Schlechter Scherz

Dortmund: Frau schockiert Polizei bei Suche nach vermisstem Säugling

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Eine Frau aus Dortmund erlaubte sich einen üblen Scherz. Sie hat mit einem falschen Anruf die Suche nach einem Säugling behindert.

Eine Geschichte, die einen mit dem Kopf schütteln lässt. Bei der Suche nach einer vermissten Mutter (17) und ihrem Säugling schockierte eine Frau aus Dortmund mit einem Anruf.

Dortmund/Oberhausen – Die 17-jährige Mutter Celine T. und ihr zwei Monate alter Säugling galten seit dem 6. Januar als vermisst. Das Jugendamt Essen schaltete die Polizei ein. Doch der gestartete Zeugenaufruf verlief zunächst anders als geplant.

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Mutter und Säugling vermisst: Frau aus Dortmund meldet sich bei der Polizei Essen

Denn diese Bitte nach Hinweisen nahm eine 20-jährige Frau zum Anlass, sich einen üblen Spaß zu erlauben. Sie rief am 12. Januar mit unterdrückter Nummer beim Jugendamt der Stadt Essen an und gab sich als die Vermisste aus. „Damit hat sie die Polizei bewusst auf eine falsche Fährte gelockt“, sagte Polizeisprecher Peter Elke auf Nachfrage von RUHR24.

Sie habe mit „leiser und brüchiger Stimme“ angegeben, dass es ihr schlecht ginge, teilte die Polizei Essen und Mühlheim in einer Pressemitteilung mit. Daraufhin schlugen die Beamten Alarm und leiteten eine städteübergreifende Suche nach der Anruferin ein.

Vermisstensuche nach Säugling: Unbekannter Anruf führt Polizei nach Dortmund

„Wenn es der Mutter schlechtgeht, müssen wir davon ausgehen, dass es auch dem Säugling schlechtgeht. In solchen Fällen wird alles eingesetzt, was wir zur Verfügung haben“, erklärte der Polizeisprecher.

Weitere Ermittlungen und Ortungen führten die Beamten dann nach Dortmund-Aplerbeck und zu dem Handy, von dem der Anruf ausging. Es gehörte einer 20-Jährigen. Schnell war klar, dass es sich nicht um die gesuchte Mutter handelt und dass die Frau in keiner Beziehung zu der Vermissten und ihrem Säugling steht.

Frau aus Dortmund täuscht Gefahrenlage vor: Polizei leitet Maßnahmen ein

Sie habe die Gefahrenlage damit nur vorgetäuscht. Auf die Frage nach den Beweggründen der Dortmunderin sagte Peter Elke, sie habe „erlebnisorientiert“ gehandelt. Ein Spaß, der sie jetzt teuer zu stehen kommt.

Denn zum Einsatz kamen Spezialisten, polizeiliche und richterliche Anordnungen mussten eingeholt werden. Zudem musste das Handy mehrfach geortet werden, wofür insgesamt viele Stunden Arbeit investiert worden seien. Auch eine Telefongesellschaft wurde kontaktiert, was ebenfalls Kosten verursachte. Die Polizei sei jetzt bemüht, die Kosten an die Verantwortliche aus Dortmund weiterzugeben.

Dortmund: Frau macht Fake-Anruf bei der Polizei und bekommt mutmaßlich hohe Rechnung

In der Mitteilung erklärt die Polizei, dass polizeiliche Hilfe grundsätzlich jedem Menschen kostenlos zuteilwerden kann, dies aber Grenzen habe. „Die Vortäuschung einer Gefahrenlage kann unter Berücksichtigung des dadurch entstehenden Personal- und Sachaufwandes zu einer erheblichen Verwaltungsgebühr führen.“

Einen Rahmen konnte der Polizeisprecher zwar nicht nennen, da noch geprüft werde, was berechnet werden könne. Er kündigte jedoch an, dass auf die Frau aus Dortmund durchaus eine Summe im vierstelligen Bereich zukommen könnte.

Video: Vermisstensuche: Das ist die Vorgehensweise der Polizei

Vermisstensuche: Mutter und Säugling wohbehalten in Oberhausen gefunden

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Nach dem Wirbel um den Falschanruf konnten die vermisste junge Mutter und ihr Kind doch noch gefunden werden. Am 17. Januar wurden die beiden wohlbehalten in Oberhausen gefunden. So nahm die Geschichte immerhin noch ein beruhigendes Ende, zumindest für die Vermisste.