/Westerbleichstraße
  • die Ritterstraße
  • und das Unionviertel.

In der Ritterstraße und im Unionviertel ist der Parkdruck vor allem durch die neuen Berufskollegs am Dortmunder U deutlich gestiegen. „Eine konkrete Reihenfolge der Umsetzung innerhalb der Realisierungsstufe wird nicht vorgegeben, um eventuelle Unwägbarkeiten, die im Rahmen der Konzepterstellung oder Beteiligung auftreten, begegnen zu können“, gibt die Stadt bekannt.

Bevor eine Bewohnerparkzone jedoch endgültig eingerichtet werden kann, bedarf es vorher einiger Voruntersuchungen. „Mit der Untersuchung eines Gebietes ist aber nicht zwingend die Einführung einer Bewohnerparkzone verknüpft. Vielmehr kann die Untersuchung auch zum Ergebnis haben, dass eine Bewohnerparkzone für das untersuchte Quartier oder einen Teil des Quartiers nicht das richtige Instrument ist, um den Parkraummangel der ansässigen Wohnbevölkerung zu begegnen“, darauf weist die Stadt hin.

Für die Einführung jeder einzelnen Bewohnerparkzone sind folgende Schritte erforderlich:

  • Untersuchung des Parkdrucks und Erarbeitung eines ersten Entwurfs für ein Bewohnerparkkonzept (in der Regel durch externe Ingenieurbüros)
  • Kenntnisnahme der jeweiligen Bezirksvertretung über diesen Konzeptentwurf und Beschluss über eine Einwohnerversammlung
  • Durchführung der Einwohnerversammlung und Aufnahme von Änderungsvorschlägen
  • Überarbeitung des Entwurfs durch die Verwaltung in ein Bewohnerparkkonzept
  • Einführung der Bewohnerparkzone durch Umsetzung des Beschlusses (Beschilderung, Markierung, Information der Haushalte)
  • Kontrolle der Parkregelung durch die Verkehrsüberwachung

Konzept gegen Bequemlichkeit

2018 sollen bereits die ersten Verfahren wie die Voruntersuchungen beginnen. Vielleicht können nächstes Jahr auch schon zwei bis drei Bürgerinformationen stattfinden, meint Wilde. „Die Umsetzung wird jedoch frühestens 2019 für zwei bis drei Zonen beginnen.“ Insgesamt wird mit einem Zeitraum von etwa drei Jahren gerechnet.

„Die Bewohner leiden unter dem Parkdruck. Es muss denen geholfen werden, die dort wohnen“, kommentiert Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Gleichzeitig weist Dortmunds Oberbürgermeister aber auch noch einmal auf die Alternative hin: „Der Umstieg auf den ÖPNV oder das Fahrrad oder zu Fuß“ seien auch eine Möglichkeit. Dass die Wohngebiete vor Fremdparkern geschützt werden sollen, die eh schon einen Engpass an Parkplätzen haben, ist laut Oberbürgermeister ein „Konzept gegen Bequemlichkeit“.