Schonungslose Details

Dortmund: Mann sticht mit Fleischergabel auf Opfer ein und legt an Weihnachten Feuer

In Dortmund hat ein Mann über Tage mehrere Menschen verletzt und für einen Wohnungsbrand gesorgt. Jetzt kommen die Details ans Licht.

Dortmund – Gebrochene Rippen, eine zertrümmerte Nase und ein Wohnungsbrand: Lukasz P. (42) hat in Dortmund* Ende 2020 eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Jetzt muss er sich wegen zweifacher gefährlicher Körperverletzung und schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten, berichtet RUHR24*.

Stadt:Dortmund
Straftat:Körperverletzung, Brandstiftung
Gericht:Landgericht Dortmund

Dortmund: Mann aus Menden wegen Körperverletzung und Brandstiftung vor Gericht

Bereits im September 2020 soll der Angeklagte einem Mann in Dortmund auf den Hinterkopf geschlagen haben. Dieser ging zu Boden und wurde kurz bewusstlos, geht aus einem Auszug der Anklage hervor, den das Landgericht Dortmund jetzt veröffentlicht hat.

Lukasz P. soll dem wehrlosen Opfer gegen die Rippen und den Arm getreten haben. Der Mann kam mit gebrochenen Knochen, Prellungen und Schürfwunden davon. Doch das war nur der erste Teil der Anklage. Denn das nächste Opfer von Lukasz P. sollte es noch schlimmer treffen.

Dortmund: Umtrunk in Brechten eskaliert – Angriff mit Fleischgabel

Wenige Monate später, am Tag vor Weihnachten (23. Dezember 2020), soll der Angeklagte erneut die Fassung verloren haben. Die Polizei Dortmund berichtet in einer Pressemitteilung zu diesem Tag von einem eskalierten Umtrunk in einer Wohnung in Brechten.

In der Anklage werden nun die schonungslosen Details bekannt. Demnach soll Lukasz P. (damals noch 41 Jahre alt) seinem Bekannten (damals 44) ins Gesicht geschlagen und getreten haben. Dann holte er eine Fleischgabel und stach damit auf den Oberkörper des Verletzten ein, beschreibt das Gericht die Tat.

Dortmund: Angeklagter sticht auf Opfer ein – Polizei kann ihn kaum stoppen

Eine Zeugin habe dem Angeklagten die Waffe abnehmen können, woraufhin er sich ein Messer aus der Küche besorgt habe. Auch das steht in dem Polizeibericht von dem Abend.

Dabei ging Lukasz P. offenbar sehr entschlossen vor – und ließ sich auch von der Polizei kaum aufhalten: „Als der Mann mit verdeckten Händen zielstrebig auf den Polizisten zuging und nicht auszuschließen war, dass er ein Messer trägt, wurde der Einsatz der Polizeihündin Hedda angedroht – der Mann ließ sich davon nicht beeindrucken.“

Erst als der Polizeihund dem Mann in den Hintern gebissen hatte, konnten Beamte ihn überwältigen. Das Opfer wurde schwer verletzt: Schädel-Hirn-Trauma, eine Stichwunde am Oberkörper, das Nasenbein zertrümmert und der rechte Daumen zerquetscht.

Doch lange war Lukasz P. nach seiner Festnahme nicht von der Straße. Nachdem er an Heiligabend (24. Dezember 2020) wieder nüchtern war, wurde er aus dem Gewahrsam entlassen. Noch am selben Tag sollte er für einen weiteren dramatischen Einsatz in Dortmund sorgen (alle News aus Dortmund auf RUHR24 lesen).

Dortmund: Mann soll Fenster aus Verankerung gesprengt haben

Weil eine Bekannte von Lukasz P. nicht auf seine Anrufe und Whatsapp-Nachrichten reagiert hatte, ging er laut Gericht zu ihrer Wohnung, ebenfalls in Dortmund-Brechten. Auch hier soll der Angeklagte keine halben Sachen geplant haben: „Dort soll er in der Absicht, das Haus zu zerstören, ein Feuer entzündet haben“, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Die Feuerwehr berichtete dazu, dass Nachbarn an Heiligabend einen Knall gehört hätten. Mit Gas aus Spraydosen soll Lukasz P. eine so heftige Verpuffung ausgelöst haben, dass es das Badezimmerfenster aus der Verankerung gedrückt hat. Den Brand in der Wohnung konnte die Feuerwehr Dortmund schnell löschen. Die Kripo ermittelte anschließend gegen den nun Angeklagten.

Dortmund: Prozess gegen Lukasz P. startet am Landgericht Dortmund

Ab Montag (11. April) muss Lukasz P. aus Menden sich vor dem Landgericht Dortmund verantworten. Ihm werden zweifache gefährliche Körperverletzung sowie schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von mehreren Jahren. Mit einem Urteil ist nicht vor Ende Mai zu rechnen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Revierfoto/Imago

Mehr zum Thema