Nicht nur der Hafen verändert sich

"Smart Rhino" - Dortmund bekommt im Unionviertel ein neues Szenequartier - Milliardeninvestition

Auf dem ehemaligen HSP-Gelände im Unionviertel unweit der Dortmunder Innenstadt soll ein neues modernes Quartier entstehen.
+
Auf dem ehemaligen HSP-Gelände im Unionviertel unweit der Dortmunder Innenstadt soll ein neues modernes Quartier entstehen.

Nahe der Innenstadt soll in den kommenden Jahren ein neues Viertel entstehen und die FH Dortmund einen neuen Standort bekommen. Die Kosten sind immens.

  • Das ehemaligeHSP-Gelände im Unionviertel unweit der Dortmunder Innenstadt wird sich wandeln.
  • Entstehen soll dort in den kommenden Jahren ein modernes Quartier und ein neuer Standort der FH Dortmund.
  • Die Kosten des Projektes "Smart Rhino" liegen in Milliardenhöhe.

Dortmund - Mit "Smart Rhino" hat Dortmund ein neues bauliches Großprojekt gewonnen. Auf dem ehemaligen HSP-Gelände im Unionviertel soll in den kommenden Jahren ein urbanes Quartier entstehen und die FH Dortmund einen neuen zentralisierten Standort bekommen. Doch was steckt hinter den Plänen?

Dortmund: Smart Rhino auf ehemaligen HSP-Gelände im Unionviertel

Konkret geht es bei Smart Rhino darum, in zentraler Lage in Dortmund - ähnlich wie im Hafenquartier in der Nordstadt - einen modernen neuen Lebensraum zu entwickeln. Dabei stehen Aspekte wie Wohnen, Bildung, Freizeit und Gesundheit an vorderster Stelle. Grünflächen und ein kleiner See entlang der Emscher sollen das Ganze zusätzlich aufwerten und eine Möglichkeit der Naherholung bieten.

"Mit Smart Rhino entsteht ein beispielhafter Innovationsraum auf einer innerstädtischen Industriebrache mit internationaler Pilotwirkung, und zwar nicht nur für Dortmund, sondern für die gesamte Region", sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Auf dem ehemaligen HSP-Gelände befinden sich drei Gebäude aus dem 20. Jahrhundert, die an die Industrie erinnern.

Dortmund: Fachhochschule bekommt am Smart Rhino einen neuen Standort

Besonders im Fokus steht die Entwicklung eines neuen Standortes für die FH Dortmund. Die soll am Smart Rhino endlich zentralisiert werden und mitten auf dem Quartier einen modernen "Zukunftscampus" bekommen.

Aktuell ist die Fachhochschule mit ihren rund 14.000 Studierenden auf zwei Standorte im Kreuzviertel und auf dem Campus der Technischen Universität verteilt. Eine eher ungünstige Situation, die Prof. Dr. Wilhelm Schwick, Rektor der FH Dortmund, auch als "Unterbringungsproblematik" bezeichnet.

"Derzeit stoßen wir beim Lehrbetrieb räumlich bereits an unsere Grenzen. Und die Verteilung auf mehrere Standorte macht echte Interdisziplinarität fast unmöglich. Nur mit der expliziten Unterstützung der Landesregierung und der involvierten Ministerien wird diese Transformation der Hochschule möglich sein", so Schwick zum Thema Smart Rhino. 

Dortmund: Klimafreundliches Quartier dank Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr

Damit die Studierenden auch weiterhin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum neuen Campus fahren können, soll die Stadtbahn ausgebaut und die H-Bahn vom Uni-Campus über den Smart Rhino bis zur Nordstadt verlängert werden. 

Die H-Bahn verbindet den Süd- und Nordcampus der TU Dortmund. Jetzt soll sie verlängert werden.

Ziel dieses neuen Mobilitätskonzeptes ist es, das neue Stadtquartier möglichst klimafreundlich zu gestalten und die CO2-Bilanz zu reduzieren. Eine Reduktion des Kfz-Verkehrs um 50 Prozent sei dabei das große Wunschziel. Ob dies erreicht werden kann, hängt jedoch davon ab, wie schnell der öffentliche Nahverkehr rund um den Smart Rhino angepasst werden kann.

"Wir brauchen dringend eine Anbindung des Quartiers mit der H-Bahn, um den Bedürfnissen der Menschen die dort in Zukunft wohnen, studieren und arbeiten gerecht zu werden", so Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund.

Dortmund: Smart Rhino wird Teil von örtlichen und regionalen Projekten

Eine Machbarkeitsstudie, die das ehemalige HSP-Gelände und die Planung des Smart Rhino untersucht hat, fällt nach aktuellem Stand positiv aus. Die Essener Thelen Gruppe, Eigentümer des HSP-Geländes, und die Stadt Dortmund  hoffen im nächsten Schritt darauf, dass der Rat der Stadt den Plänen des Smart Rhino im Juni 2020 zustimmen wird.

Der Plan sei es, das urbane Wohn- und Arbeitsquartier in örtliche und regionale Initiativen und Entwicklungsprojekte in Dortmund einzubetten. Dazu zählen die Projekte "nordwärts", die IGA Metropole Ruhr 2027 und die Ruhr-Konferenz.

Am Hiltropwall in der Innenstadt in Dortmund soll ein futuristisches Gebäude bestehen, dass sogar bundesweit Stahlkraft besitzen soll. Seit 20 Jahren plant die Stadt das Projekt.

Dortmund: Kosten von Smart Rhino liegen in Milliardenhöhe

Zu den Kosten des Smart Rhino liegen nach aktuellem Stand konkrete Zahlen vor. So sollen die Baukosten der Wohnräume, Kita, Fachhochschule, Berufskolleg, Science Factories, Gastronomie und Hotelgewerbe sowie Parken bei rund 1,74 Milliarden Euro liegen. Die Summe wird von der Thelen Gruppe als Investor zum Großteil selbst getragen.

Knapp 110 Millionen kommen für den Ausbau der Stadtbahn und H-Bahn noch mal hinzu, sodass sich die Gesamtkosten des Projektes Smart Rhino auf 1,8 Milliarden Euro belaufen. Die Finanzierung des Nahverkehrs soll dabei von Fördermitteln der Stadt Dortmund getragen werden.

Bis wann das Smart Rhino fertig sein soll, ist derzeit noch nicht klar. Konkrete Pläne zum Bauplan gibt es nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass sich das Projekt über mehrere Jahre ziehen wird. Ob erste Gebäude zur IGA 2027 stehen werden, bleibt abzuwarten. 

Mehr zum Thema