Gewalt und Diebstahl

Dortmund stellt nächste Videoüberwachung in der City scharf

Die Polizei beobachtet in der Dortmunder City vermehrt Raubüberfälle und Gewaltverbrechen. Nun sollen weitere Überwachungs-Kameras helfen.

Dortmund – In der Innenstadt hat es in den letzten Wochen immer wieder Krawalle und Gewaltverbrechen gegeben. Schwerpunkt ist dabei laut der Polizei Dortmund die Kampstraße. Allein hier haben die Beamten in den letzten sechs Wochen 30 Raubüberfälle und Körperverletzungen gezählt. Nun greift die Polizei Dortmund durch – unter anderem mit Kameras.

Polizei überwacht Kampstraße in Dortmund mit Kameras und will Straftaten verhindern

Zunächst hatten die Beamten es mit verstärkten Kontrollen, dann mit der sogenannten strategischen Fahndung versucht. Diese ermöglicht der Polizei, Menschen und Autos anzuhalten, um sie zu kontrollieren. Die Polizei darf auch kontrollieren, was die Personen dabei haben. Die strategische Fahndung ist umstritten, weil sie der Polizei eine größere Portion Macht gibt. Im Falle der Kampstraße scheint sie nicht den gewünschten Erfolg gebracht zu haben.

Ab Donnerstag (24. November) plant die Polizei daher, den Bereich der Kampstraße nun auch per Video zu überwachen. Dafür wird ein mobiler Container als eine Art Schaltzentrale an der Einmündung „Freistuhl“ errichtet.

Hier überwachen vier Kameras den angrenzenden Bereich (siehe Karte). Eine fünfte Kamera am Container soll den Container vor Vandalismus schützen, gehört aber laut Polizei nicht zur eigentlichen Überwachung.

Kameras der Polizei überwachen zum Weihnachtsmarkt Kampstraße und Reinoldikirche

Zwei weitere Kameras sollen aber sehr wohl überwachen, und zwar den Bereich der Kreuzung Hansastraße und Kampstraße sowie die Umgebung der Reinoldikirche. Konkret sei so die Fläche Kampstraße 1 bis 49 und Freistuhl 2 bis 7 abgedeckt. Bei Versammlungen soll die Überwachung ausgesetzt sein.

Ab Donnerstag (24. November) um 18 Uhr filmen die Videokameras zu diesen Zeiten:

  • Sonntags bis mittwochs: 15 bis 20 Uhr
  • Donnerstags: 18 bis 2 Uhr
  • Freitags: 16 bis 4 Uhr

Schilder sollen auf Videoüberwachung in Dortmund hinweisen – „doppelt so viele Taten“

Besucher des videoüberwachten Bereiches sollen durch Schilder aufmerksam gemacht werden. Zunächst gilt die Maßnahme bis Neujahr 2023. Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange ist überzeugt von der Effektivität der Videoüberwachung, auch zum Schutz der vielen Besucher, die nach Dortmund kommen.

Er sagt: „Es kann nicht sein, dass eine Gruppe krimineller Heranwachsender das Erlebnis all dieser Menschen trübt. Unsere Aufgabe als Sicherheitsbehörde ist es, solchen Entwicklungen sofort mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzutreten“, heißt es in einer Pressemitteilung (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

In der Brückstraße in Dortmund hängen bereits Kameras der Polizei. (Archiv)

Lange fährt fort: „Allein im (jetzt) videobeobachteten Bereich hat es in der Zeit zwischen Januar und Oktober in diesem Jahr 81 Körperverletzungsdelikte gegeben. Das sind etwa doppelt so viele, wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.“ Auch die Gesamtzahl der Straftaten sei mit rund 50 Prozent signifikant gestiegen.

Besonders während des Weihnachtsmarktes in Dortmund sei die Videoüberwachung eine gute Ergänzung. Seit 2016 hatte die Polizei Dortmund schon erste Erfolge mit der Videoüberwachung an der Brückstraße.

Rubriklistenbild: © Olaf Dšring/Imago

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