Chaos auf dem Wall

Dortmund: Pläne der Polizei für Wall-Raser und Poser in der Ruhrmetropole überraschen

Das Chaos am Wall in Dortmund nimmt im Corona-Lockdown weiter zu. Jetzt kündigt die Polizei drastische Maßnahmen im Kampf gegen Raser und Auto-Poser an.

Dortmund – Fast jeden Tag berichtet die Polizei über neue Kontrollen am Wall in der Innenstadt von Dortmund (alle News aus Dortmund auf RUHR24.de). Allein seit dem vergangenen Wochenende gab es etliche Anzeigen und Platzverweise gegen Raser, Auto-Poser und illegale Tuner. Gegen sie kündigt die Behörde jetzt härtere Maßnahmen im Corona-Lockdown an.

Raser und Poser am Wall in Dortmund: Polizei spricht von „unzumutbaren Zuständen“

Neben gefährlichen illegalen Rennen seien die anhaltende Beeinträchtigung der Anwohner durch den Lärm am Wall in Dortmund ein „unzumutbarer Zustand“. Die Hauptverkehrsader der Stadt sei „keine Rennstrecke, Show-Meile oder Dating-Plattform“ für Treffen mit Event-Charakter.

Auf dem Wall in Dortmund musste die Polizei erneut gegen Raser vorgehen.

Das sind nur einige der Formulierungen aus den jüngsten Polizeimeldungen zum Chaos in der Innenstadt. Da lässt sich neben jeder Menge Unverständnis mittlerweile auch ein wenig Verzweiflung herauslesen. Denn: Viel mehr als Woche für Woche geduldig kontrollieren, sperren und ahnden können die Beamten ja kaum tun. Ruhe kehrt für sie und die Anwohner dennoch nicht ein. Im Gegenteil.

Dortmund: Bis zu 700 Autos auf Wall – CDU zeigt etwas Verständnis für Poser

An den vergangenen Wochenenden zählte die Polizei Dortmund zeitweise bis zu 700 Fahrzeuge auf dem Wall – trotz Corona-Lockdowns. Tödliche Unfälle habe man zwar verhindern können. „Massivste Lärmbelästigungen zur Nachtzeit, Vermüllung und in der Pandemie auch häufig Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung“ seien jedoch die Begleiterscheinungen dieser Szene, schreibt die Polizei.

Zahlreiche Beschwerden der Bürger waren die Folge der offenbar fehlenden Freizeitangebote für zahlreiche jungen Leute, berichten die Beamten am Donnerstag (14. Januar). Dennoch: „Trotz unserer intensiven Bemühungen beim Vorgehen gegen diese Szene haben wir noch nicht die Ergebnisse erzielt, die wir erreichen wollen und müssen“, heißt es selbstkritisch.

Polizei Dortmund kündigt härtere Kontrollen von Rasern und Posern auf dem Wall an

Vor dem nächsten Wochenende kündigt Polizeipräsident Gregor Lange deshalb stärkere Kontrollen an: „Ich habe als erste Polizeibehörde des Landes das konsequente Vorgehen gegen Raser-, Poser und die illegale Tuningszene zum behördenstrategischen Schwerpunkt erklärt.“

Dabei fühlen sich einige Auto-Tuner aus Dortmund bereits länger zu Unrecht kriminalisiert. Mittlerweile schaltete sich auch die CDU-Fraktion im Rat ein – und zeigte gar etwas Verständnis für Auto-Poser.

Die Ankündigung der Polizei bedeutet: Der Kampf gegen die Raser in Dortmund wird weiter intensiviert. Auch, weil neue Blitzer am Wall und bisherige Kontrollen von Amateur-Rennfahrern und Auto-Posern offenbar noch immer nicht den erhofften Erfolg zeigen.

Zu den weiteren Maßnahmen am Wall in Dortmund sollen laut Polizei Dortmund zählen:

  • Sperrungen von Fahrstreifen
  • Verkehrsableitungen
  • Verschiedene Kontrollstellen

Damit soll der Wall für Raser künftig so unattraktiv wie möglich gemacht werden. Die betroffenen Anwohner des Walls sollen zuvor am Freitag (15. Januar) mit Flyern über die geplanten Maßnahmen informiert werden.

Raser und Poser in Dortmund: Polizeipräsident Gregor Lange appelliert an die Vernunft

Schließlich appelliert Lange noch an die meist jungen Autofahrer: „Es kann doch nicht sein, dass gerade auf dem Höhepunkt der Pandemie einige Wenige ohne jegliche Hemmungen den öffentlichen Raum zur Eventmeile umfunktionieren und nur an das eigene Vergnügen denken.“

Der Polizeipräsident von Dortmund, Gregor Lange, appelliert an Raser und Poser in Dortmund.

Andere würden in Krankenhäusern um Menschenleben kämpfen, die Allermeisten würden sich an die Regeln halten und gleichermaßen das Ende der Pandemie herbeisehnen. Die Szene solle sich an der gesellschaftlich notwendigen Solidarität beteiligen und sich die Gefahr einer Pandemie bewusst machen. Dass gut gemeinte Appelle und härtere Kontrollen bereits an diesem Wochenende etwas bringen, darf jedoch bezweifelt werden.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler

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