Zwei Einsätze in zwei Wochen

Nach Reizgas-Missbrauch in Dortmund: So gefährlich sind die Gase wirklich

Reizgas-Einsatz an Schule in Dortmund
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Reizgas-Einsatz an Schule in Dortmund

Innerhalb von zwei Wochen kam es in Dortmund zu zwei Reizgas-Einsätzen an Schulen. In beiden Fällen landeten mehrere Schüler im Krankenhaus. Wir haben uns daher gefragt: Wie gefährlich sind Reizgase eigentlich? 

  • In den vergangenen zwei Wochen wurde an Schulen in Dortmund zweimal Reizgas versprüht.
  • In beiden Fällen kamen mehrere Schüler ins Krankenhaus.
  • Wir haben mit einem Sprecher der Stadt über die Gefahren von Reizgas gesprochen.

Dortmund - Am Montag (9. Dezember) wurde an einer Schule in Dortmund-Kirchlinde Reizgas versprüht. Mehrere Schüler landeten im Krankenhaus. Stark verletzt hatte sich von ihnen aber zum Glück niemand. Die Dortmunder Feuerwehr war dennoch stundenlang im Einsatz. 

Dortmund: Reizgas-Einsatz an Schule erst vor zwei Wochen

Erst Ende November hatte ein Feuerwehr-Einsatz in Dortmund-Aplerbeck für Aufruhr gesorgt. Damals war an der Martin-Buber-Schule an der Marsbruchstraße Reizgas versprüht worden. Mehrere Schüler klagten über Atemprobleme, elf von ihnen landeten im Krankenhaus. 

Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen besteht, ist derzeit unklar. Genauso ist ungeklärt, warum überhaupt Reizgas versprüht wurde. Fest steht nur, dass es sich bei den Einsätzen um keine Einzelfälle handelt. Bereits in der Vergangenheit wurde in Dortmund Reizgas an Schulen versprüht.

Dortmund: Schulen im gesamten Stadtgebiet von Reizgas-Attacken betroffen

Eine Gesamtschule in der Dortmunder Gartenstadt war ebenfalls bereits von einem Reizgas-Alarm betroffen. Dort wurden 59 Menschen verletzt. Feuerwehr und Rettungsdienst waren damals mit über 100 Kräften vor Ort.

Ebenfalls einen Großeinsatz gab es im Oktober 2017 an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Dortmund-Brackel, wo 200 Schüler aufgrund eines Reizgas-Alarms evakuiert werden mussten.

Versprühen von Reizgas findet an allen Schulformen in Dortmund statt

Wie Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage von RUHR24 mitteilte, sind in Dortmund keine bestimmten Schulen betroffen. Zum Versprühen von Reizgas kommt es an allen Schulformen: Gesamtschule, Hauptschule, Förderschule oder auch Gymnasium.

So gefährlich ist Reizgas für den menschlichen Körper

Auch, wenn es an den Schulen in Dortmund keine ernsthaft Verletzten gab, kommt trotzdem schnell die Frage auf, wie gefährlich die Gase eigentlich sind. "Die Auswirkungen können unterschiedlich sein und je nach Menge schwere gesundheitliche Störungen verursachen. Üblich sind Atembeschwerden, Tränenfluss, Husten- und Niesreiz, aber auch Übelkeit, Brechreiz und Kopfschmerzen", sagt Stadtsprecher Löchter.

Wie gefährlich ist Pfefferspray wirklich?

Außerdem fügt er hinzu: "In hohen Dosen können eine Schädigung der Haut, des Atemtrakts bis zum toxischen Lungenödem oder Krämpfe erfolgen. Eine Bewusstlosigkeit kann auch nicht ausgeschlossen werden."

Pfefferspray an Dortmunder Schule versprüht 

Warum es gerade an den Schulen in Dortmund zu dem Einsatz von Reizgas kommt, ist nicht bekannt. In dem Fall von Montag (9. Dezember) wurde Pfefferspray versprüht. Das Heikle daran: Pfefferspray ist für Personen ab 18 Jahren frei verkäuflich.

In dem Fall von Ende November hat die Polizei zwei verdächtige minderjährige Schüler festgenommen. Woher die das Reizgas hatten und ob es sich dabei um Pfefferspray handelte, ist nicht klar.

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