Tatort-Daten nutzen

Dortmund: Polizei will künftig App nutzen – und damit Unglaubliches erreichen

Eine App der Polizei soll Bürgern Prognosen liefern, wo häufig eingebrochen wird. (Symbolbild)
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Eine App der Polizei soll Bürgern Prognosen liefern, wo häufig eingebrochen wird. (Symbolbild)

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eingebrochen wird? Darüber soll schon bald eine App informieren. Auch die Polizei Dortmund beteiligt sich daran.

Dortmund – Die Polizei Dortmund zeigt sich zufrieden mit ihrer Arbeit. So sei die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zu den letzten Jahren weiter gesunken. In NRW verzeichnet man einen Rückgang von sechs Prozent, in Dortmund sogar von rund 20 Prozent. Doch man ist noch lange nicht am Ziel.

Warn- und InformationssystemKatwarn
EmpfangsmedienSms, E-Mail, App, Bordcomputer im Auto
Einführung2010

Polizei NRW will neue Technik nutzen, um Einbrüche zu reduzieren

Daher will die Polizei in NRW nun neue technologische Möglichkeiten nutzen und die Bürger über das Einbruchsgeschehen in ihrer Nachbarschaft informieren. Aber wie soll das funktionieren?

Wie das NRW-Innenministerium mitteilte, sollen Bürger ab sofort per App Informationen über das Einbruchsrisiko in ihrer Wohngegend erhalten. In einem „Einbruchsradar“ werden vergangene Tatorte aus den Wohnbezirken anzeigt und auch Einbruchs-Prognosen erstellt. 

Außerdem enthalte die App wichtige Präventionshinweise und Tipps, wie man sich vor Einbruch schützen kann. „Das schärft die Sinne und beugt vor. Nur wer sich einer Gefahr bewusst ist, kann sich davor schützen“, sagte Minister Herbert Reul

Polizei NRW: Einbruchsradar warnt per Push-Nachricht vor Risiko

Die Daten für den Einbruchsradar werden mittels der landesweit von der Polizei genutzten Software „Skala“ (System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation) ausgewertet. Die entsprechenden Prognosen für die Bürger wurden vom Landeskriminalamt aufbereitet und sollen nun wöchentlich per Push-Nachricht an die Bewohner versendet werden.  

Jeden Montag erhält dann der Nutzer für von ihm in der App festgelegte Orte eine Mitteilung, ob und wie lange eine erhöhte Einbruchswahrscheinlichkeit besteht. In einer Stadtkarte sollen die Bewohner außerdem einen Überblick über vergangene Tatorte angezeigt bekommen. Die Darstellung beinhaltet jedoch nur die grobe Verteilung der Tatorte, sodass keine Rückschlüsse auf konkrete Adressen möglich seien, so heißt es in der Mitteilung des Innenministeriums.

Einbruchsradar der Polizei in Katwarn-App eingearbeitet

Die Polizei in NRW hat dafür aber keine neue App entwickelt, sondern macht sich bereits bestehende Systeme zunutze. So kann man den Einbruchsradar nutzen, indem man sich die Katwarn-App oder die Mehrwetter-App im App-Store herunterlädt.

In beiden Apps sollen die Funktionen eingearbeitet worden und entsprechende Informationen über mögliche Einbrüche erhältlich sein. Seit dem 30. November werden bereits entsprechende Meldungen veröffentlicht. Allerdings ist der Einbruchsradar noch nicht überall in NRW aktiv.

Einbruchsradar der NRW-Polizei: Auch in Dortmund verfügbar

So sind die Funktionen der App zunächst auf 16 Kriminalhauptstellen in NRW begrenzt. Neben Dortmund zählen dazu unter anderem auch die Polizeipräsidien in Bochum, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen und Köln. Ziel der Polizei-App ist es, „die Prävention weiter zu stärken und die Bevölkerung mit einem modernen Ansatz für das Thema Einbruchsdiebstahl zu sensibilisieren“ (mehr Blaulicht-News aus Dortmund bei RUHR24.de).

Denn auch wenn Gregor Lange, Polizeipräsident aus Dortmund, sich zwar zufrieden über die Entwicklung der Einbruchszahlen zeigte, mahnte er doch zur Vorsicht: „Wir dürfen nicht locker lassen: In zu vielen Häusern und Wohnungen haben die Täter noch leichtes Spiel, weil Haustüren offen stehen oder Fenster und Wohnungstüren nicht gut gesichert sind.“

Gregor Lange, Polizeipräsident von Dortmund, macht Einbrechern eine klare Ansage.

Polizei Dortmund bleibt hartnäckig im Kampf gegen Einbrüche

Außerdem betonte er die Wichtigkeit solcher Angebote wie die der App und machte den Einbrechern in Dortmund eine klare Ansage: „Insgesamt 877 Einbrüche in Dortmund und Lünen sind 877 Einbrüche zu viel“, weshalb die Kriminalpolizei in Dortmund weiter den Druck auf Kriminelle erhöhen will.

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