Wer steckt hinter der Aktion?

Nationalsozialismus: Mysteriöse Stelen stellen Polizei im Ruhrgebiet vor Rätsel

Eine "Kunstaktion" gibt der Polizei Dortmund Rätsel auf.
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Eine "Kunstaktion" gibt der Polizei Dortmund Rätsel auf.

Mysteriöse Stelen an NS-Gedenkstätten stellen die Polizei derzeit vor ein Rätsel. Auch weitere Städte im Ruhrgebiet sind betroffen.

  • Eine kuriose "Kunstaktion" in Dortmund stellt die Polizei vor ein Rätsel. 
  • An insgesamt 12 Orten wurden Stelen aufgestellt. 
  • Auf einer der Stelen lag ein Schreiben, das die Aktion erklären soll.

Dortmund - Seit einigen Tagen beschäftigt die "Kunstaktion" einer unbekannten Gruppe auch die Polizei in Dortmund. Angefangen hatte alles am Montag (3. Februar). Gegen Abend meldete sich ein Zeuge bei der Polizei in Dortmund, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

"Kunstaktion" unbekannter Gruppe an Gedenkstätten in Dortmund

Er berichtete von einem verdächtigen Objekt aus Verbundpflastersteinen an der Mallinckrodtstraße in Dortmund. Es stellte sich heraus, dass das Gebilde tatsächlich neben der Gedenkstätte des NSU-Opfers Mehmet Kubasik in der Dortmunder Nordstadt stehe. Die Polizei stand vor einem Rätsel. Sie sicherte Spuren rund um das Objekt und ließ es daraufhin entfernen.

Am Dienstagmorgen (4. Februar) bekam die Polizei Dortmund dann einen weiteren Hinweis. Es handelte sich um eine Stele, identisch zu der, die an der Malllinckrodtstraße gefunden wurde. Diesmal befand sie sich allerdings an einer Gedenkstätte in der Bittermark

Schreiben zur "Kunstaktion" stellt Polizei Dortmund vor ein Rätsel

Neben dem Gebilde aus Pflastersteinen wurde diesmal allerdings auch ein Zettel mit einer Erklärung hinterlassen. Der Inhalt lässt darauf schließen, dass es sich um eine "Kunstaktion" einer unbekannten Gruppe handelt. In dem Schreiben heißt es, dass es in Deutschland auch 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz noch immer Hass, Anfeindungen und einen Rechtsruck gebe.

Schreiben zur "Kunstaktion", die die Polizei Dortmund beschäftigt.

Die Aktion solle zum Nachdenken anregen. Weiter heißt es, "das Geschehene darf niemals vergessen werden." Auf dem Schreiben ist das Datum vom 27. Januar 2020 vermerkt. Es weist weiter auf einen dritten Standort in Dortmund hin sowie auf insgesamt neun weitere Objekte in Hagen und Köln.

Die Polizei Dortmund steht weiterhin vor einem Rätsel. Wer genau hinter dieser Aktion steckt, bleibt bisher unklar. Der erste Verdacht der Volksverhetzung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener erhärtete sich nicht.

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