Stadtteile bekommen neue Technik

Bürger in Dortmund merken fast nichts von Millionenprojekt der Stadt

Die Stadt Dortmund stellt die Straßenbeleuchtung auf ein digitales System um. 22.000 Straßenlaternen haben jetzt neue „smarte“ Funktionen.

Dortmund – Insgesamt 52.000 Straßenlaternen leuchten nachts die Wege in Dortmund aus, damit Fahrrad-, Autofahrer und Fußgänger sicher von A nach B kommen. 22.000 von ihnen sind auf ein neues, digitales Lichtsystem umgestellt worden. DEW21 spricht von einem „Meilenstein“.

ProjektnameStraBelDo
Projektziel30.000 neue Straßenbeleuchtungen in Dortmund bis 2024
UnternehmenDortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) & SPIE SAG GmbH
AuftraggeberStadt Dortmund

Neue Straßenbeleuchtung: Diese Dortmunder Stadtteile haben die smarte Technik

Die Stadt wechselt aktuell viele alte Straßenbeleuchtungen aus. Weg kommen Leuchtköpfe, die älter als 30 Jahre sind und Stahlmasten, die über 50 Jahre auf dem Buckel haben (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Die neuen „klugen“ Leuchten, die stattdessen eingebaut werden, haben allerlei smarte Technologie verbaut. Bürgerinnen und Bürger in Dortmund werden Unterschiede aber nur mit einem sehr genauen Auge erkennen.

In diesen Stadtteilen von Dortmund gibt es bereits neue Straßenleuchten:

  • Aplerbeck
  • Huckarde
  • Mengede
  • Innenstadt-West
  • Hombruch
  • Hörde
  • Scharnhorst

Gerade wird in Lütgendortmund gearbeitet, anschließend soll auch Eving die smarte Technik bekommen.

Dortmund: Neue Beleuchtung ändert das Licht der Stadt mit digitalen Laternen

Für aufmerksame Beobachter erstrahlen Straßenzüge in diesen Dortmunder Stadtteilen in neuem Licht: Weißer und oft weniger hell als noch vor wenigen Jahren. Das weiße Licht kommt durch die neu installierten LED-Leuchten anstelle der zuvor verwendeten Halogene. Ein geringerer Streuungsradius und moderne Technik sorgen für die veränderte Helligkeit.

Denn durch die „Digitalisierung“ der Laternen kann jede von ihnen einzeln angesteuert werden. In der Theorie könnten damit zum Beispiel Lichtmuster in das Dortmunder Straßennetz gezeichnet werden. Oder alle Leuchten könnten abwechselnd super hell und dann wieder sehr dunkel leuchten, sodass man beim Laufen auf dem Gehweg abwechselnd in Dunkelheit getaucht und ins Rampenlicht gestellt wird. In der Praxis ist das natürlich wenig sinnvoll.

Digitale Straßenlaternen in Dortmund: individuelle Lichteinstellung möglich

Stattdessen wird das neue System von der Stadt Dortmund genutzt, um Straßenzüge individuell zu beleuchten. Steht die Straßenbeleuchtung beispielsweise in einem Viertel, in dem es schon durch nachts beleuchtete Gebäude viel Licht gibt, kann sie vergleichsweise weniger hell eingestellt werden. Auf einem abgelegenen Weg braucht es dafür mehr Leuchtkraft.

So wird verhindert, dass Straßen und Wege zu hell oder zu dunkel ausgeleuchtet werden. Nach demselben Prinzip können die Lichter an Hauptverkehrsstraßen an die aktuelle Verkehrslage angepasst werden. Bei wenig Verkehr wird es etwas dunkler und bei mehr Autos heller gestellt. Der Unterschied in der Helligkeit sei für Autofahrerinnen und Autofahrer aber mit dem bloßen Auge nicht erkennbar, sagt die Stadt Dortmund auf RUHR24-Anfrage.

Neue LED-Leuchten an Straßenlaternen sorgen bei Nacht für weißeres Licht in Dortmund.

Neue Straßenbeleuchtung in Dortmund spart Energie

Auch wenn es für Passanten nicht sichtbar ist, sorgt das Dimmen für einen geringeren Stromverbrauch. Schon die Umstellung auf moderne LED-Leuchten spart 30 Prozent der Energie im Vergleich zu den alten Leuchten. Denselben Wert spart obendrauf die smarte Technik ein.

Mit der Umstellung von bislang 22.000 Leuchten sollen in Dortmund 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr eingespart werden können. Das entspricht in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 1.400 Zweipersonenhaushalten. Auch im Privathaushalt gibt es Tricks, um durch die richtige Licht-Technik Strom zu sparen.

Außerdem will die Stadt durch die Erneuerung auch die Instandhaltungskosten der Straßenlaternen um eine Million Euro im Jahr verringern. Heißt: Es wurde und wird in den nächsten Jahren erst mal investiert, um langfristig die Kosten zu senken. Rund 25 Millionen Euro kostet die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, teilt die Stadt auf RUHR24 Anfrage mit. Zum Juli 2022 wurden davon bereits 15 Millionen ausgegeben.

Stadt Dortmund plant weitere 8.500 neue Straßenlaternen bis 2024

Peter Flosbach, Technischer Geschäftsführer von DEW21 spricht von einem „Meilenstein in Richtung Klimaneutralität 2035“. DEW21 setzt das Projekt im Auftrag der Stadt zusammen mit „SPIE Deutschland & Zentraleuropa“, einem Multitechnik-Unternehmen für Gebäude und Infrastruktur, um. Das Ziel ist es, bis 2024 insgesamt 30.500 Leuchten auf das neue System umzustellen und 8.800 Laternenmasten in Dortmund auszutauschen.

Rubriklistenbild: © Blickwinkel/Imago

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