Einigung mit der Bezirksregierung

Nach Masken-Eklat in Dortmund: Schüler darf jetzt doch zur Prüfung - aber muss finanziell bluten

Ein Schüler aus Dortmund, der wegen eines Verstoßes gegen die Maskenpflicht beinahe seinen Abschluss verloren hat, sorgt derzeit für Aufregung.
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Ein Schüler aus Dortmund, der wegen eines Verstoßes gegen die Maskenpflicht beinahe seinen Abschluss verloren hat, sorgt derzeit für Aufregung.

Nach dem ein Schüler in Dortmund aufgrund eines Masken-Verstoßes von einer Abschlussprüfung ausgeschlossen wurde, gibt es nun eine Einigung vor Gericht.

  • Seit einigen Wochen gilt in den Schulen in NRW eine Maskenpflicht - besonders bei Klausuren und Abschlussarbeiten.
  • Weil sich ein Dortmunder Schüler nicht daran gehalten hat, hat er zunächst eine harte Strafe bekommen.
  • Die Bezirksregierung Arnsberg hat ihn von den Abschlussprüfungen ausgeschlossen - doch nun gibt es eine Einigung.

Update, Montag (13. Juli), 8.47 Uhr: Dortmund - Der Streit zwischen einem Schüler aus Dortmund, der auf einem Schulflur seine Maske nicht getragen hatte, und der Bezirksregierung in Arnsberg, ist beendet. Der Schüler darf jetzt doch eine Prüfung für seinen Realschulabschluss ablegen.

Der 18-Jährige war von dieser Prüfung ausgeschlossen worden, nachdem er nach einer ersten Prüfung auf einem Schulflur einer Realschule ohne Maske erwischt worden war. 

Im Gerichtsstreit zwischen dem 18-Jährigen und der Bezirksregierung Arnsberg ist es nun zu einem Vergleich gekommen. Der Dortmunder darf nachträglich an den mündlichen Abschlussprüfungen Ende August teilnehmen. Im Gegenzug hat der Dortmunder seine Klage gegen die Bezirksregierung zurückgezogen. Er muss jetzt anteilig die Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von rund 1.000 Euro zahlen.

Von Prüfung ausgeschlossener Schüler: Schule in Dortmund wehrt sich

Update, Dienstag (7. Juli), 8 Uhr: Dortmund - Nun meldet sich die Schule des von einer Abschlussprüfung ausgeschlossenen Dortmunder Schülers zu Wort.

Die Karl-Müchler-Schule in Dortmund sei zu Unrecht ins schlechte Licht gerückt worden, teilt die Schulleitung schriftlich mit. Sie sei für den Ausschluss des Schülers von der Abschlussprüfung gar nicht verantwortlich. Der Grund: Bei der Karl-Müchler-Schule handelt es sich um eine private Ergänzungsschule. 

"Abschlussprüfungen zur Erlangung der Fachoberschulreife werden an staatlichen Schulen durchgeführt", heißt es von dessen Schulleiterin Barbara Kulke. Der Vorfall bezüglich des Schülers Ari habe sich demnach nicht an der Karl-Müchler-Schule, sondern an einer staatlichen Realschule ereignet.

Update, Montag (6. Juli), 11.45 Uhr: Dortmund - Im Falle eines Schülers aus Dortmund, der offenbar nicht an einer Abschlussprüfung teilnehmen durfte, weil er in einer Pause auf dem Flur keinen Mundschutz getragen hatte, kommt jetzt Bewegung.

Am Montag hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau zu Wort gemeldet. "Wenn sich das so ereignet hat, wie vom Schüler beschrieben, dann ist die Entscheidung der Bezirksregierung Arnsberg unangemessen und ungerecht", schreibt Butschkau in einer Mitteilung.

SPD-Frau verteidigt Schüler aus Dortmund

Die Entscheidung sei weder pädagogisch noch ordnungsrechtlich nachvollziehbar. Mit ihrer Entscheidung nehme die Bezirksregierung "drastischen Einfluss" auf den weiteren Bildungs- und Lebensweg des Schülers. Tat und Strafe stünden in keinem Verhältnis zueinander.

