Dortmund setzt auf noch mehr Müll-Ermittler: Warum das aktuelle Konzept gescheitert ist

Müll am Straßenrand
+
Müll am Straßenrand

Dortmund/NRW - Dortmund sagt Müll-Sündern den Kampf an. Spezielle Ermittler sollen für mehr Sauberkeit sorgen. Doch das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt.

Dortmund sagt Müll-Sündern den Kampf an. Spezielle Ermittler sollen künftig für mehr Sauberkeit sorgen. Doch das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt.

  • Acht neue Mitarbeiter sollen sich um Müll-Sünder in Dortmund kümmern.
  • Bislang gingen zwei "Müll-Detektive" auf die Jagd nach Umweltverschmutzern.
  • Doch sie hatten keine ausreichenden Befugnisse, um Sünder dingfest zu machen.

Stadt Dortmund will Müll-Sünder mit acht neuen Mitarbeitern jagen

Wenn neben dem Glas-Behälter Teppiche und neben dem Papier-Container alte Kanister voller Farbe stehen, dann ärgern sich viele Bürger in Dortmund. Wer tut sowas?

Um diese Frage künftig besser beantworten zu können, setzt die Stadt Dortmund künftig wohl auf den sogenannten "Ermittlungsdienst Abfall" (EDA). Er umfasst insgesamt acht Mitarbeiter. Jeweils vier Mitarbeiter kommen von der Entsorgung Dortmund (EDG) und vier Mitarbeiter von der Stadt.

Die Müll-Ermittler bilden bis zu vier doppelt besetzte Teams. Die vier städtischen Mitarbeiter verfügen zudem über hoheitliche Befugnisse, etwa Erlaubnis der Abfrage der Personalien.

Zahlen der Einsätze steigen seit Jahren

Dass jetzt die Müll-Ermittler auf Streife gehen, ist eine Schlussfolgerung der Vorfälle vergangener Jahre. Die Zahlen der Einsätze der EDG und die Menge des zu beseitigenden Mülls seien laut Stadt seit zehn Jahren ansteigend.

Als Grund dafür nennt die Stadt die relativ kleine Gefahr, beim illegalen Abladen von Müll erwischt zu werden. "Die Verursacherermittlung und der gerichtsfeste Täternachweis gelingen bislang in zu wenigen Fällen", heißt es von der Stadt.

Aktuell gehen zwei "Mülldetektive" in Dortmund auf die Jagd nach Müll-Sündern. Außerdem gibt es eine App der Stadt mit dem Namen "Dreckpetze", auf der man illegale Müllablagerung melden kann.

Doch am Ende sind es zu viele Brände, die die Ermittler und Bürger löschen müssen. Zumindest an bekannten Müll-Hot-Spots lauern die "Mülldetektive" aktuell schon und versuchen Sünder auf frischer Tat zu ertappen.

"Mülldetektive" haben zu wenige Befugnisse

Das Problem: Da die "Mülldetektive" Beschäftigte einer privatrechtlich organisierten Stadttochter sind, haben sie keine hoheitlichen Befugnisse. Sie dürfen also zum Beispiel nicht die Personalien ertappter Müll-Sünder aufnehmen. Ihnen bleibt nur, Fotos von Sündern zu machen und die Beobachtungen beim Umweltamt (UAWB) zur Anzeige zu bringen.

Die Stadt will jetzt deshalb auf Mitarbeiter setzen, die hoheitliche Befugnisse haben. Der "Ermittlungsdienstes Abfall“ (EDA) soll vor Ort mehr kontrollieren, mehr aufdecken und mehr Anzeigen erwirken. Am Ende verspricht sich die Stadt mehr Sauberkeit in Dortmund.

Vorerst für zwei Jahre soll das Projekt getestet werden. Danach wird entschieden, wie es weitergeht. Jetzt muss nur noch der Rat der Stadt Dortmund grünes Licht für die Einführung des Projekts geben.

Indes hat die Stadt beschlossen, die Strafen für Müll-Sünder drastisch zu erhöhen. Lest hier, wie teuer bald zum Beispiel das achtlose Wegschnippen einer Zigarette ist.