Ständig Ärger in Hörde

Chaos am Phoenix See: Jetzt wird gesperrt - Auto-Poser und E-Scooter-Fahrer drohen Verbote

Das E-Scooter-Chaos und der Lärm durch Auto-Poser sollen am Phoenix See in Dortmund bald ein Ende haben. Die Stadt kündigt drastische Maßnahmen an.

  • Der Lärm durch Auto-Poser und E-Scooter-Fahrer am Phoenix See ist für viele Besucher und Anwohner inzwischen unerträglich.
  • Die Stadt Dortmund hat jetzt Maßnahmen ergriffen.
  • Betreiber von E-Scooter-Firmen haben erste Zugeständnisse gemacht.

Dortmund - Lärm und Chaos am Phoenix See in Dortmund sollen möglichst bald der Vergangenheit angehören. Die Stadt kündigte bei einer Pressekonferenz am Dienstag (25. August) weitere Maßnahmen im Kampf gegen freche E-Scooter-Fahrer und rücksichtslose Auto-Poser an.

Ort

Phoenix See

Stadt

Dortmund

Flutung

1. Oktober 2010

Adresse

Hörder Burgstraße, 44263 Dortmund

Phoenix See Dortmund: Stadt verliert wegen Chaos die Geduld - Fahrverbote gegen Auto-Poser

Bereits in dieser Wochen will die Stadt Dortmund an drei Straßen am Phoenix See neue Verkehrsschilder aufstellen lassen, um eine Handhabe gegen Auto-Poser zu haben. Die Schilder weisen für die Zeit von 22 bis 5 Uhr das Gebot "Anlieger und Fahrradfahrer frei" aus. Folgende Straßen sind davon betroffen:

  • Am Kai,
  • Hörder-Bach-Allee,
  • Phoenixseestraße östlich und westlich der Hans-Tombrock-Straße.

Zudem will die Stadt rund um den Phoenix See mehr mobile Blitzer zum Einsatz kommen lassen. Mit ähnlichen Methoden geht Dortmund bereits gegen Raser und Poser auf dem Wall in der Innenstadt vor.

Dortmund: Auto-Poser aus NRW fluten den Phoenix See

Zuletzt hatten Autoliebhaber den Bewohnern des Phoenix Sees vor allem in den Nachtstunden den letzten Nerv geraubt. Unter anderem am Pfingstwochenende eskalierte am See die Lage, die Polizei musste mehrfach eingreifen. Laut Oberbürgermeister Ullrich Sierau würden die Poser teilweise aus dem Sauerland, dem Rheinland oder aus der Gegend um Münster nach Dortmund reisen.

Sierau über den Lärm der Auto-Poser: "Das ist nicht hinnehmbar. Das ist ein Gebiet für die Menschen die hier wohnen, für Dortmunder, für die Menschen aus der Region, die hier den See und die Gastronomie genießen wollen. Aber der See ist nicht dazu da, Boliden vorzuführen."

Lärm am Phoenix See: Dialog zwischen der Stadt Dortmund und Anwohnern

Vorausgegangen waren mehreren Dialogtreffen mit Anwohnern des Sees, die nicht nur durch die Auto-Poser und Falschparker gestört werden. Auch E-Scooter-Fahrer sorgen vor allem an den Wochenenden und in den Nächten für Lärm.

Zudem würden die Nutzer die E-Roller kreuz und quer an den Wegen abstellen, ohne Rücksicht auf andere Besucher des Phoenix Sees zu nehmen. 

Nicht ganz ohne Schuld scheinen auch die Betreiber der E-Scooter-Firmen zu sein. In Dortmund gibt es derzeit fünf davon: Circ, Lime, Tier, Bird  Spin. So berichtet OB Sierau von Mitarbeitern, die die laut piependen Scooter nachts um 5 Uhr zwecks Wartung oder Akkutausch abholen würden.

Sierau kündigt an: "Wenn sich da nicht sehr schnell deutlich was ändert, dann werden wir da wohl andere Saiten aufziehen müssen." Der OB fordert Veränderungen bis spätestens zum Herbst dieses Jahres.

Phoenix See: Dortmund denkt über Fahrverbot für E-Scooter nach

Im schlimmsten Fall könnte sich die Stadt sogar ein Fahrverbot für E-Scooter am Phoenix See vorstellen. Vorbild könnte zum Beispiel die Gegen rund um das Westfalenstadion sein, in dessen Umgebung E-Scooter an Spieltagen nicht abgestellt werden können.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat die Geduld in Sachen Lärm am Phoenix See in Dortmund verloren.

Noch wolle die Stadt laut Sierau aber noch nicht die ganz große Keule schwingen. "Wir gehen da erstmal mit einer Pinzette heran", sagt Sierau. Doch wer am Ende nicht hören wolle, der müsse dann auch fühlen.

Phoenix See Dortmund: Neue Regeln für E-Scooter-Betreiber

Immerhin: Auf ein paar neue Regeln konnte sich die Stadt bereits jetzt mit den Betreibern der in Dortmund agierenden E-Scooter-Unternehmen einigen. Und zwar:

  • Nachts soll ab sofort kein Akkutausch an E-Scootern stattfinden und E-Scooter sollen dann auch nicht zwecks Wartung abgeholt werden,
  • E-Scooter-Betreiber wollen an einigen Terminen mit Infoständen mit Besuchern und Anwohnern ins Gespräch kommen,
  • die Betreiber wollen sich beim Aufräumen und Platzieren der E-Scooter gegenseitig helfen,
  • die Polizei will noch mehr Kontrollen durchführen und
  • die Stadt will prüfen, ob im Rahmen der Seesatzung zusätzliche Regeln eingeführt werden können.

Stadt Dortmund denkt über E-Scooter-Ausleih-Verbot nach

Greifen all diese Maßnahme nicht, kann sich die Stadt sogar weitere Maßnahmen vorstellen, die die E-Scooter-Nutzer direkt betreffen würden. So sei es denkbar, dass einzelne Nutzer bei Verstößen ein Ausleih-Verbot bekommen könnten.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24, Florian Forth/RUHR24; Collage: RUHR24

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