Polizeieinsatz in der Stadt

Dortmunder Moschee nach Razzia geschlossen – Minister Reul wird deutlich

Bewaffnete Polizisten durchsuchen eine Moschee in Dortmund. Verein soll IS-Terroristen rekrutiert haben.

Update, Donnerstag (10. März), 12.50 Uhr: Nun hat sich auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu der Razzia in der Dortmunder Nordstadt geäußert. „Was wir heute geschlossen haben, war ein Gewächshaus des Islamismus“, so Reul. Rund 150 Polizisten seien am frühen Morgen im Einsatz gewesen. Es seien Mobiltelefone, Laptops, Datenspeicher, ein Auto und Kontoguthaben in Höhe von 54.000 Euro beschlagnahmt worden.

Funktionäre des Moscheevereins seien Vertreter der radikal-salafistischen Ideologie und stünden ideologisch der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) nahe, erklärte der NRW-Innenminister. Der Verein sei zudem Rekrutierungszentrum für das IS-nahe Abu-Walaa-Netzwerk gewesen, das die Ausreise von mindestens sieben jungen Männern in die Kampfgebiete des IS organisiert habe.

Erstmeldung, Donnerstag (10. März), 11.19 Uhr: Großer Polizeieinsatz im Dortmunder Stadtgebiet. Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat einen islamischen Kulturverein verboten. Nun setzen Polizisten das Verbot mit einer Razzia um. Schwer bewaffnet durchsuchten sie am Donnerstagmorgen (10. März) eine Moschee und mehrere Wohnungen in der Nordstadt.

StadtDortmund
BundeslandNRW
ThemaVerbot von Nuralislam

Dortmund: Razzia in Moschee und Wohnungen – NRW verbietet islamistischen Verein

Der Verein „Islamischer Kulturverein Nuralislam“ gilt ab sofort als verfassungsfeindlich. Das teilt das NRW-Innenministerium mit. Der Verein richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung, heißt es in der Bekanntmachung des Landes NRW. Innenminister Herbert Reul (CDU) will sich noch am Donnerstag zu dem Verbot und der Razzia äußern (wir berichten weiter).

Es habe am Donnerstag einen Polizeieinsatz in Dortmund an einer Moschee und an Wohnungen von Funktionären des Vereins gegeben, sagte eine Sprecherin der Polizei gegenüber der DPA. Hier sei ein Großteil der Tätigkeit des verbotenen Vereins. Es gehe dabei darum, das Vermögen des Vereins zu beschlagnahmen und Datenträger sicherzustellen.

Dortmund: Islamischer Kulturverein gilt als verfassungsfeindlich – Polizei durchsucht Moschee

Laut dem Innenministerium werde der Verein mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Es dürften zudem keine Ersatzorganisationen gebildet und andere Tätigkeiten durchgeführt werden. Auch mehrere Internetauftritte werden laut der Bekanntmachung des Ministeriums verboten.

Mehrere Polizisten durchsuchten in der Dortmunder Nordstadt eine Moschee.

An der Razzia beteiligten sich laut DPA-Angaben mehrere Polizisten – auch Hunde waren im Einsatz. Bei dem Gebäude handele es sich um ein Haus mit mehreren Etagen.

Rubriklistenbild: © Markus Wüllner/News4 Videoline, DPA; Collage: RUHR24

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