Energiekrise in NRW spürbar

Dortmunder Schwimmbäder senken Temperaturen auf teils unter 25 Grad

Um Energie zu sparen, müssen Hallenbäder in Dortmund die Temperatur herunterdrehen. Die Sportwelt Dortmund erklärt, was die Gäste erwartet.

NRW – Die Inflation und die Energiekrise halten Verbraucherinnen und Verbraucher weiter in Atem. Ein Schwimmbadbesuch in einem Dortmunder Schwimmbad – eigentlich eine stets willkommene Ablenkung vom krisengeplagten Alltagsstress – erscheint vielen da wohl verlockend. Doch hier ist die Energiekrise körperlich besonders spürbar, denn die Bäder in NRW werden heruntergekühlt – die Sportwelt Dortmund geht schwierigen Zeiten entgegen.

Sportwelt Dortmund gGmbHSchwimmverein in Dortmund
FreibäderWellinghofen, Hardenberg, Volkspark, Froschloch
HallenbäderHombruch, Lütgendortmund, Brackel, Mengede

Dortmunder Sportwelt blickt sorgenvoll auf den kommenden Winter – keine Rücklagen vorhanden

Doch was heißt hier entgegen? Bereits im vergangenen Sommer kamen nicht so viele Schwimmbegeisterte, wie es sich Jörg Husemann, Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund, gewünscht hatte. „Obwohl es ein recht warmer Sommer war, hatten wir leider wenig wirklich heiße Tage, an denen unsere Freibäder richtig gut besucht wurden“, heißt es auf der Homepage des Bäder-Betreibers.

Ein Umsatzrückgang im Vergleich zu 2018 und 2019 sei die Folge gewesen, Rücklagen für den bevorstehenden Krisenwinter konnten nicht gesichert werden. Keine besonders rosigen Aussichten für die vier Hallenbäder der Sportwelt in Brackel, Hombruch, Mengede und Lüdgendortmund.

Vom Weihnachtsmarkt hin zu Hallenbädern – Betreiber müssen Energie sparen

Nicht nur auf Weihnachtsmärkten, wo eine geringere Beleuchtung Energie sparen soll, bekommt man einen unmittelbaren Einblick in die Auswirkungen der Energiekrise. Wer sich kürzlich ins sprichwörtlich „kühle“ Nass eines Dortmunder Hallenbads gestürzt hat, wird den Temperaturunterschied im Vergleich zu den vergangenen Jahren wohl gespürt haben.

Die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine prägen den Alltag deutscher Verbraucher schon seit Monaten. Wer, wie die Sportwelt Dortmund, auf Besucher angewiesen ist, gleichzeitig aber auch viel Energie verbraucht, steckt in der Klemme.„Wir machen uns natürlich Gedanken, wo wir Einnahmen generieren können und wo Einsparungen möglich sind“, so Husemann weiter.

Sportwelt Dortmund und Dortmunder Freizeitbetriebe müssen Wassertemperatur senken

Gemäß der Vorgaben der Stadt Dortmund werde man während der kalten Wintermonate die Wassertemperatur in den vier Hallenbädern senken müssen, so Husemann. Wenigstens eine Temperatur von 24,9 Grad in den Schwimmbecken und 29 Grad in Lehrschwimmbecken sollen aber gehalten werden. Auch in anderen Dortmunder Schwimmbädern muss die Wassertemperatur je nach Becken auf 26 Grad gesenkt werden, berichtet die WAZ.

Besonders für Kinder und betagtere Schwimmer ist der Temperaturunterschied in Dortmunds Hallenbädern eine Herausforderung. In heruntergekühlten Hallenbädern besteht das Risiko einer Erkrankung, in manchen Fällen droht eine Lungenentzündung – keine idealen Voraussetzungen für einen schönen Badetag.

Dortmunder Hallenbäder beschäftigen sich schon länger mit Energiesparmaßnahmen

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten. Schließlich befasse man sich bei der Sportwelt Dortmund „bereits seit einigen Jahren“ mit Energiesparmaßnahmen, wobei auch alternative Heiz- und Beleuchtungsmethoden zum Einsatz kommen.

So würden die vier Hallenbäder „seit einiger Zeit nur noch mit LED-Licht beleuchtet“, in Zukunft wolle man zudem auf Blockheizsysteme und Fotovoltaik umsteigen, so Husemann weiter. Seit Langem sei man sich „bewusst, dass hier etwas geschehen muss“.

Im Schwimmbecken von Dortmunder Hallenbädern wird es im Winter wohl spürbar kälter.

Energiepreise werden Schwimmbadbesuch wohl teurer machen – Kaltes Wasser schreckt ab

Trotz all dieser Maßnahmen blicken die Stadt und auch die Sportwelt mit Sorge auf die kalten Wintermonate. Im kommenden Jahr erwarte die Sportwelt Dortmund durch die gestiegenen Energiepreise „eine mindestens höhere sechsstellige Summe an Energiepreissteigerungen“, erklärt Husemann.

Vorgesehen seien nach aktuellem Stand Steigerungen zwischen 200 und 300 Prozent. Auch die Stadt Dortmund will Preise für Schwimmbäder, Zoos und weitere Freizeitbetriebe erhöhen.

Der Besuch eines Schwimmbads der Sportwelt Dortmund, aber auch in weiteren Hallenbädern der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund, kann also im bevorstehenden Winter nicht nur deutlich erfrischender, sondern deutlich teurer werden. Angesichts der steigenden Ängste in NRW vor den explodierenden Lebenshaltungskosten wird sich so mancher Badegast wohl zweimal überlegen müssen, ob ein Schwimmbad-Besuch in heruntergekühlten Becken dann überhaupt noch möglich ist.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago

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