Was ist das?

Phoenix See in Dortmund: Neues Konstrukt am Ufer überrascht Besucher

Am Phoenix See in Dortmund überrascht ein neues Konstrukt die Besucher. Das große Objekt befindet sich am Ufer des Sees. Der Hintergrund ist ernst.

  • Am Phoenix See in Dortmund steht ein neues Konstrukt.
  • Es ist 4,5 Meter hoch und befindet sich direkt am Ufer.
  • Der Bau könnte Besucher überraschen, zeigt er doch, wie düster die Historie des Sees in Dortmund-Hörde ist.

Dortmund - Der Phoenix See in Dortmund ist ein Ort der Freizeit und - wenn es nicht zu voll ist - auch der Entspannung. Was viele nicht wissen: Seine Vergangenheit ist düster.

Ort

Phoenix See

Länge

1,23 Kilometer

Fläche

24 Hektar

Phoenix See Dortmund: Neue Skulptur auf der Kulturinsel

Seit Montag (10. August) weist ein neues Stahl-Konstrukt (Kosten: 200.000 Euro) darauf hin. Es befindet sich auf der sogenannten "Kulturinsel" auf dem Phoenix See. Das ist die Halbinsel, die von der Promenade ("Am Kai") am Hafen aus begehbar ist.

Am Phoenix See in Dortmund steht nun ein neues Konstrukt aus Stahl - aber was ist das eigentlich?

Während sich täglich Hunderte Spaziergänger unter der Sonne von Dortmund am Phoenix See vergnügen, soll das aus Stahl gefertigte Denkmal an die bis zu 80.000 Zwangsarbeiter erinnern, die während des Zweiten Weltkriegs in Dortmund ausgebeutet wurden.

Phoenix See Dortmund: Skulptur soll an Zwangsarbeiter erinnern

Rund 20.000 dieser Zwangsarbeiter mussten für den Hörder Hüttenverein (DHHV) arbeiten. Das Werk hatte dort gestanden, wo sich heute der Phoenix See befindet. Die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten" hatten die Idee, das Denkmal zu errichten.

Die Stadt Dortmund hat sich bewusst für den Standort direkt am Phoenix-See-Ufer entschieden. "Gerade der Kontrast zwischen Naherholungsgebiet und schrecklicher Vergangenheit wird uns dabei helfen, die Erinnerung wach zu halten", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau zur Eröffnung.

Zweiter Weltkrieg: Phoenix-See-Skulptur in Dortmund erinnert an Gräueltaten der Nazis

In Dortmund solle niemals mehr jemand solches Leid erfahren müssen, wie die Zwangsarbeiter einst. "Dieses starke Signal soll von der Gedenkstätte ausgehen", so Sierau weiter über das Projekt, dessen Erbauung schon 2014 vom Rat der Stadt Dortmund beschlossen wurde.

Dortmunds OB Ullrich Sierau hat die neue Skulptur am Phoenix See am Montag (10. August) eingeweiht.

Die begehbare Skulptur dürfte unterdessen kaum zu übersehen sein. Sie ist 4,50 Meter hoch auf einer Fläche von neun Quadratmetern. Im Inneren befindet sich eine kleine Ausstellung mit Texten und Bildern zur Zwangsarbeit in Dortmund.

Gestapo hatte auf jetzigem Phoenix-See-Gelände in Dortmund ein Lager

Zur Erfahren ist etwa, dass sich während des Zweiten Weltkriegs auf dem Werksgelände am ehemaligen Emschertor an der Hermannstraße auch ein Lager der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) befand. Laut Stadt Dortmund sei das der Wunsch der Konzernleitung gewesen.

80 bis 100 Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion seien dort "diszipliniert" worden, weil sie die menschenverachtenden Ausländergesetze der Nationalsozialisten übertreten hatten.

Gestapo-Häftlinge in Dortmund ermordet

Im März 1945 wurden in diesem Lager unterschiedliche Gruppen von Gestapo-Häftlingen untergebracht, von denen viele in den Rombergpark gebracht und dort kurz vor Kriegsende ermordet wurden. Auch diesen Ereignissen wird im neuen Gedenkort gedacht.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24, Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer; Collage: RUHR24