Rechte Szene

Neonazi-Szene in Dortmund bröckelt: Polizei sieht Trend bei Straftaten

Die rechtsextreme Szene in Dortmund verliert weiter an Kraft. Dieses Fazit zieht die Polizei Dortmund jetzt.

Dortmund – Haftstrafen, Wegzüge, Austritte: Die Neonazi-Szene in Dortmund bröckelt zunehmend. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Straftaten wider, berichtet die Polizei Dortmund am Freitag (8. April). Sie sinken auf einen Tiefstand.

Polizei Dortmund registriert weniger rechtsextreme Straftaten

Gingen 2020 noch 203 Straftaten auf das Konto von Rechtsextremisten, registrierte die Polizei Dortmund 2021 nur noch 183. Das ist ein Rückgang um knapp 10 Prozent auf einen neuen Tiefststand, berichtet die Behörde. Zuletzt hatten Neonazis in Dortmund ein Wahlkampf-Team bedroht.

Zum Vergleich: 2015 begingen Neonazis in Dortmund noch mehr als 400 Straftaten. Seit 2015 ermittelt die Soko „Rechts“ gegen Neonazis in Dortmund. In zahlreichen Verfahren seien bislang insgesamt 34 Jahre Haft verhängt worden.

Das hat in Dortmund auch zu weniger rechtsextremistischen Gewaltdelikten geführt:

  • 2015: 49 Gewaltdelikte
  • 2020: 13
  • 2021: 7

Zudem hätten die Neonazis aus Sicht der Polizei Dortmund den Anschluss zur Querdenker-Szene verpasst. Auch der Wegzug des Neonazi-Kaders Michael Brück und der Tod von Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt dürfte die Szene zuletzt geschwächt haben.

Dortmund: Polizei stellt mehr antisemitische Straftaten fest

Gestiegen ist in Dortmund jedoch die Zahl der antisemitischen Straftaten. Laut Polizei wurden etwa Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus beschädigt sowie Menschen im Internet antisemitisch beleidigt.

Antisemitische Straftaten in Dortmund nehmen 2021 zu:

  • 2020: 14
  • 2021: 21

Daher wurde in Dortmund etwa das Tragen des Judensterns mit der Inschrift „Ungeimpft“ verboten.

Die Zahl der Straftaten aus dem linken politischen Spektrum ist ebenfalls leicht gesunken: von 59 (2020) auf 42 (2021). Einen großen Teil machen hier laut Polizei Dortmund Sachbeschädigungen aus.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/DPA

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