Kommentar

"Einbahnstraße" am Phoenix See Dortmund verärgert Besucher "Seid froh, dass der See nicht ganz dicht gemacht wurde"

Gerade an bei gutem Wetter kann es am Phoenix See voll werden - in Zeiten des Coronavirus ist das nicht ganz so günstig.
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Gerade an bei gutem Wetter kann es am Phoenix See voll werden - in Zeiten des Coronavirus ist das nicht ganz so günstig.

Aufgrund der Coronavirus-Gefahr herrscht am Phoenix See in Dortmund derzeit eine Einbahnstraßen-Regelung - und das ist noch gut gemeint - ein Kommentar.

  • Am Phoenix See in Dortmund gilt seit dem 3. April eine spezielle Regelung aufgrund des Coronavirus.
  • Das Spazieren ist dort nur noch in eine Richtung erlaubt - wie in einer Einbahnstraße.
  • Die Kritik von manchen Internet-Kommentatoren ist fehl am Platz, findet RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi.

Dortmund - Wenn das Wetter schön ist und die Freizeitmöglichkeiten - wie aktuell aufgrund des Coronavirus - beschränkt sind, dann zieht es die Menschen in Dortmund hinaus zu einem Spaziergang. 

Ein Hotspot der Flaneure ist der Phoenix See, den man seit dem 3. April aber nur noch im Uhrzeigersinn umlaufen darf. Das wiederum sorgt im Internet für Hohn und Spott.

"Irgendwann geht es dann aber in sinnlosen Aktionismus über", kritisiert ein User auf Twitter die Maßnahme der Stadt. Er fragt nach einer wissenschaftlichen Begründung für die verordnete Spazierrichtung um den See in Dortmund-Hörde.

Coronavirus am Phoenix See: Stadt Dortmund wehrt sich gegen Kritik an Regelung

Die Antwort der Stadt Dortmund fällt relativ einfach aus: Grund für die neue Uhrzeigersinn-Regelung ist der Schutz aller Dortmunder vor einer Infektion mit dem Coronavirus. "Wer unsere Maßnahmen als 'sinnlosen Aktionismus' bezeichnet, bleibt am einfachsten zu Hause!", lässt das Social-Media-Team der Stadt ausrichten.

Während die Menschen in anderen Ländern ihr Haus derzeit nur noch zum Einkaufen oder für dringendes Verlassen dürfen, scheint es die Dortmunder mit der "Einbahnstraße" am See relativ gut getroffen zu haben in Sachen Coronavirus-Restriktionen. Zumal die "Regel" nur eine Empfehlung der Stadt ist. Halten muss man sich daran streng genommen nicht.

Doch verstehen wollen die Maßnahme viele Netz-Kommentatoren dennoch nicht (Kann man Netz-Kommentatoren überhaupt etwas recht machen?).

Phoenix See: Direkt wegen Coronavirus dicht machen

Dabei hätte man den See eigentlich auch direkt dicht machen können. Wo keine Menschenmassen zusammenkommen, ist die Infektionsgefahr gering. So zumindest lautet die Begründung für die Absagen von BVB-Spielen oder Konzerten in der Westfalenhalle. Derzeit scheinen die Maßnahmen zu fruchten. Die Geschwindigkeit, in der sich die Infizierten in NRW verdoppeln, verlangsamt sich.

Bei aller Kritik für so manche Maßnahme von Stadt, Land und Bund - aber was unser Freizeitverhalten betrifft, hat es uns in Dortmund (hier geht es zum Coronavirus-Live-Ticker), NRW und Deutschland noch relativ gut getroffen.

Wir dürfen Spazierengehen und Sport treiben, theoretisch sogar ist es erlaubt, sich mit einem Freund zu treffen, selbst wenn dieser nicht im eigenen Haushalt lebt. 

Gerade an bei gutem Wetter kann es am Phoenix See voll werden - in Zeiten des Coronavirus ist das nicht ganz so günstig.

Da wirkt die Einbahnstraßen-Regelung der Stadt Dortmund - auch wenn sie noch so ulkig sein mag - noch wirklich gut gemeint.

Maßnahme wegen Coronavirus am Phoenix See Dortmund sinnvoll?

Natürlich darf man sich die Frage stellen, wie viel diese Maßnahme bringen mag. Denn nach wie vor können Menschen eng an anderen vorbeilaufen, etwa um auf den schmalen Wegen um den See zu überholen. Aber immerhin ist mit der aktuellen Regelung ausgeschlossen, dass man dann auch noch den Entgegenkommenden ausweichen muss.

Am Ende stellt sich mir die Frage: Bei aller Verwunderung für unkonventionelle Regelung am Phoenix See - aber warum muss man an sonnigen Tagen unbedingt um einen künstlich angelegten See laufen, wo es in Dortmund doch so viele andere schöne - nicht künstliche - Orte gibt?

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion wiedergeben. 

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