Verkehrswende

Dortmund: Gratis parken? SPD will die Gebühren in der City massiv erhöhen

Weg vom Pkw, hin zu Bus, Bahn und Fahrrad: Um die Verkehrswende in Dortmund voranzutreiben, stehen Änderungen zulasten der Autofahrer an. Die Parkgebühren sollen drastisch erhöht werden.

Dortmund – Die Verkehrswende: In Dortmund stand sie bereits im vergangenen Jahr als eines der wichtigsten Themen auf der politischen Agenda der Stadt. Ausbau der Fahrradwege, Tempolimits für Autos, Umweltspur – radikale Änderungen wurden geplant. Doch es war und bleibt ein zähes Ringen darum, wer in der Stadt verkehrstechnisch die Vorherrschaft behält. Die nun geplante Erhöhung der Parkgebühren in Dortmund könnte ein großer Schritt weg vom Autoverkehr werden.

StadtDortmund
LandNRW
Parksituationrund 10.000 Straßenstellplätze, 14 Parkhäuser bzw. Parkplätze

Parken in Dortmund: Erhöhte Gebühren für öffentliche Parkplätze geplant

Parken in Dortmund ist bislang verhältnismäßig günstig – findet die SPD-Ratsfraktion Dortmund. Deshalb sollen die Parkgebühren auf allen öffentlichen Parkflächen in der Innenstadt und den umliegenden Bereichen im kommenden Jahr deutlich erhöht werden.

Ab dem 1. Januar 2022 soll das Parken nach einem Entwurf der Partei satte 20 Prozent teurer werden. Wo eine Stunde Parken bisher also 1,50 Euro gekostet hat, müssten Autofahrer ab Januar 1,80 Euro zahlen. Wer fünf Stunden in Dortmund shoppen geht, würde statt 7,50 Euro dann 9 Euro zahlen.

Von der Erhöhung der Preise sollen die Tiefgaragen und Parkhäuser der Dopark-GmbH ausgeschlossen werden. Das Unternehmen betreibt die wichtigsten Tiefgaragen und Parkhäuser in Dortmund, darunter die am Rathaus, Westentor, Theater oder unter dem Hansaplatz. Auch Parkplätze am Zoo, Westfalenpark oder das Parkhaus am Phoenix See gehören zu dieser Gesellschaft.

Dortmund: Erhöhung der Parkgebühren längst überfällig

Letztmalig wurden die Parkgebühren in Dortmund laut der Mitteilung der SPD im Jahr 2005 erhöht. Die nun vorgesehene Verteuerung des Parkens sei ein weiterer Schritt, zur Förderung der Mobilitätswende, so die Partei. Vor allem die Nutzung des ÖPNV soll dadurch attraktiver gemacht werden. Denn bislang ist es häufig teurer, sich ein Bahn- oder Busticket zu kaufen, als die Parkgebühren zu bezahlen.

Parken auf öffentlichen Parkflächen in Dortmund soll deutlich teurer werden.

Doch die Anhebung der Parkgebühren sei erst nur der erste Schritt, um den Autoverkehr in Dortmund weiter zu verringern. Zudem soll mit der neuen Gebührentabelle lediglich der Zeitraum bis zur Verabschiedung des „Teilplans ruhender Verkehr des Masterplans Mobilität“ überbrückt werden. Mit der Verabschiedung des Masterplans soll umfassend über die Parkgebühren entschieden und ein ganzheitliches Parkraumkonzept auf die Beine gestellt werden (mehr News aus Dortmund auf RUHR24).

Parken in Dortmund: Gebührenerhöhung zur Konsolidierung der Stadtfinanzen

Über die erhöhten Gebühren will die Stadt auch die Konsolidierung der Stadtfinanzen vorantreiben. Aktuell sei die finanzielle Situation der Stadt laut SPD weiter angespannt. Gleichzeitig stünden weitere Investitionen an, über die die Fraktion im Rahmen des Haushaltsplanentwurfs 2022 beraten will.

Darin ist unter anderem enthalten: Eine finanzielle Entlastung von Eltern in Bezug auf Kita- und OGS-Beiträge, die kostenlose Bereitstellung von Damenhygieneartikeln in öffentlichen Gebäuden, ein Konzept für kostenfreie Schwimmbadbesuche, als auch die Förderung von Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Überflutungen.

Rubriklistenbild: © Sabrina Wagner/RUHR24

Mehr zum Thema