Kontrollen fruchten

Polizei Dortmund schockt Raser – banaler Trick geht am Wochenende voll auf

Die Polizei in Dortmund hat am Wochenende für eine Überraschung unter den Wallrasern gesorgt.
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Die Polizei in Dortmund hat am Wochenende für eine Überraschung unter den Wallrasern gesorgt.

Die Polizei in Dortmund hat am Wochenende durch eine relativ einfache Taktik dafür gesorgt, dass Raser auf dem Wallring zigfach ins Netz gingen. Auch am Phoenix See ging der Plan auf.

Dortmund - Blitzer, verengte Fahrbahnen, Tempo 30 - und nicht zuletzt Kontrollen ohne Ende. In Dortmund ist der Druck auf Raser auf dem Wallring schon jetzt enorm. Doch nach wie vor führt ihr Weg sie immer wieder in die Westfalenmetrople - dem gefühlten Raser-Mekka im Ruhrgebiet. Sogar einen eigenen Tuner-Treffpunkt fordern Teile der Politik für Dortmund. Nun hat die Polizei Dortmund für eine andere große Überraschung gesorgt.

StadtDortmund
Anlaufstelle für Raser und TunerWallring, Phoenix See
Kontroll-Tage26. und 27. Februar 2021

Dortmund: Polizei kontrolliert Raser und Tuner an zwei Tagen in Folge

Sie wähnte an diesem Wochenende viele Raser in Sicherheit, in dem sie in der Nacht zu Samstag (27. Februar) die Szene im Innenstadtbereich kontrollierte. Der Plan: Würden sich die Kontrollen von Freitag auf Samstag unter Rasern herumsprechen, könnten sich in der darauffolgenden Nacht - von Samstag auf Sonntag - viele weitere Raser unbeschwert nach Dortmund aufmachen – in der Hoffnung, dass kaum einer von ihnen ewartet, dass an zwei Tagen nacheinander kontrolliert wird.

Und was soll man sagen? Der Plan hat offenbar funktioniert. In Zahlen ausgedrückt: In 93 Fällen gab es in der Nacht zu Sonntag sofort Platzverweise. 63 Fahrerinnen und Fahrer mussten wegen diverser Verstöße gegen die Vorschriften im Straßenverkehr das Portmonee zücken. Die Polizei stellte zwei Fahrzeuge sicher. Wiederholt waren bei getunten Pkw gravierende technische Mängel festzustellen.

Wegen Rasern: Polizei Dortmund sperrt mehrere Fahrspuren auf dem Wall in der Innenstadt

Die Polizei sperrte zwischenzeitlich mehrere Spuren des Walls und leitete den Verkehr ab, um das sinnlose Herumfahren zu unterbinden. Die Folge: Die Szene wanderte gegen 22.30 Uhr mit rund 200 Autos zum Phoenix See ab - der inzwischen ebenso zur Anlaufstelle vieler Auto-Poser geworden ist.

Video: 10 Fragen an einen Ex-Raser

Anwohner beschweren sich schon lange über die Zustände, vor allem der Lärm sei unerträglich. So auch in der Nacht zu Sonntag. Platzverweise und Geldstrafen waren die Folge für Fahrer und Insassen.

Innenstadt und Phoenix See sind Anlaufstelle für Raser in Dortmund

Bemerkenswert ist die Bilanz des Einsatzes der Polizei Dortmund in der Nacht zu Sonntag, weil eine ähnliche Anzahl an Verstößen bereits tags zuvor registriert wurde. Auch in jener Nacht waren die Innenstadt und der Phoenix See betroffen.

Die Polizei Dortmund stellt sich selbst in gutes Zeugnis aus. Man habe die Szene so lange kontrolliert, „bis der Wall leer war“. Man werde die Szene, so Polizeihauptkommissar Falko Haarhaus in einer Pressemitteilung, konsequent ausbremsen, bis der letzte Autofahrer oder die letzte Autofahrerin den Spaß am Lärm und Rasen verloren hat. Fragt sich nur, wie lange das dauert - denn das Versprechen der Polizei kennen Anwohner in Dortmund seit Jahren (Hier weitere Blaulicht-News aus Dortmund auf RUHR24.de lesen).

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