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Stellwerk-Kuriosum legt S4 in Dortmund lahm

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Von: Marian von Hatzfeld

Ausfälle, Teilausfälle, Verspätungen: Der Zugverkehr im Raum Dortmund Süd war am Montag (17. April) stark beeinträchtigt. Der Grund dafür klingt kurios.

Dortmund – Ein nicht besetztes Stellwerk sorgte am Montagmorgen (17. April) für viele Ausfälle und Verspätungen im Bereich Dortmund Süd. Wie RUHR24 erfuhr, dauerte es ganze sechs Stunden, bis das Problem behoben wurde – aber wie kommt es dazu, dass ein Stellwerk unbesetzt ist?

S4 in Dortmund fuhr nur zwischen Lütgendortmund und Dorstfeld

„Auf der Linie S4 kommt es zu erheblichen Einschränkungen“, hieß es auf der Seite zuginfo.nrw. Ab 6.30 Uhr wäre die S-Bahn nur zwischen Dortmund-Lütgendortund und Dorstfeld gefahren. Die Strecken zwischen Dorstfeld und Unna sollten sogar bis 13 Uhr ausfallen. Jetzt gab es jedoch Entwarnung.

„Das Stellwerk in Dortmund Süd ist wieder besetzt. Die Züge fahren wieder auf der geplanten Strecke, mit allen geplanten Halten“, heißt es in einer Mitteilung auf zuginfo.nrw.

Trotz angebotenen Ersatzbussen dürften die Ausfälle und Verspätungen viele Berufstätige geärgert haben. Dabei ist die S4 ein alter Bekannter.

S4 in Dortmund war mehrmals gesperrt

Mitte Januar 2023 wurde die Strecke zwischen Dortmund Brackel und Dorstfeld zwei Wochen gesperrt. Im Sommer 2022 wurde die S4-Verbindung sogar monatelang gesperrt. Beide Vorfälle wurden mit Bauarbeiten begründet. Auch nicht besetzte Stellwerke sorgen häufig für Ausfälle – warum?

Dass ein Stellwerk nicht besetzt ist, klingt zunächst nach Personalmangel. Das ist zumindest teilweise wahr, sagt auch der MDR: „Weil die Stellwerke alle unterschiedlich sind, muss das Personal spezialisiert sein.“ Es darf also nicht einfach jeder Angestellte der Deutschen Bahn (DB) einspringen.

Das Stellwerk am Dortmunder Hauptbahnhof
Ein nicht besetztes Stellwerk im Dortmunder Süden sorgte am Montag (17. April) für zahlreiche Auswfälle und Verspätungen. Das Foto zeigt allerdings das Stellwerk am Dortmunder Hauptbahnhof. © Gottfried Czepluch/Imago

S4 fiel wegen nicht besetztem Stellwerk aus: Mitarbeiter sind sehr spezialisiert

Laut dem Bericht könnten Fahrdienstleiter nicht beliebig die Stellwerke wechseln, weil jeder Ort verschiedene Techniken und Kenntnisse. Die spezialisierten Fahrdienstleiter würden Weichen, Signale oder Bahnübergänge steuern. „Ist das nicht möglich, darf kein Zug fahren“, sagte eine Sprecherin der DB dem MDR.

Der Personalmangel ist genau wie die zahlreichen Warnstreiks in den vergangenen Monaten immer wieder ein Thema in Dortmund und NRW. Bereits im Winter 2022 formulierte die DB deswegen das Ziel, vermehrt auf Ausbildung und Qualifizierung zu setzen.

Das dürften auch die Dortmunder Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer hoffen, die heute nicht mit der S4 fahren konnten.

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