Stundenlanger Einsatz

Dortmund: Polizei macht schrecklichen Fund in Transporter – Halter machen wirre Angaben

In Dortmund hat die Polizei eine schlimme Entdeckung gemacht. Eingepfercht in engen Käfigen fanden die Beamten mehrere Hundewelpen in einem Transporter.

Dortmund – Es war sicherlich ein trauriges Bild, das sich der Dortmunder Polizei geboten hatte, als sie am Karfreitag (2. April) die Türen des weißen Transporters öffnete. Auf der Ladefläche tummelten sich mehrere junge Hunde – wie lange die Tiere bereits in dem Wagen aushalten mussten, ist bisher unklar (weitere Blaulicht-News aus Dortmund auf RUHR24.de).

StadtDortmund
Einwohner603.609 (2020)
Fläche280,7 km²

Schlimme Entdeckung in Dortmund. Polizei findet Hundewelpen in weißen Transporter

Aufmerksam geworden war die Polizei auf den Transporter mit ungarischem Kennzeichen, weil dieser mitten in einem Wohngebiet in Dortmund geparkt hatte. Während des Einsatzes, an dem später auch Feuerwehr und Tierschutz beteiligt waren, stellte sich dann heraus, dass das weiße Auto einem Paar aus Ungarn gehört.

Zeugenaussagen zufolge drang bereits ein Winseln und Fiepen durch die Fahrzeugtüren. Und leider sollte sich ein schlimmer Verdacht bestätigen. Denn im Inneren des Transporters entdeckten die Polizeibeamten schließlich mehrere Hundewelpen – gefangen in kleinen Käfigen.

Polizei und Tierschutz in Dortmund befreiten mehrere Hundewelpen aus dem Transporter.

Polizei Dortmund befragt angebliche Hunde-Händler: widersprüchliche Aussagen

Die Halter des weißen Transporters erklärten der Polizei Dortmund, sie seien Händler und würden die jungen Hunde von Ungarn nach Großbritannien transportieren. Dort gebe es bereits sichere Käufer für die Tiere. Auf Nachfrage der Polizisten verwickelten sich die Hundehändler jedoch immer wieder in widersprüchlichen Aussagen. Zunächst seien einige Hunde doch schon in Deutschland verkauft worden. Später hieß es, dass einige Welpen ihnen selbst oder Verwandten gehören würden, berichtet auch der WDR.

Eine Sache sei dabei jedoch auffällig gewesen: Denn auf Anzeigenportalen im Internet gab es ein Angebot für genau solche Hundewelpen wie die Polizei sie in diesem Transporter gefunden hatte. Auch die Ortsangabe in der Anzeige war nur wenige Kilometer vom Fundort in Dortmund entfernt.

Verdacht auf Hundeseuche: Hundewelpen kommen in Tierheim in Dortmund

Die Polizei zog schließlich das Veterinäramt der Stadt Dortmund hinzu. Zum einen war nicht klar, wie lange sich die kleinen Hunde bereits in dem Wagen befanden. Außerdem habe es auch den Verdacht gegeben, dass die Tiere mit der Hundeseuche infiziert sein könnten.

Auch weil die Angaben der dubiosen Händler aus Ungarn offenbar sehr zweifelhaft waren, brachte man die verwahrlosten Hunde nach einem mehrstündigen Einsatz und ausführlichen Untersuchungen – die Tiere wurden unter anderem mit einem Chip-Lesegerät gescannt – schließlich zur Sicherheit ins Dortmunder Tierheim.

Polizei und Tierschützer warnen: Keine Hundewelpen über Internetportale kaufen

Es ist allerdings möglich, dass die Tiere schon Anfang der Woche wieder durch das Paar abgeholt werden dürfen. Die Handhabe mit derartigen Fällen ist offenbar schwierig. Auch deshalb warnen Polizei und Tierschützer immer wieder vor unseriösen Quellen beim Hundekauf. Erst kürzlich hat die Polizei Gelsenkirchen einen illegalen Welpenhandel aufgedeckt. Auch hier wurden die gerade einmal 15 Wochen alten Tiere auf einer Plattform im Internet angeboten.

Wer sich für einen Hund oder gar einen Hundewelpen interessiert, sollte dies niemals über ein Anzeigenportal oder andere dubiose Internetseiten tun. Nach Angaben der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ wurden im März mehr als 326 illegale Tiere aus 25 untersuchten Transporten beschlagnahmt.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24, news4 Video-Line/Markus Wüllner; Collage: RUHR24

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