Tierschützer schlagen Alarm

Welpen-Drama in Dortmund: Polizei und Stadt retten Hunde – doch der nächste Ärger droht

Das Polizeipräsidium in Dortmund
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Hundewelpen beschäftigten die Polizei Dortmund an Karfreitag.

Die Polizei Dortmund stoppte an Karfreitag einen mutmaßlichen Transport von Dackelwelpen nach England. Zuvor hatte es Hinweise zu einer Wohnung gegeben.

Dortmund – Die Polizei und das Veterinäramt der Stadt Dortmund rückten an Karfreitag (2. April) zu einem Einsatz in den Stadtteil Westrich aus. Die Beamten hatten zuvor Hinweise erhalten, dass eine dortige Wohnung im Zusammenhang mit einem Tiertransport stehen könnte.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkArnsberg
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Polizei entdeckt bei Frau sieben Dackelwelpen – Transport von Ungarn nach England

Gegen 15 Uhr entdeckten die Polizisten bei einer 30-jährigen Frau insgesamt sieben Dackelwelpen. Sie hielt sich in einem Garten am Finkenweg auf.

Die Frau gab an, sich mit den sechs Dackelwelpen auf dem Weg von Ungarn nach England zu befinden. Die Polizisten hätten daraufhin die Tierbabys und die Transportmittel kontrolliert. Zusätzlich alarmierten sie Experten der Stadt Dortmund und die Dortmunder Tierschutzorganisation Arche 90.

Dortmund: Arche 90 vermutet nach Polizeieinsatz illegalen Welpenhandel – Verdacht auf Wurmbefall

Das Veterinäramt stellte alle sechs Dackel vorerst sicher. Sie seien mutmaßlich zum weiteren Verkauf und Transport vorgesehen gewesen. Der Tiertransport der Feuerwehr brachte sie ins Tierheim. Ein siebter Welpe blieb bei der 30-jährigen Frau. Sie behauptete, die Eigentümerin zu sein (alle Blaulicht-News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Die Tierschutzorganisation Arche 90 versucht nun, mehr Klarheit über den Fall zu gewinnen. Am Dienstag (6. April) soll die Frau laut Arche 90 die Hunde aus dem Tierheim zurückbekommen, wenn sie bis dahin entsprechende Transportunterlagen nachreicht. „Wir möchten das verhindern“, heißt es von den Tierschützern dazu.

Video: Warnung auf eBay & Co. – illegaler Welpenhandel nimmt zu

Im Transporter hätte es nach Durchfall gerochen und zwei der Welpen wirkten „apathisch“. Außerdem bestehe bei allen sieben Welpen der Verdacht auf Parvo und Wurmbefall.

Dortmund: Frau soll Hundewelpen zurückbekommen – Arche 90 will das verhindern

Die Tierschützer aus Dortmund weisen darauf hin, dass der illegale Handel mit Welpen in der Corona-Pandemie stark angestiegen sei. „Viele Menschen fühlen sich durch die Kontaktbeschränkungen einsam oder gelangweilt.“ Da sich deshalb viele eine Katze oder einen Hund wünschen, seien die Preise für Welpen und Kitten explodiert.

Oftmals würden die Tiere unter zwielichtigen Umständen nach Deutschland gebracht, Papiere gibt es meist nicht. Nicht selten seien die Tierbabys krank, ausgehungert oder durstig. Da die Arche 90 auch bei dem aktuellen Fall aus Dortmund von illegalem Welpenhandel ausgeht, bittet sie um Mithilfe.

Wer am Dortmunder Finkenweg einen Hund oder Welpen gekauft hat oder sich als Interessent ein Tier angeschaut hat, soll sich bei der Tierschutzorganisation melden. Laut Angaben von Arche 90 wurden die Dackel bei eBay Kleinanzeigen für je 1900 € angeboten. Die Anzeige dazu war am 18. März aufgegeben und bis heute über 12.000 Mal angeklickt worden.

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