Staatsschutz ermittlet

Dortmund: Mutmaßlicher Reichsbürger prügelt Polizisten ins Krankenhaus

Ein vermeintlicher Reichsbürger ist in einem Dortmunder Supermarkt ausgerastet.
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Ein vermeintlicher Reichsbürger ist in einem Dortmunder Supermarkt ausgerastet.

In Dortmund ist ein Einkauf in einem Supermarkt eskaliert. Ein Kunde wollte keinen Mund-Nasenschutz tragen und verletzte dann mehrere Polizisten.

  • An der Bornstraße in Dortmund kam es zu einem Polizeieinsatz.
  • Ein Kunde soll sich geweigert haben beim Einkaufen einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen.
  • Wenig später erhielten die Beamten Hinweise, dass es sich um einen Reichsbürger handeln könnte.

Dortmund - Am Dienstag (11. August) wollte ein Kunde gegen 22 Uhr in einem Supermarkt an der Bornstraße in der Nordstadt von Dortmund einkaufen gehen. Allerdings verzichtete der Mann bewusst auf einen Mund-Nasen-Schutz und wollte sich auch nicht belehren lassen. Wenig später rastete er aus und rammte einen Mitarbeiter des Supermarktes mit einem Einkaufswagen. 

Polizei Dortmund: Kunde ohne Mund-Nasen-Schutz rastet in Supermarkt in der Nordstadt aus

Daraufhin rief der Sicherheitsdienst die Polizei. Als die Beamten am Tatort in der Nordstadt eintrafen, beobachteten bereits zahlreiche weitere Kunden das Geschehen. Im Mittelpunkt: Der 44-jährige Mann, der noch immer ohne Mund-Nase-Schutz unterwegs war, und die Situation filmte.

Die Polizei wurde am Dienstag zu einem Supermarkt an der Bornstraße gerufen.

Gegenüber den Polizisten machte er deutlich, dass er nicht verpflichtet sei, eine Abdeckung zu tragen. Eine ärztliche Bescheinigung, die ihn vom Tragen einer Maske befreit, legte der Mann nicht vor, dafür listete er eine Reihe von Paragrafen auf. 

Polizei Dortmund ordnet aggressiven Kunden dem Reichsbürger-Milieu zu

Die aufgezählten Paragrafen stimmen jedoch nicht mit Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland überein. Wenig später erhielten die Beamten Hinweise, dass der 44-Jährige dem Reichsbürger-Milieu, zu dem auch Sänger Xavier Naidoo Verbindungen nachgesagt werden, zuzuordnen ist. Zusätzlich prüft die "Sonderkommission Rechts" des Staatsschutzes Kontakte zur rechtsextremen Szene.

Die Polizei Dortmund entschloss sich dazu, den Mann aus dem Supermarkt herauszuführen. Dabei leistete der mutmaßliche Reichsbürger massiven Widerstand und verletzte zwei Beamte so schwer, dass sie später in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Sie konnten ihren Dienst wegen der Verletzungen nach ärztlicher Behandlung nicht mehr fortsetzen. 

Dortmund: Mutmaßlicher Reichsbürger prügelt zwei Polizisten ins Krankenhaus 

Bei der Festnahme wurde die Polizei Dortmund, die vor Kurzem noch eine Klima-Demo auf der Möllerbrücke mit Gewalt auflösen musste,  schließlich von weiteren Einsatzkräften unterstützt. Der aggressiv auftretende Mann konnte nur mit Mühe überwältigt und gefesselt werden. Auf der Fahrt zum Polizeigewahrsam versuchte er im Streifenwagen weiter, einen Polizisten anzugreifen. 

Da besondere Haftgründe nicht vorlagen, konnte der Tatverdächtige das Gewahrsam am Mittwochvormittag wieder verlassen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz der Dortmunder Kriminalpolizei. wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands, Hausfriedensbruch, der Verletzung des vertraulichen Wortes (das Filmen) und einer Straftat nach dem Infektionsschutzgesetz. Der Tatverdächtige ist am Dienstabend wiederholt durch einen Verstoß gegen die Coronaschutzverordnung aufgefallen.