„Querdenker“

Dortmund: Bekannter Rechtsterrorist soll an Corona-Demos beteiligt sein

Ein rechtsextremer Dortmunder soll an der Organisation von Corona-Demos in der Stadt beteiligt sein.

Dortmund – Dass an den Dortmunder „Querdenker“-Demos gegen die Corona-Maßnahmen Rechtsextreme beteiligt* sind, ist erstmal nichts Neues. Polizei und unabhängige Beobachter sehen Woche für Woche Neonazis unter den Demonstranten. Inzwischen jedoch scheinen Rechtsextreme sogar an der Organisation einzelner Demos beteiligt zu sein.

7-Tage-Inzidenz Dortmund1.848,4 (Stand: 31. Januar)
Aktuell infizierte Personen24.500
Bislang genesene Personen47.300

Dortmund: Rechtsextremer soll bei Corona-Demos der „Querdenker“ geholfen haben

Recherche des WDR zufolge soll der Anmelder der seit mehreren Wochen immer mittwochs stattfindenden Corona-Demos in Dortmund-Huckarde Verbindungen zu einem deutschlandweit bekannten Dortmunder Rechtsextremen haben, der nach einem bewaffneten Überfall lange im Gefängnis gesessen hat.

Dieser Neonazi soll Kontakte ins militante Milieu pflegen und unter anderem als Sprecher der seit 2020 verbotenen rechtsterroristischen Gruppe „Combat 18“* aufgetreten sein. Die Vereinigung richte sich laut Bundesinnenministerium gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Sie bekenne sich zur NSDAP, sei rassistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich ausgerichtet und weise eine kämpferisch-aggressive Grundhaltung auf.

Corona-Demos der „Querdenker“: Dortmunder Rechtsextremer soll Brieffreund von NSU-Mitglied Beate Zschäpe sein

Bei der Dortmunder Antifa bezeichnet man den Rechtsextremen sogar als „Brieffreund von Beate
Zschäpe“. Diese wiederum war Mitglied der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) und damit auch Mitbeteiligte an Morden an Ausländern – unter anderem in Dortmund.

Eben dieser so tief in rechtsextreme Machenschaften verwickelte Dortmunder Neonazi unterstützt nun offenbar die Anti-Corona-Maßnahmen-Bewegung in Dortmund, wurde etwa gesichtet, wie er dem Anmelder einer Versammlung in Huckarde beim Verlesen der Auflagen hilft. Davon gibt es ein entsprechendes Foto. Der Anmelder gibt gegenüber dem WDR an, er unterhalte sich mit vielen Teilnehmern seiner Kundgebungen.

Polizei Dortmund sieht keine vollständige Unterwanderung der Corona-Demos durch Rechtsextreme

Von der Polizei dagegen heißt es, der Anmelder habe Verbindungen zur rechtsextremen Szene, er selbst gehöre aber nicht dazu. Eine vollständige Unterwanderung der Corona-Proteste durch die rechte Szene sehe die Dortmunder Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht, berichtet der WDR (weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24).

„Querdenker“ gehen jeden Montag in Dortmund auf die Straße und protestieren gegen Corona-Maßnahmen. Regelmäßig nehmen auch Rechtsextreme teil.

Bei der Dortmunder Antifa erkennt man dagegen eine „Radikalisierung der Bewegung“. Eine Sprecherin dazu: „Wenn ein Nazi aus terroristischen Strukturen in der Organisation mitarbeitet, was soll das denn sonst sein als eine radikalisierte Bewegung?“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Wüllner/News4Videoline, Bianca Hoffmann/RUHR24; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema