Tierquälerei

Dortmund: Horror! Frau quält Tiere und wirft sie tot aus dem Fenster

In Dortmund soll eine offenbar psychisch kranke Frau verschiedene Tiere gesammelt, sie in ihrer Wohnung gequält und anschließend aus dem Fenster geworfen haben. Tierschützer sind entsetzt.

Dortmund – In einer Wohnung in Dortmund-Huckarde bekamen es Tierschützer nun mit einer besonders schlimmen Form von Tierquälerei zu tun. Eine mutmaßlich psychisch kranke Frau soll dort regelmäßig wild lebende Tiere sammeln, sie in ihrer Wohnung quälen und später tot aus dem Fenster werfen. Die Tierschutzorganisation Arche 90 rettete nun zehn Tauben aus ihren Fängen.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen

Tierquälerei in Dortmund: Psychisch kranke Frau soll wilde Tiere gefangen und zu Tode gequält haben

Wie die Tierschützer auf ihrer Website mitteilen, hätte es die Frau ausschließlich auf Tiere abgesehen, die entweder wild in der Natur leben, Freigang haben oder ohne Besitzer sind: etwa Tauben, Katzen oder Streuner.

Die Tiere soll sie dann mit in ihre Wohnung nehmen und dort unter besonders unhygienischen Zuständen halten. Die Wohnung der Frau sei laut Angaben von Arche 90 von „Tierkot verdreckt“. Die Krallen der Tauben binde sie laut der Organisation „mit allem zusammen, was sie finden kann“: mit Verschlüssen von Getränkedosen, Draht oder Gummibändern. Warum sie das macht, ist unklar.

Dortmund: Tierschützer retten zehn verwahrloste Tauben aus den Fängen der Frau in Huckarde

Nicht selten kommt es dazu, dass die Tiere die Quälereien der Frau nicht überleben. „Wenn eine Taube verstirbt, wird sie einfach über den Balkon geworfen – oft zusammen mit Möbeln“, wird Arche-90-Mitglied Gabi Bayer auf der Website der Tierschutzorganisation zitiert.

Meyer war zusammen mit der Polizei in der Wohnung in Dortmund-Huckarde, wo sie gemeinsam zehn Tauben aus den Fängen der vermeintlich psychischen Frau befreiten. „Sie waren in einem sehr schlechten Zustand“, beschreibt die Tierschützerin die Vögel.

Dortmunder Veterinäramt wusste von dem Fall, aber hat augenscheinlich nichts unternommen

„Entkräftet, ausgedurstet, zum Teil verletzt oder krank“ – so lautet die Beschreibung der Tauben auf der Website von Arche 90. Einige Krallen seien ebenfalls bereits abgestorben. Aktuell werden die Vögel von Tierärzten betreut und in Pflegestellen behandelt. Besonders traurig: Eine Taube musste vom Tierarzt unmittelbar nach dem Fund eingeschläfert werden.

Wie die Ruhr Nachrichten (Bezahlinhalt) berichten, hätte Arche 90 am Montag (11. Oktober) das Dortmunder Veterinäramt eingeschaltet, allerdings sei Gabi Bayer dort bei den Verantwortlichen laut eigener Aussage auf wenig Verständnis gestoßen.

Nachdem die Tauben eingefangen und an den Krallen gefesselt wurden, haben sie nur wenig Überlebenschancen gehabt.

Veterinäramt war vor Ort und wurde nicht in Wohnung gelassen – Taube lag angeblich tot auf Tisch

Amtsleiter Dr. Rüdiger Wurm hätte sie mit den Worten, dass es keine Zeugen von der Tötung der Taube gebe, einfach abgewimmelt. Nachbarn hätten nur gesehen, dass der tote Vogel aus dem Fenster geworfen wurde und das alleine würde nicht ausreichen. Was Meyer nicht wusste: Das Veterinäramt war längst vor Ort gewesen, hatte aber wenig Erfolg.

Laut Angaben des Veterinäramtes war der versuchten Kontrolle der Wohnung ein Bericht des sozial-psychiatrischen Dienstes vorausgegangen. Demnach hätte eine Mitarbeiterin bereits am 6. Oktober dem Amt berichtete, dass sie eine Taube auf dem Wohnzimmertisch habe liegen sehen. Ein Flügel des Vogels hätte heruntergehangen. Einen genauen Blick konnte die Mitarbeiterin allerdings nicht auf das Tier werfen, da sie keinen Zutritt zur Wohnung hatte.

Tierschützerin hat große Angst davor, dass die Frau schon bald noch mehr Tiere quälen könnte

Nach dem Bericht des sozial-psychiatrischen Dienstes sei das Veterinäramt am 7. Oktober vor Ort an der Wohnung in Dortmund-Huckarde gewesen, um die Lage selbst zu untersuchen. Allerdings seien sie nicht in die Wohnung gekommen, weil niemand geöffnet hätte. Durch das Fenster hätte man keine Tiere oder speziell eine tote Taube sehen können. Arche 90 weist darauf hin, dass sich die Wohnung der Frau im zweiten Stock befinde und sich ein Blick in die Räumlichkeiten daher eher schwierig gestaltet.

Gabi Bayer befürchtet nun, dass die Frau weitere Tiere quälen könnte, wenn das Veterinäramt nicht rechtzeitig eingreift. Den Ruhr Nachrichten erzählte die Tierschützerin, dass Anwohner wohl schon öfter das Veterinäramt informiert hätten. Passiert sei bislang aber kaum etwas. Bayer ist schockiert.

Es kommt immer wieder vor, dass die Arche 90 verwahrloste Tiere retten muss, wie diesen Beagle hier.

Veterinäramt aus Dortmund bekam keinen Zutritt zur Wohnung – Arche 90 aber schon

„Es kann nicht sein, dass Arche 90 es schafft, Zutritt zu der Wohnung zu bekommen, die Behörde aber nicht“, sagt sie und kritisiert das langsame Handeln der Offiziellen: „Anscheinend steckt bei uns eine andere Energie dahinter als beim Veterinäramt.“

Laut Bayers Angabe sei Arche 90 am Montag zweimal zu der Wohnung in Huckarde gefahren. Als die Wohnungstür offen gestanden hat, habe sie kurzerhand die Polizei verständigt und dann sofort Zutritt zur Wohnung gehabt. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die wieder Tiere fängt!“, befürchtet Bayer.

Dortmund will Tierschutzbeauftragten engagieren – Tierschützerin reagiert mit Unverständnis

Tatsächlich soll es sich bei der vermeintlich psychisch kranken Frau um eine Wiederholungstäterin handeln. Bereits im Mai 2020 sei ihr die Haltung von Katzen verboten worden. Das Veterinäramt kündigte den Ruhr Nachrichten eine weitere Kontrolle der Wohnung an.

In Dortmund plant man derweil, die Position eines Tierschutzbeauftragten einzuführen, der vom lokalen Veterinäramt vorgeschlagen werden könnte. Er oder sie soll sich nicht nur um Haustiere wie Hunde und Katzen, sondern auch um die korrekte Haltung von Nutztieren kümmern. Grund für die neue Position seien die vielen Fälle von Tierquälerei in Dortmund in den vergangenen Jahren, zu denen auch Arche 90 immer im Einsatz war. Gabi Bayer bezeichnete das Vorhaben jedoch als „Schuss in den Ofen“.

Rubriklistenbild: © Arche 90 e.V.

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