Anti-Corona-Maßnahmen

Querdenker-Demo in Dortmund: Kinder, Neonazis und Waffen dabei

Am Montag (3. Januar) fand in Dortmund erneut eine Querdenker-Demo statt, bei der auch Kinder in erster Reihe mitliefen.
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Am Montag (3. Januar) fand in Dortmund erneut eine Querdenker-Demo statt, bei der auch Kinder in erster Reihe mitliefen.

In Dortmund hat am Abend erneut eine Querdenker-Demo stattgefunden, bei der aus 30 Teilnehmern offenbar plötzlich 700 wurden. Es gab auch Gegendemonstrationen.

Update, Dienstag (4. Januar), 17.26 Uhr: Unter die Demonstranten der sogenannten „Querdenker“ in Dortmund haben sich am Montag offenbar auch Menschen mit rechtsextremem Gedankengut gemischt. Neben Personen aus der rechten Szene gesellte sich am Montag ein Mann (34), der der Polizei in der Vergangenheit polizeilich mit rechtem Gedankengut aufgefallen war. Er soll allerdings nicht zur Szene gehören.

Dortmund: Rechtsextreme mischen sich unter „Querdenker“-Demo

Wie die Polizei Dortmund im Nachgang der Demo berichtet, habe dieser Mann ein Messer, eine Rasierklinge, Pfefferspray und Betäubungsmittel dabei gehabt. Er war der Polizei aufgefallen, weil er sich geweigert habe, einen Mundschutz zu tragen und seine Personalien herauszugeben. Die Polizisten brachten ihn in das Gewahrsam. Ihn erwarten jetzt ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz sowie ein Anzeige wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Polizeipräsident Gregor Lange appelliert abermals an die Teilnehmer der „Querdenker“-Demo: „Distanzieren Sie sich auf den Versammlungen von Verfassungsfeinden. Man kann nicht für demokratische Freiheitsrechte auf die Straße gehen, wenn man gleichgültig neben Demokratiefeinden steht.“

„Querdenker“ bringen Kinder mit zur Demo nach Dortmund

Erstmeldung, Dienstag (4. Januar), 11.42 Uhr: Dortmund – In Dortmund hat am Montagabend (3. Januar) erneut eine Demonstration von sogenannten „Querdenkern“ gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen stattgefunden. Wie die Polizei berichtet, seien in der Spitze bis zu 700 Teilnehmer bei dem Aufzug dabei gewesen. Es hat zudem mehrere Gegendemonstrationen gegeben.

Querdenker-Demo in Dortmund mit 700 Teilnehmern: Erneut Kinder unter den Demonstranten

Der Querdenker-Aufzug sei gegen 18.15 Uhr am Friedensplatz gestartet und hätte anschließend einmal um den Wallring und wieder zurück zum Friedensplatz geführt, wo er gegen 20 Uhr geendet habe. Wie ein Augenzeuge gegenüber RUHR24 berichtet, seien zunächst nur etwa 30 bis 40 Demonstranten anwesend gewesen. Etwa 10 Minuten vor dem geplanten Beginn hätten sich dann jedoch bis zu 700 Kritiker der Corona-Maßnahmen am Friedensplatz eingefunden. Auch die Polizei bestätigt die Zahl in einer Mitteilung.

Unter den Teilnehmern sollen auch – wie zuvor bereits bei ähnlichen Demonstrationen in ganz Deutschland – erneut mehrere Kinder gewesen sein, berichtet Radio 91,2. In anderen Städten war es vergangene Woche zu einem Eklat aufgrund der Teilnahme von Kindern an einer Querdenker-Demo gekommen: Weil eine Mutter in Schweinfurt versucht hatte, mit einem Kinderwagen eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen, war ein vierjähriges Kind mit Pfefferspray in Kontakt gekommen.

In Dortmund sei es jedoch zu keinem vergleichbaren Vorfall gekommen (alle Corona-News aus Dortmund in unserem Live-Ticker nachlesen). Wie Radio 91,2 ebenfalls berichtet, seien zudem „etwa zehn Rechtsextreme“ unter den Demonstranten gewesen (mehr Nachrichten über das Coronavirus in NRW auf RUHR24 lesen).

Dortmund: Querdenker-Demo an Friedensplatz und Wall verläuft weitestgehend störungsfrei

Wie die Polizei berichtet, sei die Versammlung ohnehin weitestgehend störungsfrei verlaufen. Lediglich an der Kreuzung zur Hövelstraße sei es zu einer Störaktion in Form einer Sitzblockade durch eine Gruppe von sieben Personen gekommen. Gegen diese wurde Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gefertigt. Zudem habe im Bereich der Katharinentreppe ebenfalls ein Gegenprotest mit etwa 70 Teilnehmern stattgefunden. Dieser sei jedoch angemeldet gewesen.

Insgesamt seien gegen 19 Teilnehmende der Demonstration Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht gefertigt worden. Zudem seien zwei vermeintlich gefälschte Atteste sichergestellt worden. Gegen die betroffenen Personen seien Strafverfahren wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet worden.

Eine weitere Person habe die Polizei zudem in Gewahrsam genommen. Sie habe sich geweigert, sich nach einem Verstoß gegen die Maskenpflicht auszuweisen. Bei der Durchsuchung des Mannes habe man zudem Betäubungsmittel und Reizgas gefunden.

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