Vorfall in Dorstfeld

Dortmund: Graffiti an der Emscherstraße beschmiert – warum das der Polizei sogar helfen könnte

Das Graffiti in der Emscherstraße in Dortmund.
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Das Graffiti in der Emscherstraße in Dortmund.

Mit einem bunten Graffiti und einiger PR sind Stadt, Polizei und Bürger in Dortmund gegen die Neonazis in der Emscherstraße vorgegangen. Jetzt wurde der Schriftzug beschmiert.

Dortmund – Mit viel Aufsehen haben Stadt und Polizei in Dortmund vor einem Jahr den Schriftzug „Our Colors Are Beautiful“ an eine Fassade an der Emscherstraße in Dorstfeld sprühen lassen. Gleich gegenüber wohnen bekannte Neonazis, denen das Graffiti ein Dorn im Auge ist. Jetzt wurde der Schriftzug mit rechten Schmierereien verunstaltet.

Dortmund: Rechte Schmierereien an Graffiti in der Emscherstraße – Polizei ermittelt

Wie die Polizei Dortmund am Samstag (19. Dezember) mitteilt, hatten Beamte am Freitagabend „Farbschmierereien mit rechtsextremistischen Bezug“ an der Wand entdeckt. Sie stellten Strafanzeige, die „Soko Rechts“ ermittelt nun in dem Fall. Was genau auf die Wand gesprüht wurde, ist bislang unklar.

Das Graffiti in einer Seitenstraße in Dorstfeld gilt als Symbol von Stadt, Polizei und Bürgern im Kampf gegen die Neonazis in Dortmund. Folgerichtig dauerte es auch nicht lange, bis die rechtsextreme Schmiererei noch am Samstag von einer Fachfirma entfernt wurde, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Damit sei der ursprüngliche Zustand des Graffitis an der Emscherstraße wiederhergestellt worden.

Dortmund: Rechte Schmierereien könnten Polizei in die Hände spielen

Es ist nicht das erste Mal, dass das Graffiti übermalt wurde. Bereits im April 2020 wurde schwarze Farbe über das Kunstwerk gesprüht. Zeitweise wurde es sogar rund um die Uhr von Polizisten in Streifenwagen bewacht. Mittlerweile erleichtert eine zweite Farbschicht das Entfernen von Schmierereien, berichten die Ruhr Nachrichten.

Die Polizei hat ein Auge auf die Neonazis in Dortmund-Dorstfeld.

Ziel der Polizei war es zuletzt, die Neonazis per Videokamera an der Emscherstraße überwachen zu lassen. Damit solle das dortige „Klima der Angst und Einschüchterung“ unterbunden werden. Das Verwaltungsgericht stoppte das Vorhaben der Polizei nach einer Klage der Extremisten jedoch vorerst.

Doch die unbedachte Aktion – mutmaßlich von Neonazis – könnte dem Polizeipräsidenten jetzt sogar in die Hände spielen: „Wir werden auch die Sachbeschädigung vom gestrigen Abend in das Hauptsacheverfahren zur Videobeobachtung in Dorstfeld beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen einbringen“, kündigte Polizeipräsident Gegor Lange am Samstag an.