Westfalenhallen

Dortmund: Guido Maria Kretschmer und Sky du Mont protestieren gegen umstrittene Messe – Stadt reagiert

Die Messe „Jagd & Hund“ in Dortmund stößt auf prominenten Widerstand. Zwei bekannte TV-Gesichter kritisieren Reise-Angebote, die es dort seit Jahren gibt. Ist die Kritik berechtigt?

Update, Montag (21. Juni), 14.51 Uhr: Inzwischen hat die Stadt Dortmund Stellung genommen zur Aufforderung von Sky du Mont und Guido Maria Kretschmer, gegen sogenannte „Trophäen-Jagdreisen“-Angebote auf der Messe „Jagd & Hund“ in den Dortmunder Westfalenhallen vorzugehen.

Gegenüber unserer Redaktion heißt es aus der Pressestelle des Oberbürgermeisters Thomas Westphal schriftlich: „Der OB bleibt bei seiner Zusage, die er bereits am 20. Mai im Vorfeld der damaligen Ratssitzung Vertreter*innen einer dort protestierenden Tierrechtsorganisation gegeben hat.“

Westphal werde eine Ethikkommission ins Leben rufen, die sich mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen solle. Zu entsprechenden Sitzungen würden auch Tierrechtsorganisationen eine Einladung bekommen, so der Sprecher des Oberbürgermeisters.

Erstmeldung, Samstag (19. Juni), 10.32 Uhr: Dortmund – Sky du Mont und Guido Maria Kretschmer sind eigentlich für Filme und Mode bekannt. Jetzt schalten sich die TV-bekannten Promis aber in Sachen „Jagd & Hund“ in Dortmund ein. Du Mont und Kretschmer unterstützen damit die Aktivisten der Tierschutzorganisation Peta.

MesseJagd & Hund
AustragungsortWestfalenhalle
StadtDortmund

Dortmund: Sky du Mont und Guido Maria Kretschmer wollen Messe-Angebot auf „Jagd & Hund“ stoppen

Die Organisation kritisiert die Messe seit Jahren wegen dort angebotener Jagdreisen ins Ausland, bei denen seltene Tierarten wie Löwen, Elefanten, Nashörner und Eisbären geschossen werden können. Erst 2022 findet die nächste „Jagd & Hund“ statt, 2021 fiel sie wegen Corona aus.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat sich Peta fünf Promis ins Boot geholt. Die wohl bekanntesten Namen sind Schauspieler Sky du Mont (74, „Der Schuh des Manitu“) und Mode-Schöpfer und Fernsehmoderator Guido Maria Kretschmer (56).

Dortmund: TV-Promis unterstützen Kampf gegen Jagdreisen auf „Jagd & Hund“

Sky du Mont unterstützt Peta bereits in anderen Anliegen – etwa in der Kampagne gegen Meereszoos. Im März 2021 appellierte er mit einem Video an TUI-Chef Friedrich Joussen, Delfinarien weltweit aus dem Programm zu streichen.

Neben den beiden TV-Größen unterstützen auch Alexandra von Rehlingen (eine der bekanntesten PR-Unternehmerinnen Deutschlands), Tim Bengel (Shootingstar der deutschen Kunst-Szene) und Ariane Sommer (Autorin und It-Girl) die Forderung von Peta.

OB Thomas Westphal bekommt Brief von Peta – Dortmund wegen „Jagd & Hund“ unter Zugzwang

Inzwischen ist sogar ein gemeinsames Schreiben an Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) und die Fraktionen im Stadtrat gegangen. Darin die Aufforderungen, Trophäenjagdreisen auf der Jagdmesse zu verbieten. Bereits 2020 hatte es einen ähnlichen Brief gegeben, damals noch an Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Gegenüber RUHR24 konnte sich die Stadt am Freitag (18. Juni) nicht äußern und kündigte ein Statement für Montag (21. Juni) an.

Die Tierschützer kritisieren die Lust am Töten und das damit einhergehende finanzielle Geschäft der Reiseveranstalter. Die These der Befürworter dieser Reisen, Trophäenjagden wären dem Artenschutz dienlich, bezeichnet Peta in ihrem Brief als „vollkommen abwegig“.

Kritik an „Jagd & Hund“ in Dortmund – WWF duldet kontrollierte Jagd

Dabei duldet sogar die Umweltorganisation WWF kontrollierte Jagd, um bestimmte Populationen länger zu erhalten. Sie sieht das kontrollierte Jagen als das kleinere Übel an, als etwa die unkontrollierte Wilderei.

Zudem betont der WWF die Bedeutung der Jagd für die lokale Bevölkerung: Sie bringe im Optimalfall Geld und sichere das sichere Zusammenleben von Mensch und Tier.

Auf der Messe "Jagd und Hund" finden unter anderem Greifvogelvorführungen statt.

Voraussetzungen dafür sei allerdings unter anderem, dass keine gefährdeten Arten gejagt würden, die Jagd unter strenger gesetzlicher Kontrolle stattfinde und die Population der gejagten Arten nicht abnehme. Kritiker monieren aber, dass diese Voraussetzungen nicht immer gegeben seien.

WWF zu Messe-Streit in Dortmund: Trophäenjagd funktioniert lange nicht überall

Der WWF Deutschland fasst zusammen: „Trophäenjagd funktioniert lange nicht überall. Zu viele Tiere werden geschossen, Regulationen funktionieren nicht. Regeln werden nicht hinreichend umgesetzt und das Geld kommt nicht ausreichend bei der lokalen Bevölkerung und dem Naturschutz an. Gleichzeitig ist Trophäenjagd vor allem in Teilen Afrikas Teil der Realität.“

Rubriklistenbild: © Florian Forth/RUHR24; Georg Wendt/Picture Alliance, Marius Engels; Collage: RUHR24