Bild: RUHR24

Seit zwei Wochen demonstrieren die Dortmunder Neonazis immer montags in der Nordstadt. Diese regelmäßigen Aufmärsche wollen sie bis Weihnachten fortsetzen. Doch jetzt formiert sich Widerstand. Die drei großen antifaschistischen Bündnisse der Stadt riefen für Montag (14. Oktober) zu Gegendemonstrationen auf.

  • Die für Montag (14. Oktober) in Dortmund geplante Neonazi-Demonstration ist ins Gerichtsviertel verlegt worden.
  • Dagegen formiert sich Widerstand – mehrere Gegendemonstrationen fanden statt.
  • Antifaschistische Bündnisse wollten ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit setzen.

Nazi-Demo in Dortmund – deutlicher Gegenprotest erwartet

Update, Montag (14. Oktober), 16.25 Uhr: Weil der bekannte Neonazi Matthias Drewer seit Sonntag (13. Oktober) in U-Haft sitzt, haben die Rechtsextremen ihren Aufmarsch ins Gerichtsviertel verlegt.

Die Gegendemonstranten haben reagiert und ziehen ebenfalls in die östliche Innenstadt von Dortmund. Dort wollen sie nach dem Anschlag von Halle gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit protestieren.

Neonazis planen Demo in der Nordstadt

Ursprungsmeldung: Zum mittlerweile dritten Mal wollen die Dortmunder Nazis am Montag (14. Oktober) in der Nordstadt demonstrieren. Seit dem 30. September finden dort einmal wöchentlich Aufmärsche statt, bei denen die Rechtsradikalen gegen eine vermeintliche Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit demonstrieren.

Gegen diese Demonstrationen formiert sich jetzt Widerstand. Die drei großen Dortmunder antifaschistischen Bündnisse rufen für Montag zum Gegenprotest auf.

„Nach den Morden in Halle und den voraus gegangenen Umtrieben der Nazis in Dortmund wird die Stadtgesellschaft mit ihren verschiedenen Bündnissen gemeinsam den Nazis entschlossen entgegen treten“, heißt es dazu vom Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus.

Demonstrationen nach Entfernung von „Nazi-Kiez“ Schriftzug in Dortmund

Der Grund für die Demo-Offensive der Nazis ist die Entfernung des „Nazi-Kiez“ Schriftzugs an einer Hauswand in Dortmund-Dorstfeld. Die Rechtsradikalen sehen durch die Aktion ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt und reagieren mit diversen Kundgebungen.

Das fertige Graffiti in Dorstfeld. Foto: RUHR24
Wo früher der Schriftzug „Nazi-Kiez“ prangerte, ist jetzt ein buntes Graffiti zu sehen. Foto: RUHR24

Bisher gab es gegen diese Demonstrationen vergleichsweise wenige Gegenprotest. Nun sei es jedoch überfällig, dass die Menschen in der Nordstadt, die seit Wochen die Aufmärsche der Nazis ertragen müssten, Unterstützung bekämen, heißt es vom Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus. Entsprechende Demos sind für Montag in Dortmund geplant.

Diese Demonstrationen sind in Dortmund geplant

  • Die Nazis treffen sich um 19.30 Uhr am Nordausgang des Hauptbahnhofs, um dann durch die Nordstadt zu ziehen.
  • Bereits ab 19 Uhr ruft der Förderverein Gedenkstätte Steinwache mit dem Arbeitskreis Dortmund gegen Rechtsextremismus zu einer Gegendemo am NSU-Mahnmal (Steinstraße 48) auf.
  • Um 17.30 Uhr Uhr beginnt bereits die Gegendemonstration des Bündnisses Dortmund gegen Rechts an der Ecke Kurfürstenstraße/Ecke Kirchenstraße.
  • Das Bündnis BlockaDo trifft sich an der Ecke Grüne Straße/Baumstraße.

Die Orte der Gegendemonstrationen sind dabei nicht zufällig gewählt. Sie liegen so um den Nordausgang des Hauptbahnhofs Dortmund verteilt, dass sie den Aufmarsch der Nazis blockieren und den Demozug durch die Nordstadt verhindern.

Aufruf zu Demonstrationen gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in der NordstadtAm kommenden…

Gepostet von AK gegen Rechtsextremismus am Freitag, 11. Oktober 2019

Dortmunder Organisationen fordern Verbot der Nazi-Demo

Zudem fordern zahlreiche Dortmunder Organisationen, darunter die Organisatoren der Gegendemonstrationen, die NaziDemo zu verbieten. In einem offenen Brief haben sie sich an die Polizei gewandt. Der Aufmarsch der Nazis nur wenige Tage nach den Geschehnissen in Hall sei „unerträglich und nicht hinnehmbar“.

Die Polizei Dortmund habe Verständnis für die öffentliche ablehnende Bewertung der Versammlung von Rechtsextremisten, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. „Wir begrüßen den für Montag angekündigten friedlichen Gegenprotest ausdrücklich.“

In der Nordstadt in Dortmund kam es zuletzt zu einem Raubüberfall. Die Polizei konnte die Verdächtigen jedoch am Hauptbahnhof in Dortmund aufgreifen und festnehmen.