50 Gaffer bringen die Polizei nach schwerem Unfall auf der A1 zur Weißglut

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Die Polizei in Dortmund hat Gaffer bei der Arbeit fotografiert. Foto: Polizei Dortmund

Dortmund/NRW - Gaffer auf der A1 haben die Polizei nach einem schweren Unfall am Donnerstag zur Weißglut gebracht. Die Polizei hat dann einfach zurückfotografiert.

Es müssen schlimme Szenen gewesen sein, die sich am Donnerstag nach einem Unfall auf der A1 bei Dortmund abgespielt haben. Rund 50 Gaffer waren vom Unglück offenbar so begeistert, dass sie es fotografieren mussten. Die Polizei hat zurückfotografiert.

Regelmäßig berichtet die Polizei in Dortmund über die Gefahr und Sinnlosigkeit, wenn Gaffer aus ihren Fahrzeugen Unfallopfer fotografieren. Aber: Die Berichte scheinen bei den Adressaten offenbar nicht anzukommen.

So auch nach dem schweren Unfall, der sich am Donnerstag (7. Februar) auf der A1 zwischen Unna und Kamen ereignet hat. Vier Lkw waren daran beteiligt, am Ende gab es zwei Schwerverletzte und eine leichtverletzte Person.

Während die Unfallopfer geborgen und die Trümmer von der Straße beseitigt wurden, brachten rund 50 Gaffer auf der Gegenfahrbahn der A1 die Polizei zur Weißglut. In langsamen Tempo fuhren sie am Unfall vorbei und machten mit ihren Smartphones Fotos.

Gaffer waren vor allem Lkw-Fahrer

Die Polizei beobachtete vor allem Lkw-Fahrer, die überdurchschnittlich häufig zum Handy griffen. Aus ihren Führerhäusern haben sie die besten Sicht.

Das Verhalten der Gaffer führte auf der Gegenfahrbahn Richtung Köln zu "Beinahe-Unfällen", wie es von der Polizei heißt. Diese konnten nur durch die Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer in letzter Sekunde verhindert werden.

Im Blindflug über die A1

Verschärfend kam hinzu, dass die Gaffer, während sie das Leid der Verletzten filmten, selbst im Blindflug über die Autobahn fuhren. Erst als die Polizei Sichtschutzzäune aufstellte, entschärfte sich die Situation.

Aktuelle Top-Themen:

Die Verkehrsteilnehmer erwarten jetzt Strafanzeigen wegen der Verletzung gegen den höchstpersönlichen Lebensbereich (§201a) und wegen der verbotenen Nutzung von Smartphones. Sie erwartet außerdem ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro, ein Monat Fahrverbot und einen Punkt in Flensburg.