Nachtbeauftragter legt los

„Oscars“-DJ übernimmt jetzt große Mission in Dortmund – „Arbeite 24/7“

DJ Christoph Stemann legte einst bei den Oscars auf – jetzt soll er die Party-Szene in Dortmund retten
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DJ Christoph Stemann legte einst bei den Oscars auf – jetzt soll er die Party-Szene in Dortmund retten

Dortmund hat einen neuen Mann für die Nacht: Der bekannte DJ Christoph Stemann (50) soll die Nightlife-Szene aufmotzen. An Erfahrung mangelt es ihm nicht.

Dortmund – Corona hat das Nachtleben in Dortmund nahezu zum Erliegen gebracht. Nicht nur die fortschreitenden Impfungen könnten das Party-Volk nun wieder in die Clubs treiben. Dortmund hat jetzt auch einen neuen „Nachtbeauftragten“: Christoph Stemann. Der DJ ist kein Unbekannter in der Stadt – und auch nicht in Hollywood.

Dortmund: Weltbekannter DJ soll Party-Hochburg nach Corona-Flaute pimpen

Der 50-jährige Vater einer neunjährigen Tochter ist seit 1997 im Dortmunder Nachtleben aktiv, entwickelte etliche Party-Formate und arbeitet selbst als DJ. Seit Jahren legt er unter dem Namen „DJ Firestarter“ auf und machte sich in der internationalen Rock- und Alternative-Szene einen Namen.

In dieser Position ließ er in Los Angeles 2013 nach der Oscars-Verleihung sogar die Hollywood-Stars tanzen – als erster Deutscher überhaupt. In 36 Ländern auf der ganzen Welt war Stemann bereits beruflich aktiv – häufig auch in Japan. An der nötigen Erfahrung mangelt es ihm also nicht.

Christoph Stemann soll in Dortmund die Party-Szene in der Verwaltung vertreten

Platten auflegen soll der in Lünen-Niederaden aufgewachsene Stemann in Dortmund allerdings nicht. Stattdessen engagierte ihn die Stadt zum 1. August, um die Nightlife-Szene nach der Corona-Flaute wieder ans Laufen zu bekommen. Dabei soll er als Bindeglied zwischen Verwaltung und Clubbetreibern fungieren.

„Corona macht der ganzen Branche schwer zu schaffen. Wir müssen nun mit viel Engagement und Kreativität wieder in die Normalität starten und Dortmund als starken Standort der Nachtkultur etablieren“, sagte Stemann bei seiner Vorstellung am Dienstag (24. August).

Neuer Nachtbeauftragter von Dortmund hörte sich am U-Turm um

Der weltweit bekannte DJ verschaffte sich auch einen ersten Eindruck von den Open-Air-Party-Hot-Spots, etwa am U-Turm. Dort kam er mit Jugendlichen ins Gespräch, hörte ihnen zu. Nicht selten schmeichelten diese ihm am Ende seiner Gespräche offenbar mit gut gemeinte Abschiedssätze wie: „Ich küsse dein Herz, Bro“.

Stemann resümiert: „Dass da jetzt jemand ist, der zuhört, den man ansprechen kann, der da ist, das ist ganz viel wert im Moment.“ Aus den Gesprächen wolle er Erkenntnisse ziehen, die sich später in Maßnahmen umschlagen lassen könnten. Das dürfte die von Lärm geplagten U-Turm-Anwohner freuen.

Dortmunds neuer Nachtbeauftragter ist 24 Stunden am Tag erreichbar

Feste Arbeitszeiten hat der 50-Jährige dabei übrigens nicht, wie er selbst augenzwinkernd angibt: „Ich arbeite 24/7, man kann mir immer eine SMS schicken.“ Zwei Jahre hat Stemann für seine Mission Zeit. Dann läuft sein Vertrag bei der Stadt Dortmund aus. Ob das Nachtleben dann wieder läuft, dürfte allerdings auch in den Händen eines gewissen Virus liegen.

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