Impfgegner sorgen für Aufsehen

Waffen bei Querdenkern in Dortmund gefunden: Polizei schockt mit Einsatzdetails

Zahlreiche Gegendemonstranten blockierten die „Querdenker“-Demo in Dortmund.
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Zahlreiche Gegendemonstranten blockierten die „Querdenker“-Demo in Dortmund.

Nach der Demo der „Querdenker“ und der Gewalt-Eskalation vor dem Fußballmuseum kündigt die Polizei Dortmund einen drastischen Schritt an - und überrascht mit einer Aussage zur Gegendemo.

Dortmund - Nach den Demos auf dem Hansaplatz und auf dem Wallring im Sommer 2020 machen Corona-Impfgegener in Dortmund nun in Autokorsos auf ihr Anliegen aufmerksam. Bei der jüngsten Demo am 23. Februar eskalierte die Situation. Die Polizei nennt jetzt schockierende Details und kritisiert auch die Gegendemonstranten.

StadtDortmund
AnlassDemo der Querdenker
RouteWestfalenhallen in Richtung Innenstadt

Demo der Querdenker in Dortmund: Autokorso eskaliert auf dem Königswall

So hatte die Polizei in einem Auto eines „Querdenkers“ Waffen gefunden, darunter einen Baseballschläger, Pfefferspray und eine Machete. Den Baseballschläger soll der Querdenker laut Zeugen auf dem Wall auf Höhe des Fußballmuseums drohend einem Gegendemonstranten präsentiert haben. Zuvor soll der Autofahrer den radelnden Gegendemonstranten - vermutlich bewusst - angefahren und zu Fall gebracht haben, berichtet die Polizei Dortmund.

Die Demonstration der Corona-Impfgegner war geprägt von kleineren Scharmützeln. Etwa 80 Gegendemonstranten hatten sich immer wieder mit Fahrrädern in den Weg gestellt oder einige der rund 70 Autos umzingelt. Der Korso war an den Westfalenhallen in Richtung Innenstadt gestartet, wo die Situation zu eskalieren drohte.

Querdenker zückt bei Corona-Demo in Dortmund seinen Baseballschläger

Laut Polizei hatten sich 200 Personen „aus dem linken Spektrum“ zu mehrfachen Störungen der Versammlung verabredet. Vor dem Fußballmuseum schließlich drohte die Stimmung zu kippen. Ein Teilnehmer des Autokorsos hatte eine Panne erlitten, worauf laut Polizei vier Gegendemonstranten das Auto angegangen haben sollen. Dann soll der Autofahrer offenbar den besagten Baseballschläger gezückt haben (Hier mehr News zum Coronavirus in Dortmund auf RUHR24.de lesen).

Die Ereignisse vom 23. Februar sollen sich nicht mehr wiederholen, wenn die Querdenker am 2. März erneut mit Autos durch Dortmund fahren. Die Polizei prüft deshalb verschärfte Maßnahmen. Dabei war der Auflagenbescheid bei der Corona-Demo am 23. Februar bereits 20 Seiten lang.

Polizei Dortmund befürchtet Unterwanderung von Corona-Demo durch radikale Kräfte

Die Polizei Dortmund befürchtet eine Unterwanderung der Demo durch radikale Kräfte. „So etwas lassen wir hier in Dortmund nicht zu“, sagt Polizeipräsident Gregor Lange und kündigt an: „Wir prüfen derzeit geeignete Maßnahmen der polizeilichen Gefahrenabwehr.“

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Gleichzeitig gibt es seitens des Polizei-Chefs von Dortmund auch Kritik für die Gegendemonstranten. Er, sagt Lange, habe zwar grundsätzlich Verständnis für die Gegendemo, nicht aber für die Art und Weise des Protests.

Polizeichef von Dortmund: Gegendemo hat Querdenkern unnötig Aufmerksamkeit verschafft

Die Blockade der Demo mit Fahrrädern sei „in einem Rechtsstaat kein erlaubtes Mittel des Gegenprotests und muss sanktioniert werden“, so Lange. Gleichzeitig wirft er den Gegendemonstranten vor, die Versammlung der „Querdenker“ durch die Störaktionen unnötig öffentliche Aufmerksamkeit verschafft zu haben.

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