Politiklandschaft verändert sich

Neue Partei DOS gründet sich in Dortmund: "Schämen uns nicht, das auch so auszusprechen"

Die Partei "Dos" hat sich in Dortmund gegründet und will nun bundesweit agieren.
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Die Partei "Dos" hat sich in Dortmund gegründet und will nun bundesweit agieren.

Dortmund hat eine neue Partei. Sie nennt sich DOS, steht links der Mitte und will expandieren. Mitbegründerin ist eine alte Bekannte.

  • In Dortmund gibt es eine neue Partei links der Mitte.
  • Das Programm ähnelt dem anderer Parteien aus diesem Spektrum.
  • Nicht nur in Dortmund geht DOS in diesem Jahr bei den Kommunalwahlen an den Start.

Dortmund - Die Politiklandschaft hat sich in Dortmund verändert. Mit "DOS" - das steht für Digital, Ökologisch, Sozial - tritt eine Partei aufs politische Spielfeld, die links der Mitte steht, wieRUHR24.de* berichtet. "Denn Parteien, die glauben, sie wären die Partei der Mitte, haben wir wirklich genug. Wir stehen eindeutig links von der Mitte und schämen uns nicht, das auch so auszusprechen", heißt es in einer Stellungnahme zur Gründung der Partei.

Nadja Reigl ist Gründungmitglied der Partei DOS

Gründungsmitglied ist eine für Dortmunds Politik alte Bekannte: Nadja Reigl (41), ihres Zeichens aktuell Mitglied der Fraktion Linke & Piraten im Rat der Stadt Dortmund. Links der Mitte, das sind in Dortmund auch noch die Grünen. Offenbar fühlen sich die neun Gründungsmitglieder von DOS aber weder dort, noch bei Linken und Piraten gut aufgehoben.

Dortmund: DOS geht mit erfahrenem Personal an den Start

Ganz unerfahren geht DOS unterdessen nicht ins Rennen. "Schon jetzt besteht die Partei nicht nur aus Politikneulingen, sondern auch aus früheren Landtagsabgeordneten aus NRW, Ratsfrauen, Bezirksvertreter und einem Mitglied aus dem Regionalparlament Ruhr", teilt die Partei mit, die in diesem Jahr nicht nur in Dortmund, sondern auch in Duisburg zur Kommunalwahl antreten will.

Die Gründungsmitglieder der DOS-Partei haben bei der Gründungsversammlung Magdalena Zenglein für ein Jahr, Nadja Reigl für zwei Jahre zu den Vorsitzenden gewählt. Im Jahresrhythmus wird ein neuer Vorsitzender gewählt. So soll sichergestellt werden, dass immer ein Vorsitzender zur Doppelspitze gehört, der bereits ein Jahr im Amt war. "Auf diesem Wege erhoffen wir uns, dass durch diese Verzahnung der notwendige Wissenstransfer vereinfacht wird und neue Menschen im Vorstand immer erfahrene Menschen als Ansprechpartnerinnen haben", heißt es von der Partei.

Das ist DOS. Die Vorstandsmitglieder sind auf dem Foto von links nach rechts zu sehen: Lisa De Zanet (Beisitzende), Torsten Sommer (Beisitzender), Magdalena Zenglein (Vorsitzende), David Grade (Beisitzender), Nadja Reigl (Vorsitzende), Maja Tiegs (Beisitzende), Britta Söntgerath (Beisitzende), Dirk Pullem (Beisitzender), Andrea Wille (Schatzmeisterin).

Aber wofür steht die Partei eigentlich? Als zentral, also grundlegende politische Konstanten, hat die Partei sogenannte Axiome festgelegt. Wer in die Partei eintreten will, muss diese zwingend achten. Es handelt sich dabei um folgende:

  • Einhaltung der Menschenrechte und der UN Behindertenkonvention
  • Gleichberechtigung aller Menschen
  • Ablehnung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
  • Antifaschismus/Antinationalsozialismus
  • Solidarische Gesellschaft
  • Säkularer Staat: Trennung von Staat und Bekenntnis
  • Fällung politischer Entscheidungen grundsätzlich auf Basis allgemein anerkannter, wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Bekenntnis zum Umweltschutz und Betrachtung des Klimawandels als menschengemacht und wissenschaftlich bewiesen.
  • Internationale Gemeinschaft, Überwindung von nationalen Grenzen.
  • Respektvoller Umgang

Was die Digitalisierung betrifft, die im Namen von DOS verankert ist, pocht die Partei derzeit auf die Digitalisierung von Schulen und die verschlüsselte Kommunikation als Standard. Zumindest was den Teil mit den Schulen betrifft, dürfte bei so ziemlich jeder Partei in Deutschland im Programm stehen.

DOS: Überschneidungen zu den Grünen in Dortmund

Im Bereich des Umweltschutzes scheint die Abgrenzung zu den Grünen unterdessen wenig bis gar nicht vorhanden sein. Das Ziel von DOS: Konsequente Verkehrswende mit Ausbau des Radwegenetzes und des ÖPNV, sowie eine echte Energiewende mit dezentraler Versorgung und regenerativen Energien.

Und im Bereich des Sozialen hat sich die Partei offenbar bei den Linken umgeschaut. Eine Grundsicherung für alle und genug bezahlbarer Wohnraum sowie "flexiblere Arbeitszeitkonzepte" seien nötig.

Braucht man DOS überhaupt als Partei in Dortmund?

Braucht man DOS also wirklich, wo ihre Konzepte alles andere als neu sind? Gibt es nicht schon genug Parteien? "Nein", sagte Nadja Reigl bei Gründung von DOS, "für mich gab es noch keine Partei, die ich gerne gewählt hätte." DOS werde das Rad nicht neu erfinden, aber die Mischung mache es.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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