Hitzige Silvester-Debatte

Dortmund: Feuerwerk an Silvester - Lobby-Verband schlägt Alternative vor

Die Corona-Pandemie erhitzt die Debatte um ein Böller-Verbot an Silvester. Der BUND Dortmund hat eine klare Forderung und eine Empfehlung an die Bürger.

Dortmund – Die Debatte um ein Verbot von Feuerwerkskörpern an Silvester keimt Jahr für Jahr wieder auf. In diesem Jahr wird sie angesichts der Coronavirus-Pandemie besonders hitzig geführt. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Dortmund spricht sich deutlich für ein Böller-Verbot aus.

Dortmund: BUND fordert Böller-Verbot an Silvester nicht nur wegen der Corona-Pandemie

In einer Pressemitteilung heißt es, dass man den neu gewählten Rat in Dortmund bitten werde, sich kurzfristig mit einem entsprechenden Beschluss zu befassen. In den vergangenen Jahren hatte es ein entsprechendes Böller-Verbot an Silvester aus Brandschutzgründen nur auf einigen ausgewählten öffentlichen Plätzen in der Stadt gegeben.

„Zumindest in diesem Jahr“, so schreibt der BUND, müsse ein Verbot von Feuerwerkskörpern für das gesamte Dortmunder Stadtgebiet erlassen werden. Das begründet der Verband zum einen mit der Corona-Lage, zum anderen mit der hohen Schadstoff- und Lärmbelastung. Mit einem entsprechenden Verbot würde zudem die Unfallgefahr für Menschen und Tiere vermieden und ein „maßgeblicher Beitrag“ zur Luftreinhaltung geleistet werden.

2019 sei der zulässige Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft auch zwei Tage nach Silvester deutlich überschritten worden. An der Messstation Steinstraße sei ein Wert von 117 registriert worden, an der Brackeler Straße wurden 256 Mikrogramm gemessen.

BUND Dortmund fordert: Geld für Corona-Hilfsfonds statt für Feuerwerk an Silvester

Der BUND Dortmund bittet die Bevölkerung, in diesem Jahr auf das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu verzichten. Stattdessen könnte man die eingesparten Gelder an einen von der Stadt und sozialen Trägern eingerichteten Hilfsfonds für Corona-Geschädigte spenden.

Rainer Wendt spricht sich für ein Böller-Verbot an Silvester aus.

Zuletzt hatte sich bereits Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, für ein Böller-Verbot an Silvester ausgesprochen. Gegenüber BILD (Donnerstagsausgabe) gab Wendt zu bedenken, dass sich zum Silvesterböllern „rasch Alkohol, Personengruppen und Partystimmung“ gesellten. Das sei angesichts der Corona-Pandemie aber nicht angesagt.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie mahnt vor derart drastischen Beschlüssen. „Das würde für die Branche mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die Insolvenz bedeuten, und das Feuerwerk wäre dann ein für alle Mal in Deutschland nicht mehr vorhanden“, so Verbandschef Thomas Schreiber im Rundfunk Berlin-Brandenburg.

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