Neuer Lieferservice

Finnischer Lieferdienst verspricht Dortmund neuen „35-Minuten“-Service

In Dortmund können Blumenfreunde nun ihre Pflanzen online bestellen. Durch die Kooperation zweier Unternehmen sollen Kunden nicht lange warten müssen.

Dortmund – Immer mehr Menschen bestellen online. Lieferdienste wie „Lieferando“ oder „Wolt“ oder Online-Gigant Amazon profitieren nicht erst seit der Corona-Pandemie von der Kauflust im Internet. Der Trend hält an. Unter anderem in Dortmund will nun eine weitere Branche von der Kauflaune im Internet profitieren – verbunden mit einem Versprechen.

Neuer Lieferdienst in Dortmund will Blumen schnell zu den Kunden bringen

Der neue Service des deutschen Blumenhandels „Blume2000“ dürfte besonders Dortmunder Pflanzenfreunde interessieren. Denn um Blumenliebhaber in Großstädten wie Berlin, Köln, Frankfurt und eben auch Dortmund den Gang in den Blumenladen zu ersparen, bietet das Unternehmen seit 2023 offiziell einen Lieferservice an.

Dafür ist der unter anderem in Dortmund beheimatete Blumenhändler eine Kooperation mit dem 2014 gegründeten, finnischen Lieferdienst „Wolt“ eingegangen. Dieser ist bereits seit April 2022 auch in Dortmund aktiv. Von der Kauflaune im Internet will auch das junge Unternehmen profitieren.

Neben bereits bestehenden Kooperationen mit Restaurants oder Großkonzernen wie Penny oder Nivea plane man nun, „immer mehr lokale Einzelhändler aus Dortmund“ zu berücksichtigen, erklärt Fabio Adlassnigg, Leiter Kommunikation bei „Wolt“, gegenüber RUHR24.

Kooperation mit Blume2000 – Wolt will „immer mehr lokale Einzelhändler aus Dortmund“ berücksichtigen

Das Besondere: „Wolt“ unterhalte kein eigenes Warenlager. Die Wolt-Kuriere in den markanten himmelblauen Outfits holen die bestellte Ware in der Blume2000-Filiale im Dortmunder Westhellenweg 72 ab und beliefern die Kundschaft innerhalb von 35 Minuten – so zumindest das Versprechen.

Damit die bestellten Pflanzen auch im Berufsverkehr pünktlich in abgelegeneren Stadtteilen wie Wickede, Syburg oder Brechten ankommen, müssen sich die Kuriere also ganz schön beeilen. Ganze 60 frische Blumen-Artikel sollen auf diese Weise schnell in Dortmunder Haushalten landen.

Die Lieferung kostet laut Wolt 1,90 Euro, der Mindestbestellwert liegt bei 10,00 Euro. Dortmunder Blumenfreunde können die Ware montags bis samstags zwischen 11 und 19 Uhr bestellen. Auf Nachfrage, ob und wie Kunden im Fall einer nicht pünktlichen Lieferung im Rahmen der versprochenen 35 Minuten entschädigt werden, äußerte sich Blume2000 gegenüber RUHR24 nicht. Auch zur bisherigen Resonanz der Dortmunder gab es keine Antwort.

Wolt-Kuriere müssen sich in Dortmund beeilen – 35-Minuten-Versprechen an die Kunden

Hoffnung, dass Pflanzenfans in Dortmund vollends auf ihre Kosten kommen, macht den beiden Unternehmen die erfolgreiche Testphase im Sommer 2022. Diese habe die Konzernspitze von Blume2000 „voll und ganz überzeugt“, erklärt Ulrike Heuser, Leitung Brand Marketing & Presse beim Blumenhändler. Man freue sich sehr, dass man den Kundinnen und Kunden durch die Zusammenarbeit mit Wolt „ihre Auswahl nun noch schneller liefern“ könne.

Bei der versprochenen schnellen Lieferung stellt sich automatisch auch die Frage nach den Arbeitsbedingungen bei „Wolt“. Gegenüber der taz erklärte das Unternehmen, man sei als finnisches Unternehmen „tief verwurzelt mit dem skandinavischen Wohlfahrtsstaat“.

Lieferdienst „Wolt“ kontert Kritik – Dortmunder Fahrer werden „spürbar über dem Mindestlohn“ bezahlt

Doch frei von Kritik, beispielsweise vonseiten der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), bleibt das junge Unternehmen derweil nicht. Sie zielt auf die Bezahlung, die Nutzung eigener Fahrzeuge, die Überwachung der zurückgelegten Kilometer sowie die, im Gegensatz zu „Lieferando“, noch befristeten Arbeitsverträge ab.

Demgegenüber äußerte Wolt, dass man keine Dumpinglöhne zahle, sondern seine sozialversicherten Angestellten „spürbar über dem Mindestlohn“ vergüte. Der Verdienst liegt nach Unternehmensangaben bei 12 bis 18 Euro pro Stunde. Das Tracking der Kuriere sei erforderlich, „um ein faires Entgelt sicherzustellen“ und mit der Datenschutzgrundverordnung konform, erklärt Adlassnigg.

Der Lieferdienst „Wolt“ und „Blume2000“ kooperieren.

Lieferdienst „Wolt“ will nicht nur in Dortmund „gegen Amazon und Co (...) bestehen“

Auch gegen die Entfristung der Arbeitsverträge seiner Dortmunder Kuriere spreche aus Sicht des Unternehmens nichts. Man sei „dran, die Entscheidung dauert nur ein bisschen“, erklärt der Sprecher weiter (mehr News aus Dortmund auf RUHR24).

Dass Wolt und Blume2000 unter anderem in Dortmund nun zusammenarbeiten, sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem anspruchsvollen Ziel: „Wir wollen dem Einzelhandel das Rüstzeug an die Hand geben, um gegen Amazon und Co. zu bestehen“, erklärt Adlassnigg gegenüber RUHR24.

Rubriklistenbild: © Jonathan Hefner/Wolt

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