Partei stellt Forderungen

Dortmund: CDU sehnt Comeback von Prostitution herbei

Wegen Corona dürfen Prostituierte in NRW derzeit nicht arbeiten. Die CDU in Dortmund sieht jetzt eine Gefahr.

Dortmund - Trotz Corona dürfen in NRW inzwischen fast alle Branchen wieder - mehr oder weniger normal - ihrer Arbeit nachgehen. Prostituierte allerdings haben das Nachsehen. Für sie gilt in Nordrhein-Westfalen seit März ein Prostitutionsverbot.

Land

Nordrhein-Westfalen

Einwohner

17,9 Millionen

Regierende Parteien

CDU und FDP

NRW: Prostitution wegen Corona ist verboten

So ist laut Paragraf 10 der aktuell gültigen Coronaschutzverordnung des Landes NRW folgendes untersagt:

  • sexuelle Dienstleistungen in und außerhalb von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen.

Die CDU in Dortmund setzt sich jetzt dafür ein, dass die Prostituierten in Dortmund wieder ihrer Arbeit nachgehen können und fordert die Stadt zu "lösungsorientierter Gesprächen" mit dem Land Nordrhein-Westfalen auf.

CDU Dortmund setzt sich für Prostitution ein

CDU-Mann Thorsten Hoffmann sieht die Gefahr, dass Prostituierte nun in die Illegalität rutschen könnten, würden sie sich nicht mit der Arbeitslosigkeit abfinden. 

Thorsten Hoffmann von der CDU in Dortmund ist ehemaliger Polizist.

Hinter dem Berufsverbot für Sexarbeiterinnnen sieht Friedrich-Wilhelm Weber, ordnungspolitischer Sprecher der Christdemokraten in Dortmund Vorurteile, Stigmata und Tabuisierung.

Durch das Prostitutionsverbot sieht die CDU weiterhin die Möglichkeit, dass das 2002 ins Leben gerufene "Dortmunder Model" in Gefahr geraten könnte. Dabei handelt es sich um einen "Runden Tisch" für alle relevanten Akteure, etwa Sexarbeiter, Clubbetreiber, Ordnungsamt, Polizei oder Hilfsorganisationen. Das Konzept soll Sexarbeiterinnen in Dortmund Sicherheit geben.

CDU Dortmund sieht Gefahr für Prostituierte

Das Ausharren des Landes NRW gefährde nicht nur die öffentliche Ordnung in den besonders betroffenen Stadtteilen, sondern stelle auch in Hinblick auf den Schutz der betroffenen Frauen ein Problem dar. Menschenhandel und organisierte Kriminalität durch das Abrutschen in illegale Arbeiten könnten drohen.

Die CDU in Dortmund sieht Prostituierte in NRW in Gefahr.

Inzwischen ist sogar ein Brief mit dem Anliegen der Dortmunder CDU bei an die schwarz-gelbe Landesregierung gesendet worden. Das Ziel: Eine Neubewertung des aktuell geltenden Berufsausübungsverbotes im Bereich der Sexarbeit.

NRW will wegen Corona noch keine Prostitution

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) jüngst: "Solange in anderen Lebensbereichen massive Restriktionen wie Abstand, Maskenpflicht und Rückverfolgbarkeit von Infektionsketten gelten, sind aus Sicht unseres Hauses Lockerungen im Prostitutionsbereich schwer vorstellbar."

In Berlin wurde dagegen Prostitution nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie schrittweise wieder erlaubt. Das Land startete zunächst mit der Erlaubnis von sexuellen Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr ab dem 8. August. Seit dem 1. September sind auch sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr wieder zulässig.

Skepsis: NRW sieht Gefahr durch Atemfrequenz

In NRW bleibt man weiterhin skeptisch. Zur Begründung heißt es unter anderem: "Die typischerweise hohe Atemfrequenz der Kunden führt zu einer erhöhten Aerosolbildung, die die Übertragung des Virus begünstigen kann."

Rubriklistenbild: © Felix Hörhager/dpa

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