Urbane Mobilität

Dortmund der Zukunft: Rotterdam und Kopenhagen sind Vorbild

Der Planungsdezernent Ludger Wilde erzählt wie Dortmund zu einer Stadt der Zukunft werden kann. Zwei europäische Städte sollen als Vorbilder dienen.

Dortmund – Wie sieht Dortmund in der Zukunft aus und wie kann sich die Stadt so entwickeln, dass sie attraktiv für die Bürger bleibt? Fragen wie diese hat der Planungsdezernent Ludger Wilde in einem Interview auf dem stadteigenen Internetportal „Aufbruch City“ beantwortet. Er betont dabei vor allem, dass die Stadt von Morgen auf gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen reagieren müsse.

StadtDortmund
Anzahl der Einwohner587.010 Einwohner (Stand: 2019)
EreignisAktuelle Herausforderungen für die Dortmunder City

Dortmund der Zukunft: Attraktive Innenstadt als wichtiger Bestandteil der modernen Stadt

Ludger Wilde erklärt in seinem Interview die Wichtigkeit einer attraktiven Innenstadt. Sie gelte nicht nur als Anziehungspunkt für das gesellschaftliche Leben, sondern trage auch zum nach außen getragenen Image der Stadt bei. Um den Charme der Innenstadt zu erhalten, müssen Wünsche nach Handel und Gastronomie, sowie Bildung, Kultur, Verwaltung, Wohnen und Freizeiteinrichtungen gleichwertig nachgekommen werden. Das „Herz der Stadt“ müsse weiterhin der Hauptanziehungspunkt sein.

Stadtplaner des Ruhrgebiets begründen ein belebtes Zentrum mit der historisch gewachsenen Stadt. „Sie ist der Inbegriff der Stadtentwicklung aus einem Kern heraus, um die sich die Stadt gebildet hat“, so Wilde. Dortmund sei zwar kein internationaler Touristenmagnet wie Berlin, Hamburg oder London, biete für die eigenen Einwohner und das Umland jedoch auch einen bedeutenden Mehrwert.

Daher ist nach Wildes Worten eine Konzentration auf eine Vielfalt von Nutzungsmöglichkeiten in Dortmund wichtig für die Attraktivität von Stadt. Allerdings bereitet aktuell der Einzelhandel in der Innenstadt zahlreichen Shopping-Fans nach der Pandemie und den Preiserhöhungen Sorgen.

Leerstände und Schließungen sind auch in der Thier-Galerie kein Einzelfall mehr. Wilde schlägt daher vor, Einzelhandel durch eine „multifunktionale Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Gewerbe, Handel, Kultur, Bildung, Unterhaltung und Gastronomie“ zu ersetzen.

Dortmund der Zukunft: BaseCamp auf der Kampstraße als Vorbild für innovative Innenstadtgestaltung

Als positives Beispiel nennt der Stadtplaner das BaseCamp in der Kampstraße. Das ehemalige Karstadt-Technikhaus ist zu einem vielfältig nutzbarem Gebäude mit Studentenwohnungen, Laden- und Gastronomiebereiche und einem Hotel umgebaut worden.

Das BaseCamp bietet nicht nur Wohnraum, sondern auch Gastronomie- und Nahversorgungsangebote.

Wie weitere Gebäude in Dortmund umgestaltet werden könnten, müsse man durch Machbarkeitsstudien herausfinden. Der Planungsdezernent betont jedoch vor allem das äußere Erscheinungsbild einer Stadt. Es gäbe keine zweite Chance auf den ersten Eindruck der Besucher. So müsse sich Dortmund vor allem in Bezug auf die Gestaltung öffentlicher Räume weiterentwickeln (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Dortmund der Zukunft: Mobilität aus Holland und Dänemark als Vorbild – Radstrategie geplant

Als besonders positive Beispiele von Stadtentwicklung in Europa gelten Rotterdam (Niederlande) und Kopenhagen (Dänemark). Diese Städte haben den Wandlungsprozess hin zu einer Stadt der Zukunft bereits 15 bis 20 Jahre früher gestartet als Dortmund.

Gerade im Bereich der Mobilität müsse sich Dortmund einiges bei den beiden Vorbild-Städten abschauen. Zwar verfüge die Ruhrgebietsstadt über ein umfangreiches Schienennetz, doch der allgemeine Reisekomfort müsse noch optimiert werden, so Wilde.

Die Stadt Dortmund nimmt sich im Bereich Mobilität die Stadt Rotterdam als Vorbild.

Besonders der Fuß- und Radverkehr habe noch Verbesserungsbedarf. In Dortmund sei dafür eine Radstrategie mit Fahrradstraßen geplant, die von den Außenbezirken in die Innenstadt führen. Dabei sollen Radfahrer Vorfahrt gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern haben. Die Stadt Dortmund hat zuletzt bereits eine eigene Fahrradspur auf der Steinstraße eingerichtet. Wie sich die Vorschläge und Pläne des Plandezernenten auf die Entwicklung der Stadt auswirken, bleibt abzuwarten.

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