Dann bläst Butschkau zur Attacke in Richtung Arnsberg: "Von einer sauerländischen Amtsstube erwarte ich mehr Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen." 

SPD-Landtagsabgeordnete schreibt Brief an NRW-Schulministerin

Die SPD-Frau habe sich nun dazu entschieden, sich mit einem Brief an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zu wenden, um sie zu bitten, die Entscheidung rückgängig zu machen und sich dafür einzusetzen, dass der Schüler seine Abschlussprüfung zu Ende führen kann.

Erstmeldung, Freitag (3. Juli), 17.30 Uhr: Ein kurioser Fall aus Dortmund macht derzeit Schlagzeilen. Ein Schüler einer privaten Schule im Dortmunder Stadtteil Hörde hat wegen der Maskenpflicht seine Mittlere Reife nicht bestanden.

Dortmunder Stadtteil

Hörde

Postleitzahl

44263

Eingemeindung

1. April 1928

Einwohner

25.837 (Stand: 31. Dezember 2018)

Bevölkerungsdichte

4.367 Einwohner/km²

Statistischer Bezirk

53

Dortmund: Abschlussprüfungen mit Schutzmaske für Schüler von Hörder Schule

Am 17. Juni stand für den Schüler die Prüfung in seinem Lieblingsfach Mathematik an. Natürlich ein ganz besonderer Tag, wenn man kurz vor seinem Abschluss steht (alle Nachrichten aus Dortmund bei RUHR24).

"Das ist mein Lieblingsfach. Mir fielen die Aufgaben leicht. Als ich fertig war, ging ich mit ein paar Kumpels auf den Flur. Wir waren gut drauf, erleichtert, es hinter uns zu haben", so der Schüler gegenüber Bild (Bezahlschranke).

Schüler ohne Schutzmaske erwischt: Konsequenzen für Ari aus Dortmund

Während Ari aus Dortmund mit seinen Freunden im Schulflur stand und sich unterhielt, nahm er seine Schutzmaske trotz Maskenpflicht in der Schule ab. Kurz darauf sei eine Aufsichtsperson gekommen, die die Gruppe wegen des Lärms ermahnen wollte.

Wegen des Coronavirus gelten auch in den Schulen Maskenpflicht. Davon sind auch die Abschlussklassen nicht ausgenommen.

Der Aufsichtsperson habe sie dann auch auf das Tragen des Mundschutzes aufmerksam gemacht. Ari dazu: "Lachend habe ich sie aufgesetzt. Dann sind wir raus, ich habe mir nichts weiter dabei gedacht."

Kein Schulabschluss: Ari aus Dortmund wegen abgesetzter Schutzmaske ausgeschlossen

Die Quittung folgte zwei Tage später im Briefkasten, denn die Bezirksregierung Arnsberg hat den Vorfall im Schulflur nach den Abschlussprüfungen mitbekommen. In dem Schreiben soll gestanden haben, dass der Schüler von der weiteren Teilnahme am Prüfungsbetrieb ausgeschlossen wird.

Dass das nicht-einhalten der geltenden Corona-Schutzregeln massive Folgen haben kann, merken derzeit auch die Patienten in einem Krankenhaus im Ruhrgebiet: Weil sich Besucher nicht an die Regeln hielten, verhängte das Krankenhaus nun ein allgemeines Besuchsverbot.

Video: Endlich wieder Schule: Erster Schultag nach den langen Corona-Ferien

"Ich konnte das gar nicht glauben, habe mich sofort entschuldigt und sogar angeboten, die Schule zu putzen. Ich brauche doch den Abschluss. Ich habe schon einen Platz an einem Berufskolleg in Bochum. Da will ich mein Fach-Abi machen, um Polizist zu werden", erklärt Ari.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, sucht der Schüler nun Rat bei einem Rechtsanwalt aus Dortmund. Dieser findet das Ausschließen des 18-Jährigen von den Abschlussprüfungen unverhältnismäßig und hat deshalb Klage angereicht.

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