Weit abgeschlagen

Radfahren in Dortmund: Sicherheitsgefühl lässt laut ADFC deutlich zu wünschen übrig

In Dortmund gibt es auch Hotspots für Fahrradunfälle.
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In Dortmund gibt es auch Hotspots für Fahrradunfälle.

Radfahren in Dortmund ist gefährlich. Das ist zumindest das vernichtende Ergebnis des Fahrradklima-Tests 2020, der jetzt vom ADFC veröffentlicht wurde.

Dortmund – Die Fahrradfahrer in Dortmund gehen mit der Stadt hart ins Gericht. Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2020 des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) sind desaströs. Unter den Großstädten mit über 500.000 Einwohnern in Deutschland belegt Dortmund Platz 13 von 14.

StadtDortmund
BürgermeisterThomas Westphal (SPD)
Einwohner 603.167 Einwohner

Dortmund: ADFC-Fahrradklima-Test 2020 legt beim Thema Radfahren den Finger in die Wunde

Nur die NRW-Stadt Köln schneidet mit der Note 4,37 noch schlechter ab als Dortmund (Note 4,35). Bremen liegt mit einer 3,57 auf Platz 1. Alleine dieses Ergebnis zeigt, dass es um den Radverkehr in deutschen Städten nicht gut bestellt ist.

Schon im vergangenen Sommer ergab eine umfangreiche Recherche des Netzwerks Correctiv, dass die Städte im Ruhrgebiet arge Probleme mit der Verkehrswende hin zum Radfahren haben.

Doch was stört die Radfahrer in der Stadt Dortmund am meisten? Mit der Note 5,3 werden die Bereiche Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen, Breite der Radwege und Führung an Baustellen bewertet. Doch auch das allgemeine Sicherheitsgefühl (4,9), das Fahren auf Radwegen und Radstreifen (4,9) oder das Fahren im Mischverkehr mit Autos (4,9) schneiden schlecht ab.

Dortmund: Was die Radfahrer in der Stadt schlecht und gut bewertet haben

Unzufriedener sind die Radfahrer in Dortmund auch mit der Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer (4,5), dem Winterdienst (4,7) und der Reinigung der Radwege (4,6) sowie mit dem Fahrraddiebstahl (4,6).

Doch es gibt auch positivere Bewertungen: Die Verfügbarkeit öffentlicher Fahrräder (2,6), geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung (3,0) und die Wegweisung für Radfahrer (3,6) sowie die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (3,6) schneiden passabel ab.

Laut ADFC-Fahrradklima-Test schneidet Dortmund beim Thema Radfahren schlecht ab.

Desaströs werden die Ergebnisse jedoch, wenn man sich anschaut, was den Radfahrern aus Dortmund am wichtigsten ist. Die positiv bewerteten Bereiche wie Wegweisung für Radfahrer und öffentliche Fahrräder empfinden die Dortmunder als unwichtiger.

Wichtiger sind ihnen Themen wie das Sicherheitsgefühl, Konflikte mit Kraftfahrzeugen und die Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer – und genau bei diesen Aspekten schneidet Dortmund extrem schlecht ab.

Radfahren in Dortmund hat sich laut des ADFC-Fahrradklima-Tests stetig verschlechtert

Der Fahrradklima-Test des ADFC wird seit 2012 durchgeführt. Die Stadt Dortmund hat sich von 2012 (3,9), 2014 (4,0), 2016 (4,4), 2018 (4,4) und 2020 (4,4) in der Durchschnittsnote verschlechtert.

Beim ADFC-Fahrradklima-Test haben im Jahr 2020 für Dortmund 1970 Radfahrer mitgemacht. Für Städte ab 200.000 Einwohner braucht man eine Mindestteilnehmerzahl von 100 Radfahrern, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten.

Nach eigenen Angaben des ADFC hätten Ergebnisse der Umfrage sich in den vergangenen Jahren als wissenschaftliche Entscheidungsgrundlage für Politik, Städteplanung und Verwaltung bewährt.