Fahrradfahrer vs. Falschparker

Dortmunder Radverkehr: Mehr Mitarbeiter sollen massives Problem in den Griff kriegen

+
Die Fahrradgruppen Dortmund fordern eine stärkere Verkehrsüberwachnung. Foto: VeloCityRuhr /Collage: RUHR24

Die Stadt Dortmund nimmt sich beim Radverkehr die dänische Hauptstadt Kopenhagen zum Vorbild und will die Fahrradhauptstadt in NRW werden. Ein massives Problem bei dieser Planung stellen derzeit aber noch Falschparker dar. 

  • Mehrere Fahrradgruppen fordern eine stärkere Verkehrsüberwachung in Dortmund. 
  • Vor allem Falschparker seien ein massives Problem. 
  • Jetzt hoffen sie auf Hinweise von Anwohnern. 

Dortmund - Die Bezirksvertretungen Huckarde, Brackel, Innenstadt Nord und Ost haben dem Rat empfohlen, deutlich mehr Mitarbeiter für die bessere Kontrolle von Falschparkern in Dortmund einzustellen. 

Stadt Dortmund soll "Fahrradstadt NRWs" werden

Auch die Fahrradgruppen ADFC, Aufbruch Fahrrad Dortmund, VCD und VeloCityRuhr unterstützen diesen Vorschlag der Bezirksvertretungen, Falschparker stärker zu kontrollieren, wie sie in einer Pressemitteilung erklären. 

Durch Falschparker würde es zu folgenschweren Einschränkungen im Straßenverkehr kommen. Das könnte der Stadt bei ihrem Plan, sich zur Fahrradstadt in NRW zu entwickeln, zum Verhängnis werden.  "Dortmund will Fahrradstadt und das Kopenhagen Westfalens werden", so Peter Fricke von VeloCityRuhr und Aufbruch Fahrrad, "aber bekommt das Problem der Falschparker einfach nicht in den Griff."

Dortmund: Falschparker führen zu Einschränkungen im Straßenverkehr

Nicht nur Radfahrer seien von der mangelnden Verkehrsüberwachung durch Außendienstmitarbeiter betroffen, meint Jan Rocho von Aufbruch Fahrrad Dortmund. "Fußgänger müssen wegen zugestellter Gehwege auf die Fahrbahn ausweichen, Eltern haben Angst um ihre Kinder, weil diese an zugeparkten Kreuzungen nichts sehen und nicht gesehen werden, Anwohner ärgern sich über zugestellte Einfahrten und zerstörte Grünflächen und auch die große Mehrheit der Autofahrer, die sich anständig verhält, wünscht sich weniger Falschparker und mehr Kontrollen."

Die Zahl der Mitarbeiter/innen der Verkehrsüberwachung sei mit rund 40 in Dortmund zu gering, meint Rocho weiter. Zuletzt sind diese Stellen um zwölf Mitarbeiter ergänzt worden, doch die Fahrradgruppen fordern eine höhere, schrittweise Aufstockung. "Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber eine zusätzliche Stelle je Bezirk wird das Problem ganz sicher nicht lösen." 

Fahrradgruppen aus Dortmund Wünschen sich Foto-Hinweise von Anwohnern

Den Fahrradgruppen gehe es nicht darum, Falschparker und Autofahrer abzuzocken, sondern um die Verkehrssicherheit. "Eigentlich gibt es kein vernünftiges Argument gegen mehr Stellen in der Verkehrsüberwachung", ergänzt Lorenz Redicker vom VeloCityRuhr.

Video: Auf Falschparker könnte zukünftig ein hohes Bußgeld zukommen

Auch die Bezirksvertretungen haben die Situation mit den Falschparkern als Problem erkannt. Der Rat hat aber noch keine Entscheidung zum weiteren Verfahren getroffen. Die Fahrradgruppen aus Dortmund wollen das Problem mit den Falschparkern nun "sichtbarer" für die Politik machen und bitten um Einsendungen von Fotos mit geschwärzten Kennzeichen. "Wir sind sehr gespannt, wie viele Fotos von Problemparkern auf Gehwegen, Radwegen und in Kreuzungsbereichen in den nächsten Tagen in Dortmund entstehen und uns bis zur erreichen." Die nächste Ratssitzung findet am 12. Dezember statt. 

Mehr zum Thema